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125 Jahre DNN Dresden und die Welt im Jahr 1951
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07:57 25.07.2018
Noch stehen überall Ruinen in der Stadt. Das Foto zeigt den „Platz der Einheit“ (Albertplatz) im Frühjahr 1951. Der Blick geht von der Einmündung der Glacisstraße über die Bautzner Straße auf das DVB- Hochhaus. Quelle: Hartmut Schütz
Dresden

Am 1. April wird das Kommunal-Wirtschafts-Unternehmen „KWU-Straßenbahn“ zum „VEB Verkehrsbetriebe der Stadt Dresden“ umgewandelt. Dabei werden sachfremde Aufgaben, die dem Unternehmen vorher zugeordnet worden waren (Dachziegelwerke, Krankentransport und so weiter), wieder herausgelöst. Der Betriebsteil Elbfähren verbleibt aber im neuen Betrieb.

Mit dem Wiederaufbau der Grunaer Straße beginnt der Wohnungsneubau in der Dresdner Innenstadt. Mit großem Pomp wird am 22. April, dem 5. Jahrestag der Gründung der SED, im Rahmen einer Kundgebung der Grundstein für den ersten Bauabschnitt an der Nordseite der Straße gelegt. Dieser umfasste 205 Wohnungen sowie sieben Ladengeschäfte. Ein Dreivierteljahr danach, am 2. Januar 1952, können die ersten Mieter ihre Wohnungen beziehen. Bis 1956 werden zwischen Grunaer und Pillnitzer Straße noch weitere Wohnhäuser errichtet. Die Südseite der Grunaer Straße wird erst später bebaut.

Ab Mai ist den Dresdnern wieder ein Teil des Innenhofes des Zwingers zugänglich. Im Juli wird das Kronentor vollendet, im Juni 1952 der Mathematisch-Physikalische Salon. Seit September 1945 arbeitet die unter dem Namen „Bauabteilung Zwinger“ erneut gegründete „Zwingerbauhütte“ unter Leitung des Dresdner Architekten Hubert Georg Ermisch am Wiederaufbau des Zwingers. Ermisch stirbt am 11. November 1951.

125 Jahre DNN

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Der Dresdner Zoo hat ab Juli wieder einen Elefanten. Direktor Wolfgang Ulrich holt die asiatische Elefantendame Carla aus dem Nürnberger Tiergarten in die Elbestadt. Ab 1952 folgen weitere exotische Tiere wie Kängurus, Zebras und Schimpansen, 1956 kommen zwei weitere Elefanten nach Dresden. Carla stirbt am 22. April 1962.

Am 26. August wird im ehemaligen Schloss Albrechtsberg der „Pionierpalast“ eröffnet. Die Freizeiteinrichtung für die Dresdner Kinder wird nach Walter Ulbricht benannt. Nach zwischenzeitlicher Nutzung durch die Sowjetischen Militäradministration entsteht in dem Schloss der erste Pionierpalast auf dem Gebiet der DDR.

Die im Krieg zerstörte und wieder aufgebaute Ilgen-Kampfbahn wird am 18. September als „Rudolf-Harbig-Stadion“ feierlich eingeweiht. Namensgeber ist der DSC-Sportler und erfolgreichste deutsche Mittelstreckenläufer der 30er Jahre Rudolf Harbig.

Am 16. Dezember wird die Bethlehemkirche in Tolkewitz als erster Kirchenneubau der Sächsischen Landeskirche nach dem Krieg geweiht. Die Grundsteinlegung erfolgte am 17. Dezember 1950. Vollendet wird der Bau 1965 mit der Fertigstellung des Turmes und der Installierung des Geläutes.

Am 18. Dezember wird in der Neustadt das Jugendklubhaus „Martin Andersen Nexö“ – heute „Scheune“ – eröffnet. Der Bau, benannt nach dem dänischen Schriftsteller und Dresdner Ehrenbürger Martin Andersen Nexö, verfügt über einen Mehrzwecksaal mit 140 Plätzen und fünf Zirkelräumen mit 120 Plätzen.

1951 kommt es in der BRD zu ersten Amnestien für Personen, die wegen ihrer Verstrickungen mit dem Nationalsozialismus verurteilt worden waren. Insgesamt entkommen so fast 800.000 Personen ihrer vollständigen Strafe, darunter der Rüstungsmagnat Alfred Krupp.

