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125 Jahre DNN Dresden und die Welt im Jahr 1942
Thema Specials DNN-Aktionen 125 Jahre DNN Dresden und die Welt im Jahr 1942
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07:39 23.06.2018
Die Tänzerin Mary Wigman mit Schülerinnen bei Studien zum „Hexentanz“ 1932. 1942 muss sie ihre Tanzschule schließen. Quelle: Foto: SLUB/DNN-Archiv
Dresden

Die Tänzerin, Choreografin und Tanzpädagogin Mary Wigman muss ihre Tanzschule an der Bautzner Straße schließen. Sie verkauft das Gebäude und geht nach Leipzig.

13. März: Die Widerstandskämpferinnen Eva Schulze-Knabe (KPD) und Gertrud Neroslow (KPD) werden wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu lebenslanger Zuchthaushaft verurteilt.

In der Kinderklinik Dresden-Johannstadt wird eine Frauensammelmilchstelle eröffnet. „Jeder Tropfen ist kostbar“, schreiben die Dresdner Neuesten Nachrichten am 29. April. Schon Arthur Schlossmann, Gründer des Säuglingsheims in der Johannstadt, dem Vorläufer der Kinderklinik, hatte die Ernährung mit Frauenmilch propagiert. Um den Bedarf an Frauenmilch zu decken, wurden in den Kliniken zunächst Ammen beschäftigt, die neben dem eigenen noch ein anderes Kind stillten. Die erste Sammelstelle wurde 1919 von der Kinderärztin Marie-Elise Kayser in Magdeburg gegründet. Sie sammelte überschüssige Muttermilch, um diese dann schwachen Säuglingen und Frühgeborenen zu geben. Solche Sammelstellen gab es bald in vielen größeren Städten. Einen wahren Boom erlebten sie im Dritten Reich, hervorgerufen durch die Verherrlichung der Mutterschaft. Später verlief die Entwicklung unterschiedlich. Im Westen griff man lieber auf Ersatz-Produkte zurück – in der DDR waren Sammelstellen per Gesetz festgeschrieben. Nach der Wende ging aber auch hier die Zahl der Frauenmilchsammelstellen zurück.

125 Jahre DNN

Alle Artikel der DNN-Serie finden Sie im Special!

Am 1. Mai wird auf der Lindenstraße das städtische Mütterheim eröffnet.

28. Mai: Für jüdische Bürger ergeht ein Verbot für das Begehen beider Straßenseiten der den Großen Garten und die Bürgerwiese begrenzenden Straßen.

20. August: Die 78-jährige Julia Pick (Großtante der FDP-Politikerin Hildegard Hamm-Brücher) wird von der Gestapo schwer misshandelt. Der 78-jährigen Frau, die zur NS-Zeit in verschiedenen „Judenhäusern leben musste, drohte die Deportation nach Theresienstadt. Diesem Umstand zuvorkommend, tötete sie sich mit Veronal.

31. Oktober: An der Semperoper wird die Oper „Die Zauberinsel“ von Heinrich Sutermeister basierend auf dem Drama „Der Sturm“ von William Shakespeare uraufgeführt.

Im November wird das „Judenlager Hellerberg“ angelegt. Es dient bis März 1943 als Lager für die bei Zeiss Ikon zwangsarbeitenden Juden Dresdens. Die Lagerinsassen werden Anfang März 1943 in das KZ Auschwitz deportiert. Nachweislich überleben nur zehn der 293 Gefangenen des Lagers den Holocaust. Von Mai 1943 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs wird das Lager unter dem Namen „Lager Kiesgrube“ als Entbindungslager für Kinder von Ostarbeiterinnen weitergenutzt. Über 200 Kleinkinder sterben in dieser Zeit im Lager an Mangelversorgung.

Am 29. November, dem 1. Advent, läutet die einzige noch verbliebene Glocke zum Festgottesdienst in der wiederhergestellten Frauenkirche. Ab 1938 war der gesamte Bau etappenmäßig erneuert worden. Hauptursache war die Überlastung der Pfeilerfundamente. Es wurden Gurtbögen aus Stahlbeton zwischen den acht Pfeilerfundamenten eingesetzt und die Kuppel durch Stahlbetonringanker verstärkt. Zudem wurde eine neue Heizung eingebaut und die Fresken erneuert. „Verwehter Orgelklang zwischen hellenden Hämmern, Klopfen und Bohren. Aus Hobelbänken und aufgestapelten Gestühl steigen die barocken Gestalten des Altarraums empor in wunderbar belebter Plastik mit leuchtenden Akzenten blanken Goldes. Handwerker aller Gattungen legen letzte Hand an im Dom, der wegen dringender Erhaltungsarbeiten jahrelang nicht zugänglich war“, schrieben die Dresdner Neuesten Nachrichten am 26. November, wenige Tage vor Ende der Bauarbeiten.

