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125 Jahre DNN Dresden und die Welt im Jahr 1946
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07:00 08.07.2018
Aufräumarbeiten auf der Grunaer Straße 1946.. Die Gleise der Straßenbahn werden instand gesetzt. Quelle: Foto: Archiv DVB / Georg Beyer
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Dresden

Der Krieg ist vorbei, die Not groß. Ein bizarrer Kampf ums Überleben beginnt. Ein Dach über dem Kopf, etwas zu essen und die Nachricht, dass die engsten Verwandten überlebt haben – das ist purer Luxus. Wohnungen, Lebensmittel, Kleidung sind rar. Der Schwarzmarkt floriert – Zigaretten werden zu einer zweiten Währung.

Zu alldem strömen tausende Flüchtlinge von Osten her in die Stadt. Und der Winter 1945/1946 ist bitterkalt. Die Dresdner beginnen mit dem Aufräumen, die zerstörte Innenstadt wird enttrümmert – vor allem von Frauen. Tonnen von Steinen werden weggeräumt, gereinigt und für den Wiederaufbau verwendet. Die „Trümmerfrauen“ leisten Unglaubliches. So langsam erwacht auch wieder das kulturelle Leben – erste Kinos und Ausstellungen öffnen.

Im Januar beginnt der Bau von 16 Doppelhäusern in Reick. Auf dem Hellergelände entstehen erste Siedlungshäuser.

Am 5. Januar stellt der 1. Bürgermeister Walter Weidauer den „Ersten Dresdner Aufbauplan“ vor.

Am 1. Februar wird Gustav Leißner zum Oberbürgermeister der Stadt berufen.

Am 6. April findet in der Gaststätte „Donath’s Neue Welt“ der letzte Landesparteitag der sächsischen SPD statt. Wenig später werden SPD und KPD zur SED vereint.

Am 1. Juni wird der Zoologische Garten wiedereröffnet.

30. Juni: In einem sächsischen Volksentscheid sprechen sich fast 78 Prozent der Einwohner für die Enteignung der Großbetriebe von Nationalsozialisten und Kriegsverbrechern aus.

Im Juli wird die wiederaufgebaute Alberbrücke freigegeben. Sie wird „Brücke der Einheit“ genannt.

Am 6. Juli öffnet im Schloss Pillnitz eine Ausstellung mit Malerei des 19. Jahrhunderts. Die Schau ist zusammengestellt aus Werken privater Sammlungen und aus Kunstschätze, die nicht von der roten Armee abtransportiert worden sind.

Vom 25. August bis 31. Oktober findet die „Allgemeine Deutsche Kunstausstellung“ in der damaligen Stadthalle am Nordplatz, dem heutigen Militärhistorischen Museum, statt. Über 250 Maler, Bildhauer und Grafiker zeigen insgesamt 594 Kunstwerke. Diese Kunstausstellung gilt als die wichtigste nach dem Zweiten Weltkrieg, da sie die erste und zugleich letzte gesamtdeutsche Kunstausstellung bis 1990 sein sollte. Mit ihr knüpfte man an die künstlerischen und kulturellen Traditionen vor 1933 an.

Am 18. September wird Walter Weidauer neuer Oberbürgermeister von Dresden. Außerdem eröffnet die Technische Hochschule wieder.

Am 1. Oktober finden die Wahlen zur Dresdner Stadtverordnetenversammlung statt.

Im Dezember wird der Wiederaufbau des Staatsschauspiels, als Doppelanlage für Schauspiel und Oper in einem Haus beschlossen.

Deutschland, Europa und die Welt

7. Januar: Die Alliierten erkennen Österreich als Staat in den Grenzen von 1937 an.

17. Januar: Der UN-Sicherheitsrat hält seine erste Sitzung ab.

20. Januar: Charles de Gaulle tritt als Vorsitzender der provisorischen Regierung Frankreichs zurück, Nachfolger wird Félix Gouin.

31. Januar: Jugoslawien erhält eine neue Verfassung nach sowjetischem Vorbild. Die Föderative Volksrepublik Jugoslawien besteht aus den Teilrepubliken Bosnien/Herzegowina, Kroatien, Mazedonien, Montenegro, Serbien und Slowenien.

1. Februar: Proklamation der Volksrepublik Ungarn. Staatspräsident wird Zoltán Tildy.

5. März: In einer Rede vor dem Westminster College in Fulton (Missouri) warnt Winston Churchill vor der zunehmenden Macht der Sowjetunion in Europa. Er verwendet dabei erstmals den Begriff des „Eisernen Vorhangs“.

