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125 Jahre DNN Dresden und die Welt im Jahr 1949
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12:38 18.07.2018
Gründung der DDR: Das Foto zeigt das Präsidium des Deutschen Volksrates mit Wilhelm Pieck am Rednerpult. Quelle: FArchiv/dpa
Dresden

Im April stirbt Vadossi-Gründer Karl-Friedrich Lischkas. Er hatte das Unternehmen 1920 gegründet und zunächst in Dresden-Plauen, später in Radebeul, süße Leckerein produziert. Nach seinem Tod führt seine Frau das Unternehmen, bis es 1972 verstaatlicht wird. Verkaufsschlager ist die 1966 kreierte Nuss-Nougat-Creme „Nudossi“.

Am 28. Juli wird die Augustusbrücke als Georgi-Dimitroff-Brücke (nach dem bul­garischen Kommunisten Dimitrow) wieder für den Verkehr freigegeben. 1945 waren Teile der Brücke durch deutsche Truppen gesprengt worden. Noch im gleichen Jahr wurden die zerstörten Bögen durch ein Provisorium ersetzt. Von 1947 bis 1949 erfolgt der Wiederaufbau.

Am 9. Juli werden mit dem Film „Be­gegnung an der Elbe“ die Volkslichtspiele in Löbtau eröffnet. Da nach dem Krieg alle Lichtspielhäuser im Stadtteil zerstört waren, richtet man das Kino in der Turnhalle des damals als Berufsschule genutzten Schulkomplexes im Hinterhof der katholischen Kirche St. Antonius ein. 1971 wurden die Volkslichtspiele schließlich „aus be­triebstechnischen Gründen“ geschlossen.

Am 11. November wird das „Theater für Kinder“ auf der Königsbrücker Straße mit dem Stück „Tobias Ahoi!“ eröffnet. 1950 zieht das Theater in das Tanztheater „Constantia“ in Dresden-Cotta und wird am 9. März 1950 in „Theater der Jungen Generation“ umbenannt. Das TJG (heute das „Theater Junge Generation“) ist das zweitälteste reine Kinder- und Jugendtheater Deutschlands.

125 Jahre DNN

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Im Schlosspark Pillnitz lebt mit den sommerlichen Freiluftkonzerten eine alte Tradition wieder auf.

Nicht nur kulturell, auch sportlich passiert in Dresden einiges: Es werden viele neue Sportvereine gegründet, so unter an­derem die BSG Hafen Dresden. Am 3. August steigt das erstes offizielle Fußballspiel der SG Motor Dresden-Trachenberge gegen die BSG Sachsenverlag Dresden, Vorgänger der BSG Rotation Dresden. Trachenberge gewinnt 2:0.

Das Deutsche Hygiene-Museum be­ginnt wieder mit der Produktion von „Gläsernen Menschen“, die weltweit nachgefragt werden. Nach 1949 entstehen 56 Männer, 68 Frauen, darunter eine Schwangere, sowie fünf gläserne Pferde, acht gläserne Kühe und mehrere zwei Me­ter große Zellen.

In ganz Dresden wird enttrümmert und wieder aufgebaut. So wird 1949 das Altstädter Rathaus mit der Löwenapotheke am Altmarkt abgetragen. Auch das Germania-Denkmal (Siegesdenkmal), dass mitten auf dem Altmarkt stand und den Angriff fast unbeschadet überstanden hatte, wird entfernt. In der GEWOBAG-Siedlung am Falkensteinplatz, der Zwinglistraße und der Haenel-Clauß-Straße im Dresdner Stadtteil Gruna werden die ersten wieder aufgebauten Wohnungen übergeben. Teile der 1924 errichteten Anlage waren bei den Angriffen zerstört worden. Der gute Bauzustand der Häuser ermöglicht aber einen schnellen Wiederaufbau.

Deutschland, Europa und die Welt

25. Januar: Gründung des Rats für ge­genseitige Wirtschaftshilfe (Comecon).

10. Februar: Arthur Millers Drama „Tod eines Handlungsreisenden“ wird am Broadway uraufgeführt.

20. März: In den drei Berliner Westsektoren wird die DM alleiniges gesetzliches Zahlungsmittel.

3. April: Der Argentinier Juan Manuel Fangio gewinnt seinen ersten Grand Prix in San Remo.

4. April: Gründung der NATO.

18. April: Irland scheidet aus dem Verband des Commonwealth aus und konstituiert sich als eigene Republik Éire.

5. Mai: Der Europarat wird gegründet, ihm gehören zunächst zehn Staaten an.

9. Mai: Rainier III. wird Fürst von Mo­naco.

12. Mai: Die Sowjetunion hebt nach Verhandlungen zwischen den US-amerikanischen und sowjetischen UN-Delegierten die Berlin-Blockade auf. Zu­gleich wird für Juni die Einberufung einer Außenministerkonferenz vereinbart. Seit dem 24. Juni 1948 hatten die „Rosinenbomber“ 2,3 Millionen Tonnen Güter nach West-Berlin eingeflogen. Im Verlauf der Luftbrücke sind 55 Menschen ums Leben gekommen.

