Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
125 Jahre DNN Dresden und die Welt im Jahr 1941
Thema Specials DNN-Aktionen 125 Jahre DNN Dresden und die Welt im Jahr 1941
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:08 06.12.2018
Die Dresdner Straßenbahn AG übernimmt im August 1941 die Lockwitztalbahn, die als Überlandstraßenbahn zwischen Kreischa und Niedersedlitz unterwegs ist. Quelle: DVB-Archiv
Dresden

Der Zweite Weltkrieg beherrscht das Leben der Menschen und die Schlagzeilen. In den Wochenschauen dominiert 1941 zwar der Siegestaumel die Szenerie, aber der Alltag der Menschen sieht anders aus. Für sie wird das Leben schwieriger. Während die Männer an der Front sind, müssen die Frauen deren Arbeit übernehmen. Zwar ist die Versorgung der Bevölkerung gewährleistet, aber die Leute müssen den Gürtel enger schnellen. Lebensmittel, Kohle, Treibstoff und andere Versorgungsgüter werden zwangsrationiert und sind oft nur gegenentsprechende Karten zu haben. Das betrifft auch die Mode. Für die einfache Frau muss ausreichen, was Kleiderkarten für den Bezug von Textilien hergeben. Es kommt zu erheblichen Einschnitten im Bahn-, Bus- und Zugverkehr.

Der Luftschutz wird indessen verstärkt. Ab Februar dürfen Häuserfassaden nicht mehr hell gestrichen werden, da sie bei Luftangriffen gut zu sehen sind. Im März tritt die sogenannte „Blaulichtverordnung“ in Kraft, die es den Straßenbahnfahrern schwer macht. Die Scheiben ihrer Kabinen bekommen einen blauen Anstrich, nur in Augenhöhe ist ein schmaler Lichtstreifen zugelassen.

Es mehrt sich der Widerstand gegen das NS-Regime, das widderum gnadenlos gegen Kritiker vorgeht. Widerstandskämpfer, so zum Beispiel die Dresdner Malerin Eva Schulze-Knabe, werden festgenommen und eingesperrt, viele landen in Konzentrationslagern und werden getötet.

Im Juli verliert Dresden zwei prominente Einwohner. Am 9. Juli erleidet Zirkusdirektor Hans-Stosch Sarrasani (jun.) während eines Gastspiels in Berlin einen Herzanfall und stirbt im Alter von nur 44 Jahren. Er wird auf dem Urnenhain Tolkewitz beigesetzt. Sarrasani hatte 1934 nach dem Tod seines Vaters die Geschäfte und die Spielstätte am Carolaplatz übernommen. Am 13. Februar 1945 wird das Sarrasani-Theater durch die Luftangriffe zerstört und nicht wieder aufgebaut.

125 Jahre DNN

Alle Artikel der DNN-Serie finden Sie im Special!

Wenige Tage später, am 17. Juli, stirbt der Direktor des Dresdner Zoos, Gustav Brandes, im Alter von 79 Jahren. Brandes war von 1910 bis 1934 Direktor und legte die Grundlagen für einen modernen Zoo. Er strukturierte ihn von der reinen Tierschau zu einer artgerechten Haltung in naturnaher Umgebung um. 1927 gelang ihm die erste erfolgreiche Aufzucht eines Orang-Utans in einem Zoo.

Am 1. August übernimmt die Dresdner Straßenbahn AG die DRÜVEG, die Dresdner Überland-Verkehrs-Gesellschaft. Diese war Eigentümer der vormals staatlichen Srecken im Dresdner Umland. Die Dresdner Überlandlinien werden nun in die Strukturen und das Netz der Dresdner Straßenbahn AG integriert. Damit gehört nun auch die bislang von der DRÜVEG betriebene Lockwitztalbahn zum Netz der Straßenbahn AG.

1941 tritt die Verordnung zum „Schutz des Elbestromgebietes“ in Kraft. Die Elbufer zwischen Schmilka und Riesa stehen nun unter besonderen Landschaftsschutz. Ausgenommen sind Ortslagen oder Flächen, die extra zur Bebauung zugelassen sind.

