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125 Jahre DNN Dresden und die Welt im Jahr 1953
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07:37 01.08.2018
Volksaufstand in der DDR am 17. Juni 1953: Demonstranten werfen in Berlin mit Steinen nach russischen Panzern. Quelle: Archiv/dpa
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Dresden

Mit einer Feierstunde im Staatstheater wird am 1. März die 3. Kunstausstellung der DDR eröffnet. Die eigentlich für Herbst 1952 geplante, aber dann verschobene Ausstellung soll nach dem Willen der SED den „Durchbruch zum Realismus nach sowjetischem Vorbild“ bringen. Ministerpräsident Otto Grotewohl preist in seiner Eröffnungsrede die Schau „als Spiegel der gesellschaftlichen Veränderung in der DDR“. Die 3. Kunstausstellung findet zum ersten Mal im Albertinum statt. Sie war ursprünglich bis zum 30. April geplant, wird jedoch bis zum 25. Mai 1953 verlängert.

Am 12. April wird im Filmtheater Schauburg die SG Dynamo Dresden gegründet. Dazu gehören die Sektionen Fußball, Handball, Volleyball, Faustball, Schwimmen, Wassersport, Radsport, Boxen, Ringen, Tischtennis, Schach, Kegeln, Gymnastik und Touristik. Die Fußballer von Dynamo werden im gleichen Jahr DDR-Meister. 1966 wird der Beschluss zur Gründung der Sportgemeinschaft Dynamo Dresden (kurz: SG Dynamo Dresden) als selbstständige Fußball-Sportgemeinschaft gefasst.

1. Mai: Eröffnung des Segelflugplatzes auf den Elbwiesen zwischen dem ehemaligen Gelände der Vogelwiese und dem Blauen Wunder. Dort findet die Segelflugausbildung für die Studenten der Ingenieurschule für Flugzeugbau sowie für die Segelgruppen des Sachsenwerks, des Baukombinats und der Flugzeugwerke, später Flugzeugwerft Dresden, statt. Der Flugplatz besteht bis August 1979.

Am 31. Mai legt Walter Ulbricht nahe der Webergasse den Grundstein für den Wiederaufbau des Altmarkts. Der war mehrfach verschoben worden. Im Vorfeld hatte es heftige Diskussionen um die Gestaltung des Platzes gegeben, ein Streitpunkt war dessen künftige Größe. So wie andere DDR-Städte sollte auch Dresden einen Fest- und Aufmarschplatz für etwa 100 000 Menschen erhalten. So vergrößerte sich der Platz von 1,3 auf 3,4 Hektar.

125 Jahre DNN

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Am 17. Juni kommt es in Dresden, wie in vielen anderen Städten der DDR auch, zu Streiks, Demonstrationen und Kundgebungen gegen die SED-Herrschaft. Die Menschen protestieren gegen den planmäßigen Aufbau des Sozialismus, eine fortschreitende „Sowjetisierung“, mangelnde Versorgung, Steuer- und Preiserhöhungen und eine enorme Erhöhung der Arbeitsnormen. Dresden ist einer der Brennpunkte. Die Initialzündung geht vom Sachsenwerk Niedersedlitz aus, viele andere Betriebe schließen sich an.

In der Innenstadt protestieren rund 20.000 Menschen gegen die SED-Herrschaft. Vergeblich versuchten sie, das Fernmeldeamt zu stürmen. Der Aufstand wird von Truppen der sowjetischen Armee und der Volkspolizei der DDR blutig niedergeschlagen. Für die SED-Führung ist der Protest ein von Westdeutschland initiierter Putschversuch. Viele Demonstranten werden verunglimpft, verhaftet, verhört, verurteilt und einige sogar hingerichtet. Heute erinnert noch eine Panzerkette am Postplatz an diesen Tag im Juni 1953.

Im Neustädter Bahnhof wird ein „Zeitkino“ eröffnet. Es zeigt eine ununterbrochene Folge von Kurzfilmen, Werbung und der Wochenschau „Der Augenzeuge“. Die Reisenden können den Kinosaal jederzeit betreten und verlassen und werden auch während der Vorstellung über die Zugabfahrten informiert. 1968 wird das Kino geschlossen.

Deutschland, Europa und die Welt

14. Januar: Ministerpräsident Josip Broz Tito wird in das neu geschaffene Amt des Staatspräsidenten von Jugoslawien gewählt.