23. Mai: Gründung der Bundesrepublik Deutschland. Am 23. Mai 1949 verkündet Konrad Adenauer als Präsident des in Bonn zusammengetretenen Parlamentarischen Rates das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland. Die Sowjetunion verurteilt die Gründung der BRD als Bruch bestehender Verträge.

30. Mai: Der Dritte Deutsche Volkskongress nimmt die erste Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik an. Der Entwurf war vom Deutschen Volksrat einstimmig gebilligt und den Delegierten überwiesen worden. Das Gesetz tritt am 7. Oktober in Kraft.

29. Juni: Mit dem South African Citizenship Act wird in Südafrika die Vergabe der Staatsbürgerschaft an Einwanderer stark beschränkt, zugleich werden Eheschließungen von Partnern verschiedener Rassen verboten.

12. August: In Genf wird eine Modifizierung der Genfer Konventionen von 18 Staaten unterzeichnet. Unter dem Eindruck von Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg werden vier Abkommen vereinbart, wobei jenes über den Schutz von Zivilpersonen in Kriegszeiten die wichtigste Er­weiterung darstellt.

14. August: Wahlen zum ersten Deutschen Bundestag: Von den 402 Mandaten erringt die Union 139, die SPD 131, die FDP 52 und die KPD 15. Acht Abgeordnete aus West-Berlin haben im Bundestag kein Stimmrecht.

17. August: In Hamburg wird der „Otto-Versand“ gegründet.

18. August: Der Schuhmachermeister Adolf Dassler gründet das Unternehmen „adidas“.

20. August: Ungarn wird durch eine am sowjetischen Vorbild orientierte Verfassung zur Volksrepublik umgestaltet.

25. August: In Weimar wird erstmals der Nationalpreis verliehen. Zu den Preisträgern gehören die Schriftsteller Johannes R. Becher und Heinrich Mann, der Organisator der Aktivistenbewegung Adolf Hennecke, der Physiker und TU-Professor Heinrich Barkhausen und der Leiter des Dresdner Kreuzchores Rudolf Mauersberger.

27. August: Die Berliner Luftbrücke wird offiziell für beendet erklärt.

29. August: Die Sowjetunion zündet in Semipalatinsk in Kasachstan ihre erste Atombombe zu Testzwecken.

1. September: Gründung der IG Metall.

7. September: Die Deutsche Bundesbahn wird gegründet.

12. September: Theodor Heuss wird zum ersten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland gewählt.

15. September: Konrad Adenauer wird erster Bundeskanzler der BRD.

20. September: Das erste Kabinett Adenauer wird vereidigt. Die Minister ge­hören der CDU, CSU, FDP und DP an.

1. Oktober: Gründung der Volksrepublik China.

7. Oktober: Gründung der Deutschen Demokratischen Republik: Sie erfolgt durch die Konstituierung des 2. Deutschen Volksrats der Sowjetischen Besatzungszone als Provisorische Volkskammer. Zum ersten Ministerpräsident wird Otto Grotewohl gewählt. Zugleich wird die vom Volksrat am 30. Mai bewilligte Verfassung zur Verfassung des neuen Staates erklärt.

11. Oktober: In der DDR finden Wahlen zur provisorischen Länderkammer statt. Gemeinsam mit der neuen Volkskammer wählt sie Wilhelm Pieck zum ersten und einzigen Staatspräsidenten der DDR.

12. Oktober: DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl stellt sein neues Kabinett vor.

12. Oktober: Gründung des Deutschen Gewerkschaftsbundes DGB in München.

15. Oktober: Diplomatische Anerkennung der DDR durch die Sowjetunion.

24. Oktober: UN-Generalsekretär Trygve Lie legt den Grundstein für das neue UN-Hauptquartier in New York.

3. November: Bonn wird Hauptstadt der BRD.

24. November: In den Uraniumminen in Johanngeorgenstadt brennt es. Die Meldungen über die Opfer gehen weit auseinander. Die DDR-Nachrichtenagentur ADN berichtet von einem Stollenbrand, bei dem 19 Arbeiter leichte Rauchvergiftungen erlitten hätten. Laut dem „Telegraaf“ sterben über 2000 Menschen.

Geboren wurden 1949 unter anderem Schwergewichtsboxer George Foreman, Fußballtrainer Ottmar Hitzfeld, die Schauspieler Meryl Streep, Richard Gere und Don Johnson, Geiger André Rieu, Formel-1-Weltmeister Niki Lauda, Schriftsteller Patrick Süskind, der Filmproduzent und -regisseur Bernd Eichinger, die Musiker Bruce Springsteen, Mark Knopfler, Maurice und Robin Gibb, Peter Maffay und Roger Tayler.

Gestorben sind 1949 unter anderem die Schriftsteller Margaret Mitchell und Klaus Mann, der Komponist Richard Strauss und der Chemiker und Nobelpreisträger Friedrich Bergius.

Von Monika Löffler

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