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125 Jahre DNN Dresden und die Welt im Jahr 1950
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08:41 25.07.2018
Wolfgang Ullrich (mit Kristina Schmitz und Orang-Utan Djambi) war von 1950 bis 1973 Direktor des Dresdner Zoos. Quelle: Archiv Zoo Dresden/Werner Wurst
Dresden

Hellerau, Hosterwitz, Klotzsche, Niedersedlitz, Oberpoyritz, Pillnitz, Söbrigen, Wilschdorf und Zschieren sowie Zschachwitz mit Großzschachwitz, Sporbitz und Meußlitz werden nach Dresden eingemeindet

Am 16. April wird es turbulent im Heinz-Steyer-Stadion: Die „SG Friedrichstadt“ verliert im Ostragehege vor 60.000 Zuschauern das Spiel um die Meisterschaft mit 1:5 gegen die erste „Betriebssportgemeinschaft Horch Zwickau“, die damit erster DDR-Fußballmeister wird. Nach dem Spiel kommt es zu Tumulten, weil die Zuschauer eine Manipulation zu Gunsten der Betriebssportgemeinschaft vermuten. Die „SG Friedrichstadt“ wird dann aufgelöst und die Fußballer dem „VVB Tabak Dresden“ angegliedert. Aus Protest flüchtet fast die komplette Friedrichstädter Fußballmannschaft, so auch der spätere Bundestrainer Helmut Schön, nach Westberlin.

Nach der Zerstörung der Synagoge am Hasenberg in der Reichspogromnacht 1938 wird am 16. Juni die Synagoge in der Fiedlerstraße geweiht. Bis 2001, zur Weihe der neuen Synagoge, finden die jüdischen Gottesdienste in der ehemaligen Totenhalle am Jüdischen Friedhof Fiedlerstraße statt.

Wolfgang Ullrich wird Direktor des Dresdner Zoos, den er bis zu seinem Tod 1973 leitet. Unter seiner Leitung wird der völlig zerstörte Zoo wieder aufgebaut und kann später vor allem in der Primatenzucht große Erfolge verbuchen. Besonders populär wird Ullrich mit der Fernsehserie „Der gefilmte Brehm“, die jahrelang im DDR-Fernsehen ausgestrahlt wird und mit der er auf die Bedrohung der Tierwelt aufmerksam macht.

Zum Kindertag am 1. Juni fährt zum ersten Mal eine Kindereisenbahn durch den Großen Garten. Die Strecke ist 1,3 Kilometer lang und führt vom damaligen Stübelplatz zum Zoo. Nur wenige Posten (zum Beispiel Einlass und Signalsteller) waren zu dieser Zeit mit Kindern besetzt. Geplant war dies zunächst für nur eine Saison. Die Bahn ist aber so erfolgreich, dass deren weiterer Betrieb beschlossen wird. Die Kindereisenbahn wird in „Pioniereisenbahn“ umbenannt, weitere Streckenabschnitte eröffnet und die Kinder übernahmen immer mehr Posten und Aufgaben.

125 Jahre DNN

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1950 wird die „Akademie der Bildenden Künste Dresden“ mit der „Staatlichen Hochschule für Werkkunst“ (früher Kunstgewerbeschule) zur „Hochschule für Bildende Künste Dresden“ vereint.

In Dresden wird weiter enttrümmert, Tausende Tonnen Stein werden aus der zerstörten Innenstadt gebracht, aufbereitet und für eine spätere Nutzung zwischengelagert. Während am Zwinger, dem Rathaus, dem Hauptbahnhof, der Kreuzkirche bereits gearbeitet wird, geht es in der Innenstadt mit dem Wohnungsbau noch nicht so richtig voran. Mit dem im September von der Volkskammer beschlossenen Gesetz über den Aufbau der Städte in der DDR erhält Dresden einen besonderen Status. Allerdings beinhaltet das Gesetz auch einen flächendeckenden Abriss, um den Aufbau zu beschleunigen. So werden in Dresden in den kommenden Jahren, trotz Protesten von Denkmalschützern wie Prof. Hans Nadler, auch viele erhaltenswerte Bauten gesprengt oder abgerissen – 1950 zum Beispiel Reste eines Barockensembles an der Großen Meißner Straße und das Albert-Theater.

Deutschland, Europa und die Welt

4. Januar: Israel erklärt Jerusalem zur Hauptstadt von Israel.

17. Januar: In Boston wird von einer elfköpfigen Bande das Geldtransportunternehmen Brink’s ausgeraubt. Die Täter erbeuten beim bis dahin größten bewaffneten Raubüberfall in den USA Bargeld von mehr als 1,2 Millionen sowie Schecks und Wertpapiere von mehr als 1,5 Millionen US-Dollar. Das Ereignis wird 1978 als „Das große Dings bei Brinks“ mit Peter Falk in der Hauptrolle verfilmt.

26. Januar: Mit Inkrafttreten der neuen Verfassung wird Indien offiziell zur Republik. Erster Präsident wird Rajendra Prasad.

8. Februar: In der DDR wird das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) gegründet. Zum Minister für Staatssicherheit wird Wilhelm Zaisser benannt, Erich Mielke ist zunächst sein Stellvertreter.

3. März: Saar-Abkommen zwischen dem französischen Außenminister Robert Schuman und dem Ministerpräsidenten des Saarlands, Johannes Hoffmann. Das Abkommen sieht eine engere Anlehnung des Saarlands an Frankreich vor, das die außenpolitische Vertretung übernimmt und die Kohlegruben kontrolliert, auch die Preise und Löhne werden dem französischen Standard angeglichen.