14. Januar: In der Bundesrepublik wird der Schülerlotsen­dienst eingeführt.

20. Januar: Erstausstrahlung der „Augsburger Puppenkiste“ im Fernsehen

10. Februar: In der DDR beginnt in den Badeorten an der Ostsee­küste und auf Rügen die „Aktion Rose“, die auf eine Verstaatlichung der Hotels, Taxi- und Dienstleistungsunternehmen hinausläuft.

15. Februar: Der schwedische Physiker Erik Lundblad stellt die ersten synthetischen Diamanten her.

5. März: Der sowjetische Machthaber Josef Stalin stirbt in Moskau. Er wird am 9. März an der Seite von Staatsgründer Lenin im Beisein von etwa 1,5 Millionen Menschen beigesetzt.

6. März: Erster Staatsbesuch von Bundeskanzler Konrad Adenauer in den USA

18. März: Der Deutsche Bundestag verabschiedet das deutsch-israelische Wiedergutmachungsabkommen.

22. April: In Frankreich hat der Clouzot-Film „Le Salaire de la peur“ („Lohn der Angst“) Premiere.

10. Mai: Die Stadt Chemnitz wird in Karl-Marx-Stadt umbenannt und auch der DDR-Bezirk erhält den neuen Namen.

29. Mai: Erstbesteigung des 8848 Meter hohen Mount Everest durch Edmund Hillary und Tenzing Norgay

2. Juni: Krönung von Königin Elisabeth II. in der Westminster Abbey.

17. Juni: Volksaufstand in der DDR. Bei den Protesten werden an die 50 Menschen getötet (die Angaben schwanken zwischen 34 und 55 Toten). Zahlreiche Demonstranten, aber auch Polizisten werden zum Teil schwer verletzt. Nach dem Aufstand werden von sowjetischen und DDR-Gerichten an die 1500 Teilnehmer des Aufstandes zu langen Zuchthausstrafen verurteilt und einige (auch hier schwanken die Angaben) hingerichtet. Die genauen Opferzahlen sind bis heute nicht eindeutig zu rekonstruieren.

27. Juli: Ende des Koreakriegs. Nach zweijährigen Verhandlungen wird ein Waffenstillstandsabkommen geschlossen. Es legt den 38. Breitengrad als Grenze zwischen Nord- und Südkorea und eine vier Kilometer breite entmilitarisierte Zone entlang der Grenze fest.

1. August: Gründung der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA) als Träger der gesetzlichen Rentenversicherung

12. August: Die Sowjetunion zieht mit der Zündung einer Wasserstoffbombe im Rüstungswettlauf mit den USA gleich.

7. September: Nikita Chruschtschow wird Erster Sekretär der KPdSU.

13. September: Der Italiener Alberto Ascari wird erster Doppelweltmeister der Formel 1-Geschichte.

9. November: In der Treppenstraße in Kassel wird die erste Fußgängerzone Deutschlands eröffnet.

15. November: In Deutschland wird ein Patent auf den „Zuckerstreuer“ erteilt.

22. Dezember: In der DDR erscheint die erste Ausgabe der „Wochenpost“, die auflagenstärkste Wochenzeitung wird.

1953 gründen der „Malteserorden“ und der „Caritasverband“ den Malteser Hilfsdienst, wird in Los Angelas das „J. Paul Getty Museum“ eröffnet und in New York Leonard Bernsteins Musicals „Wonderful Town“ uraufgeführt.

Geboren werden 1953 unter anderem die Politiker Helma Orosz, Tony Blair, Klaus Wowereit, Matthias Platzeck, die Schriftstellerin Herta Müller, die Schauspieler Isabelle Huppert, Kim Basinger, Heiner Lauterbach, Pierce Brosnan, Ulrich Mühe, John Malkovich und Ottfried Fischer, die Fußballer Zico, Falcão, Dieter Hoeneß und Bum-Kun Cha, die Musiker Cyndi Lauper, Mike Oldfield, Michael Bolton, Skirennläufer Franz Klammer, Rennfahrer Nigel Mansell und der Dresdner Pantomime Rainer König.

Gestorben sind unter anderem die Schriftsteller Friedrich Wolf, Rudolf Leonhard und Erich Weinert, der Politiker Ernst Reuter, die Komponisten Sergei Prokofjew, Eduard Künneke, Emmerich Kálmán und Theo Mackeben, Komponist Sergei Prokofjew, der Astronom Edwin Hubble und der Vater des europäischen Jazz Django Reinhardt.

Von Monika Löffler

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