Deutschland, Europa und die Welt

5. Januar: Die Deutsche Olympische Gesellschaft wird gegründet.

14. Januar: Ministerpräsident Otto Grotewohl weiht in Chemnitz den ersten Kulturpalast der DDR ein.

18. Januar: Der Film „Die Sünderin“ mit Hildegard Knef in der Hauptrolle wird zum ersten Mal aufgeführt und löst wegen angeblicher Glorifizierung von Prostitution, Sterbehilfe, Suizid und einer Nacktszene der Knef einen Skandal aus. Aufführungsverbote und kirchliche Ablehnung von den Kanzeln wecken das Interesse des Publikums und machen den Film zum Kassenschlager.

27. Februar: Die Regierungsdauer des US-Präsidenten wird durch einen Verfassungszusatz auf zwei Amtszeiten beschränkt.

15. März: Bundeskanzler Konrad Adenauer übernimmt zugleich das neu geschaffene Amt des Außenministers. Das Besatzungsstatut war zuvor von der Alliierten Hohen Kommission entsprechend revidiert worden.

5. April: Die US-Bürger Ethel und Julius Rosenberg werden in den USA wegen Rüstungsspionage für die Sowjetunion zum Tode verurteilt. Trotz heftiger nationaler und internationaler Proteste, unter anderem von Papst Pius XII., Jean-Paul Sartre, Albert Einstein, Pablo Picasso, Fritz Lang, Bertolt Brecht und Frida Kahlo, werden sie am 19. Juni im Staatsgefängnis Sing Sing in New York auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet.

15. April: In Imst in Tirol wird das erste SOS-Kinderdorf eröffnet.

19. April: Bundespräsident Theodor Heuss eröffnet die 1. deutsche Automobilausstellung in Frankfurt am Main.

18. Mai: Die UN-Generalversammlung beschließt wegen des Koreakriegs ein Embargo strategisch wichtiger Güter gegen die Volksrepublik China.

18. Mai: Im skandinavischen Schweden werden der Öffentlichkeit die ersten Tetra Pak-Verpackungen für Milch vorgestellt.

25. Mai: Tibet unterzeichnet unter Zwang ein „17-Punkte-Abkommen“ mit der Volksrepublik China, das Tibet Autonomie und freie Religionsausübung zusichert.

29. Juni: Eröffnung der ersten Richard-Wagner-Festspiele in Bayreuth nach dem Krieg.

11. Juli: Die Bundesrepublik Deutschland wird Mitglied in der UNESCO.

5. August: Eröffnung der 3. Weltjugendfestspiele in Ost-Berlin.

26. August: In London hat der Mu- sicalfilm „Ein Amerikaner in Paris“ Premiere.

15. September: Die Volkskammer der DDR appelliert an den Bundestag, Wahlen für ganz Deutschland zuzustimmen.

28. September: Das Bundesverfassungsgericht nimmt in Karlsruhe seine Arbeit auf.

28. Oktober: Der Argentinier Juan Manuel Fangio gewinnt im abschließenden Rennen der Saison den Großen Preis von Spanien und wird zugleich Formel-1-Weltmeister.

8. Dezember: Mit einem Staatsakt wird die Bauakademie der DDR eröffnet.

17. Dezember: In Schweden wird der Film „Sie tanzte nur einen Sommer“ erstmals gezeigt. Eine Nacktbadeszene der Hauptdarsteller sorgt für weltweiten Gesprächsstoff.

1951 wird erstmals der „Deutsche Filmpreis“ verliehen, das „Rennsteiglied“ gesungen und erscheint der Weltbestseller „Der Fänger im Roggen“ von J. D. Salinger.

Geboren werden 1951 unter anderem die Sänger und Musiker Bonnie Tyler, Veronika Fischer, Phil Collins, Sting, Bob Geldof, Peter Cornelius, Chris Rea, Wolfgang Niedecken und Wolfgang Petry, die Modedesigner Tommy Hilfiger und Christian Lacroix, die Schauspieler Robin Williams und Michael Keaton, der Kabarettist Mike Krüger, die Fußballer Paul Breitner, Johan Neeskens, Joachim Streich und die Dynamo-Legende Hans-Jürgen „Dixie“ Dörner sowie Sportkommentator Gert Zimmermann.

Gestorben sind unter anderem der Schriftsteller Sinclair Lewis, der Autokonstrukteur Ferdinand Porsche und der Chirurg Ferdinand Sauerbruch.

Von Monika Löffler

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