Deutschland, Europa und die Welt

11. Februar: Die ersten Verbände des Deutschen Afrikakorps unter dem Befehl des Generalleutnants Erwin Rommel treffen im Rahmen des Unternehmens „Sonnenblume“ zur Unterstützung der italienischen Streitkräfte in Libyen ein und erreichen am 14. Februar Tripolis. Um den alliierten Truppen entgegenzutreten, werden sie nach Sirte verlegt.

19. Februar: Die US-Zeitung „Daily News“ nennt in ihrer Ausgabe erstmals ein geländegängiges Fahrzeug „Jeep“.

27. März: Nach dem Militärputsch in Jugoslawien erlässt Hitler die „Weisung Nr. 25“ zur Zerschlagung des Staates.

6. April: Mit einem Luftangriff auf Belgrad beginnt der deutsche Balkanfeldzug. Deutsche Truppen marschieren in Jugoslawien und Griechenland ein.

19. April: Bertolt Brechts Drama „Mutter Courage und ihre Kinder“ wird am Schauspielhaus Zürich uraufgeführt.

1. Mai: In New Yorker hat Orson Welles’ Film „Citizen Kane“ Premiere.

10. Mai: Hitlers Stellvertreter Rudolf Heß fliegt mit einer Messerschmitt nach Schottland, um bei der britischen Regierung für einen Frieden mit Deutschland zu werben. Heß springt mit dem Fallschirm ab und gerät in britische Kriegsgefangenschaft. Sein Flug wird von der nationalsozialistischen Regierung in der Öffentlichkeit als Verrat gewertet und Heß für geisteskrank erklärt.

12. Mai: Konrad Zuse stellt die Rechenmaschine Z3 vor, den ersten funktionsfähigen Digitalrechner.

13. Mai: Im Kriegsgerichtsbarkeitserlass wird die deutsche Wehrmacht für den bevorstehenden Feldzug gegen die Sowjetunion zu verfahrenslosen Hinrichtungen und kollektiven Gewaltmaßnahmen gegen die Zivilbevölkerung ermächtigt.

14. Juni: Die sowjetische Besatzungsmacht deportiert in der Nacht 15 000 Letten und 40 000 Litauer nach Sibirien.

22. Juni: Mit dem Unternehmens „Barbarossa“, dem Angriff der Wehrmacht auf die Sowjetunion, beginnt der Deutsch-Sowjetische Krieg. Er ist als Vernichtungskrieg zur Zerstörung des „jüdischen Bolschewismus“ angelegt. Die ersten Schlachten – zum Beispiel die bei Białystok, Minsk, Smolensk, Odessa und Kiew – enden zunächst mit Siegen der deutschen Wehrmacht.

Unter dem Eindruck des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion treffen sich vom 9. bis 12. August die Regierungschefs der USA, Franklin D. Roosevelt, und Großbritanniens, Winston S. Churchill, unter höchster Geheimhaltung auf dem britischen Schlachtschiff „Prince of Wales“. Hier vereinbaren sie die Atlantik-Charta, die am 14. August veröffentlicht wird und in der sie die gemeinsamen Grundsätze ihrer internationalen Politik formulieren.

24. August: Nach kirchlichen Protesten erfolgt die Einstellung der als „Euthanasie“ bezeichneten „Aktion T4“. Die sogenannte „wilde Euthanasie“ wird jedoch später in der „Aktion Brandt“ fortgesetzt. Dem Mord an den Kranken und Behinderten fallen mehrere hunderttausend Menschen zum Opfer.

25. August: Sowjetische und britische Truppen marschieren ohne Kriegserklärung in den neutralen Iran ein. Ziel der Invasion ist die Sicherung der iranischen Ölfelder und die Einrichtung einer Nachschublinie von militärische Ausrüstung in die Sowjetunion. Die Besetzung des Irans dauert bis zum Ende des zweiten Weltkriegs an.

27. August: Die SS und ein Polizeibataillon erschießen beim Massaker von Kamenez-Podolsk 23 600 Juden. Erstmals werden unterschiedslos alle Juden einer Region, ohne Rücksicht auf Alter oder Geschlecht, getötet. Es folgen weitere Massaker. So werden zum Beispiel im September 33 000 Kiewer Juden exekutiert.