Am 6. November wird in Dresden der deutsche Kriminalfilm „Dr. Crippen an Bord“ von Erich Engels mit Rudolf Fernau in der Titelrolle uraufgeführt. Der Film behandelt den realen Kriminalfall um den englischen Mörder Dr. Hawley Crippen.

Deutschland, Europa und die Welt

1. Januar: Während der Arcadia-Konferenz in Washington D.C. unterzeichnen 26 Staaten der Anti-Hitler-Koalition die Deklaration der Vereinten Nationen. Sie dient der Formalisierung und Bekräftigung der im Vorjahr beschlossenen Atlantik-Charta und ist ein Schritt auf dem Weg zur Gründung der Vereinten Nationen.

20. Januar: Auf der von Reinhard Heydrich einberufenen Wannseekonferenz in Berlin wird die administrative Durchführung der „Endlösung der Judenfrage“ des Holocausts organisiert. Protokollführer der Konferenz ist Adolf Eichmann.

12. bis 28. Mai: Die Schlacht bei Charkow führt nach sowjetischen Anfangserfolgen zur Einkesselung eines großen Teils der Angriffsverbände durch einen deutschen Gegenangriff. Der Sieg bei Charkow ist eine der letzten siegreichen Kesselschlachten der Wehrmacht.

7. Juni: Die deutsche Wehrmacht beginnt nach tagelangem Bombardement einen zweiten großen Angriff auf die zur sowjetischen Festung erklärte Hafenstadt Sewastopol. Mit der Einnahme der Halbinsel Chersones wird die Eroberung der Krim durch die deutsche Wehrmacht am 4. Juli abgeschlossen.

Juni: Die beiden Geschwister Hans und Sophie Scholl, Alexander Schmorell, Christoph Probst, Willi Graf sowie der Universitätsprofessor Kurt Huber gründen in München die Widerstandsgruppe Weiße Rose, die sich vor allem auf christliche und humanistische Werte beruft.

18. Juli: Der erste Flug des ersten jemals in Serie gebauten Strahltriebwerk-Flugzeugs, der Messerschmitt Me 262, gelingt.

19. August: Die Operation „Jubilee“, ein Landungsversuch britischer und kanadischer Truppen bei der nordfranzösischen Hafenstadt Dieppe, mit dem die von Stalin geforderte Zweite Front der Alliierten gegen die Achsenmächte im Zweiten Weltkrieg aufgebaut werden soll, scheitert. Die Operation wird nach hohen Verlusten der Alliierten am nächsten Tag abgebrochen.

23. August: Ein massiver deutscher Luftangriff im Vorfeld des deutschen Angriffs auf Stalingrad führt zur fast völligen Zerstörung der Stadt und zum Tod von tausenden Zivilisten.

30. Oktober: Die Besatzung des britischen Zerstörers „HMS Petard“ erbeutet bei der Versenkung des deutschen U-Boots U 559 vor der Küste Ägyptens Codebücher der „Enigma-M4-Chiffriermaschine“.

19. November: Beginn der Schlacht von Stalingrad: Mit der Operation „Uranus“ beginnt die Gegenoffensive der Roten Armee.

26. November: Im New Yorker Hollywood Theatre erfolgt die Uraufführung des Films „Casablanca“ von Michael Curtiz, nachdem es schon zuvor Testaufführungen gegeben hat. In den Hauptrollen sind Humphrey Bogart und Ingrid Bergman zu sehen.

2. Dezember: Im Rahmen des Manhattan-Projekts gelingt dem von Robert Oppenheimer geleiteten Team mit dem von Enrico Fermi gebauten Reaktor Chicago Pile die erste kontrollierte Kernspaltungs-Kettenreaktion.

7. Dezember: In Buenos Aires erscheint die Erstausgabe von Stefan Zweigs bekanntestem Werk „Schachnovelle“.

16. Dezember: Mit dem Auschwitz-Erlass ordnet der Reichsführer SS Heinrich Himmler die Deportation der innerhalb des Deutschen Reichs lebenden Sinti und Roma an.

Geboren werden 1942 unter anderem der Physiker Stephen Hawking, der Boxer Muhammad Ali, die Fußballer Eusébio und Dino Zoff, Politiker Wolfgang Schäuble, die Regisseure Margarethe von Trotta, Martin Scorsese und Werner Herzog, die Sänger Aretha Franklin, Barbra Streisand, Daliah Lavi, Chris Doerk, Gunter Gabriel und Frank Zander, die Schriftsteller Donna Leon, John Irving, der Motorradrennfahrer Giacomo Agostini, die Schauspieler Hannelore Elsner, Evelyn Hamann, Harrison Ford, der Kabarettist Jürgen Hart, der Journalist Günter Wallraff, Modedesigner Calvin Klein und die Musiker Jimi Hendrix, Brian Jones und Paul McCartney.

Gestorben sind 1942 unter anderem der Schriftsteller Stefan Zweig, der Sänger Joseph Schmidt und der Jurist und Widerstandskämpfer Arvid Harnack.

Von Monika Löffler

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