1. April: Das Versandhandelsunternehmen Neckermann wird gegründet.

30. April: In Westdeutschland verlieren die letzten Lebensmittelmarken (für Zucker) ihre Gültigkeit. In der DDR sind Lebensmittelmarken noch bis 1958 in Gebrauch.

9. Mai: Der französische Außenminister Robert Schuman präsentiert den nach ihm benannten Schuman-Plan. Danach soll die französische und die deutsche Produktion von Kohle und Stahl einer gemeinsamen Oberbehörde unterstellt werden, die als Kernelement für die europäische Einigung dienen soll. Der Plan wird 1951 umgesetzt.

11. Mai: Die CDU formiert sich in Königswinter auf Bundesebene und wählt Kanzler Konrad Adenauer zu ihrem Bundesvorsitzenden.

13. Mai: In Silverstone wird das erste Rennen in der neu konzipierten Formel 1-Weltmeisterschaft ausgetragen. Sieger wird der spätere Weltmeister Giuseppe Farina.

24. Mai: Das haschemitische Königreich Jordanien wird ausgerufen.

26. Mai: Der deutsche Ingenieur und Erfinder Engelbert Zaschka meldet sein Klapprad zum Patent an.

9. Juni: Die ARD wird von den Landesrundfunkanstalten BR, HR, RB, SDR, SWF und NWDR sowie – mit beratender Stimme – RIAS Berlin gegründet.

25. Juni: Beginn des Koreakriegs: Nordkoreanische Truppen fallen in Südkorea ein.

6. Juli: Im Görlitzer Abkommen zwischen der DDR und der Volksrepublik Polen wird die Oder-Neiße-Linie als neue polnische Westgrenze festgelegt.

19. Juli: Gründung des Zentralrats der Juden in Deutschland.

16. Juli: Uruguay schlägt Brasilien vor heimischen Publikum 2:1 und wird Fußballweltmeister.

21. Juli: Die vierjährige Elefantendame „Tuffi“ aus dem Zirkus Althoff springt in Wuppertal bei einer Werbekampagne aus der fahrenden Schwebebahn in die Wupper. Der Waggon ist mit Journalisten überfüllt, es wird gedrängelt und geschubst, so dass das Tier Panik bekommt und ein Fenster durchbricht. „Tuffi“ landet an einer schlammigen Stelle. Sie erleidet bei diesem Sturz glücklicherweise nur ein paar Schrammen am Hinterteil.

25. Juli: In der DDR wird Walter Ulbricht auf der konstituierenden Sitzung des neuen Zentralkomitees der SED Generalsekretär.

31. Juli: Der UNO-Sicherheitsrat autorisiert das militärische Eingreifen einer UNO-Truppe im Koreakrieg.

1. August: Gründung von „Progress Film-Verleih“ in Berlin, heute einer der ältesten aktiven Filmverleiher Deutschlands.

22. August: Das Technische Hilfswerk (THW) wird gegründet.

7. September: Im Stadtzentrum Berlins wird auf Anordnung von Walter Ulbricht mit der Sprengung des Berliner Schlosses begonnen.

7. September: Mit Schwarzwaldmädel hat der erste deutsche Farbfilm nach Kriegsende in Stuttgart Premiere. Er leitet eine Ära des Heimatfilms in Westdeutschland ein.

29. September: Die DDR wird Mit-glied im Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe.

7. Oktober: Die chinesische Armee marschiert in Tibet ein.

8. Oktober: Der Bundesgerichtshof nimmt in Karlsruhe seine Arbeit auf.

Hits des Jahres sind unter anderem Paul Ankas „Diana“, „The Tennessee Waltz“ von Patti Page und „Mona Lisa“ von Nat ‚King’ Cole. In Deutschland haben Rudi Schurickes „Lass uns träumen vom Lago Maggiore“ und „Nimm mich mit Kapitän auf die Reise“ von Richard Germer Erfolg.

Geboren werden 1950 unter anderem die Musiker Suzi Quatro, Agnetha Fältskog, Peter Gabriel, Stevie Wonder, Chris Norman, Bobby McFerrin, Rio Reiser, Klaus und Billy Ocean, Fußballtrainer Winfried Schäfer, die mehrmaligen Olympiasieger Waldemar Cierpinski (Marathon) und Roland Matthes (Schwimmen), Apple-Mitbegründer Steve Wozniak, die Schauspieler Gudrun Landgrebe, Iris Berben, William Hurt und Mathieu Carrière, die Fernsehmoderatoren Thomas Gottschalk und Hugo Egon Balder sowie Sportmanager Flavio Briatore.

Gestorben sind unter anderem die Schriftsteller George Bernard Shaw, Heinrich Mann, George Orwell, der Komponist Kurt Weill, der Schauspieler Emil Jannings, der Maler Max Beckmann und die Erfinderin des Kaffeefilters Melitta Bentz.

Von Monika Löffler

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1893 – und zwar am 8. September – erschien in Dresden zum ersten Mal die Tageszeitung „Neueste Nachrichten“. Nur wenig später wurde sie in „Dresdner Neueste Nachrichten“ umbenannt. Das Jubiläum nehmen wir zum Anlass zurückzuschauen in die Geschichte Dresdens, Deutschlands und der Welt. Heute widmen wir uns dem Jahr 1949.

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