1. September: Die nationalsozialistische Führung erlässt eine Polizeiverordnung, die das Tragen des „Judensterns“ für alle Juden im Deutschen Reich verbindlich macht. Der gelbe Stern muss „deutlich sichtbar“ und „fest an der linken Brustseite des Kleidungsstücks angenäht“ sein. Auch zu Hause müssen sie den „Judenstern“ tragen, für den Fall, wenn sie jemandem die Tür öffnen. Zuwiderhandlungen können eine Einweisung in ein Konzentrationslager nach sich ziehen.

8. September: Die Leningrader Blockade beginnt. In deren Folge werden bis 1944 über eine Million Menschen in der Stadt an der Newa verhungern.

11. September: Die Grundsteinlegung zum Pentagon in Washington findet statt.

2. Oktober: Die Schlacht um Moskau beginnt.

31. Oktober: In Berlin hat „Frauen sind doch bessere Diplomaten“, der erste deutsche Spielfilm in Farbe, Premiere.

31. Oktober: Nach 14-jährigen Bauarbeiten wird das „Mount Rushmore National Memorial“ im US-Bundesstaat South Dakota für vollendet erklärt.

 7. Dezember: Die Kaiserlich Japanischen Marineluftstreitkräfte fliegen den Angriff auf Pearl Harbor. Dieser ohne Kriegserklärung erfolgte Angriff auf die in Pearl Harbor auf Hawaii vor Anker liegende US-Pazifikflotte führt am folgenden Tag zum Eintritt der Vereinigten Staaten in den Zweiten Weltkrieg und dem damit verbundenen Pazifikkrieg.

25. Dezember: In den USA stellt Bing Crosby in einer Radiosendung erstmals das von Irving Berlin stammende Lied „White Christmas“ vor.

1941 malt Pablo Picasso das Gemälde „Dora Maar au Chat“. Am 4. Mai 2006 wird es für 95 Millionen Dollar bei Sotheby’s New York versteigert. Glenn Miller stürmt mit „Chattanooga Choo Choo“ die Charts, während Johannes Heesters meint, „Man müsste Klavier spielen können“ und Hans Moser gern eine „Reblaus“ wäre.

Geboren werden 1941 unter anderem die Politikerin Regine Hildebrandt und Henning Voscherau, der Grafiker Manfred Bofinger, die Folk-Sängerin Joan Baez, der Tenor Plácido Domingo, die Schauspieler Faye Dunaway, Julie Christie, Angelica Domröse, Senta Berger, Dieter Mann, Bruno Ganz, Franco Nero und Ryan O’Neal, Astronaut Ulf Merbold, Komponist und Produzent Frank Farian, Fußballer Peter Ducke, Regisseur Wolfgang Petersen, Modedesignerin Vivienne Westwood, die Musiker Esther Ofarim, Eric Burdon, Bob Dylan, Neil Diamond, Paul Simon und Art Garfunkel und Stones-Schlagzeuger Charlie Watts

Gestorben sind 1941 unter anderem die Schriftsteller Virginia Woolf und James Joyce, Wilhelm II., Deutscher Kaiser und König von Preußen, der Archäologe Arthur Evans, und der Dichter und der Philosoph Rabindranath Tagore.

Von Monika Löffler

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

1893 – und zwar am 8. September – erschien in Dresden zum ersten Mal die Tageszeitung „Neueste Nachrichten“. Nur wenig später wurde sie in „Dresdner Neueste Nachrichten“ umbenannt. Das Jubiläum nehmen wir zum Anlass zurückzuschauen in die Geschichte Dresdens, Deutschlands und der Welt. Heute das Jahr 1940.

06.12.2018

1893 – und zwar am 8. September – erschien in Dresden zum ersten Mal die Tageszeitung „Neueste Nachrichten“. Nur wenig später wurde sie in „Dresdner Neueste Nachrichten“ umbenannt. Das Jubiläum nehmen wir zum Anlass zurückzuschauen in die Geschichte Dresdens, Deutschlands und der Welt. Heute das Jahr 1939.

15.06.2018

1893 – und zwar am 8. September – erschien in Dresden zum ersten Mal die Tageszeitung „Neueste Nachrichten“. Nur wenig später wurde sie in „Dresdner Neueste Nachrichten“ umbenannt. Das Jubiläum nehmen wir zum Anlass zurückzuschauen in die Geschichte Dresdens, Deutschlands und der Welt. Heute das Jahr 1938.

10.06.2018