7. März: In der sowjetischen Besatzungszone wird die FDJ als kommunistische Jugendorganisation gegründet.

18. März: Die Weltbank beginnt mit ihrer Tätigkeit.

21. April: Die KPD und die SPD vereinbaren in Ost-Berlin den Zusammenschluss zur Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED). Da die Mehrheit der Sozialdemokraten in West-Berlin und in den West-Zonen einen Zusammenschluss ablehnen, bleibt der Wirkungsbereich der SED auf Ost-Berlin und die sowjetische Zone begrenzt.

8. Mai: Eröffnung der ersten Leipziger Messe nach dem Krieg

16. Mai: Uraufführung des Musicals „Annie Get Your Gun“ von Irving Berlin in New York.

30. Juni: Die vier Besatzungsmächte in Deutschland führen für den Interzonenverkehr den Interzonenpass ein.

1. Juli: Frankreich und die Sowjetunion verhindern den von den USA vorgeschlagenen Zusammenschluss der Besatzungszonen zur zukünftigen Bundesrepublik Deutschland.

5. Juli:Im Pariser Schwimmbad „Piscine Molitor“ wird der von Modeschöpfer Louis Réard kreierte moderne Bikini präsentiert. Der Modevorschlag löst einen Skandal und ein weltweites Trageverbot beim Baden in der Öffentlichkeit aus.

8. September: Bulgarien wird nach einem entsprechenden Referendum zur Volksrepublik erklärt.

30. September und 1. Oktober: Verkündung der Urteile im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher. Es ergehen zwölf Todesurteile, sieben Haftstrafen und drei Freisprüche. Hermann Göring begeht vor Vollstreckung seiner Todesstrafe Selbstmord. Die Urteile werden am 16. Oktober vollstreckt.

20. Oktober: Letzte freie Wahlen in der sowjetischen Besatzungszone.

22. Oktober: Aufgrund eines Stalin-Dekrets vom 13. Mai 1946 werden Tausende deutsche Techniker und Ingenieure, die bis dahin für die sowjetischen Truppen in Rüstungsbetrieben für Flugzeuge und Raketen unter anderem in Staßfurt und Bleicherode gearbeitet hatten, gezwungen, ab sofort in der Sowjetunion zu arbeiten.

4. November: Gründung der Unesco

2. Dezember: Gründung der Internationalen Walfangkommission (IWC).

11. Dezember: Die Hilfsorganisation Unicef wird gegründet, um Kindern nach dem Zweiten Weltkrieg zu helfen.

14. Dezember: Die Generalversammlung der Vereinten Nationen entscheidet sich für New York City als ständigen Sitz der Organisation.

19. Dezember: Die französischen Kolonialbehörden verhängen das Kriegs- recht über Vietnam und stürzen die Regierung Ho Chi Minhs in Hanoi. Es beginnt der als Indochinakrieg geführte Kampf gegen die Fremdherrschaft, der erst 1954 endet.

31. Dezember: Juan Perón wird Staatspräsident Argentiniens, seine Frau Eva Perón First Lady.

20. September: In Cannes werden die 1. Internationalen Filmfestspiele eröffnet

15. Oktober: Im Berliner Admiralspalast hat der erste deutsche Nachkriegsfilm der DEFA „Die Mörder sind unter uns“ mit Hildegard Knef Premiere. Regie führte Wolfgang Staudte.

14. November: Das belgische Comic-Magazin „Spirou“ veröffentlicht die erste gezeichnete Geschichte über den einsamen Cowboy „Lucky Luke“.

Geboren werden 1946 unter anderem die Musiker Freddie Mercury, Benny Andersson, John Paul Jones, David Gilmour und Barry Gibb, der Spiegel-Chefredakteur Stefan Aust, der Tenor José Carreras, die Schauspieler Diane Keaton, Jane Birkin, Jaecki Schwarz, Sylvester Stallone und Wolfgang Stumph, der Architekt Daniel Libeskind, Regisseur Steven Spielberg, der Fußballer und Trainer Berti Vogts, die Sänger Gitte Hænning, Mireille Mathieu, Udo Lindenberg und Drafi Deutscher, Schwedens König Carl XVI. Gustaf und die US-Präsident Bill Clinton, George W. Bush und Donald Trump

Gestorben sind 1946 unter anderem die Schriftsteller Gertrude Stein, Paul Zech, und Gerhart Hauptmann, der Komponist Paul Lincke, der Schauspieler Heinrich George.

Von Monika Löffler

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1893 – und zwar am 8. September – erschien in Dresden zum ersten Mal die Tageszeitung „Neueste Nachrichten“. Nur wenig später wurde sie in „Dresdner Neueste Nachrichten“ umbenannt. Das Jubiläum nehmen wir zum Anlass, zurückzuschauen in die Geschichte Dresdens, Deutschlands und der Welt. Heute widmen wir uns dem Jahr 1945.

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