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125 Jahre DNN Dresden und die Welt im Jahr 1940
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14:08 18.06.2018
Pokalendspiel DSC gegen den 1. FC Nürnberg im Olympiastadion: Zweikampf zwischen Herbert Pohl (DSC, r.) und dem Nürnberger Hans Uebelein. Quelle: Foto: Archiv/Genschmar
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Dresden

Der Zweite Weltkrieg dominiert den deutschen Alltag. Auf der einen Seite lässt sich die Bevölkerung von Hitlers Eroberungsplänen mitreißen, auf der anderen Seite sorgt die Kriegswirtschaft für einschneidende Probleme im alltäglichen Leben. Wegen der Einberufungen kommt es zu einem erheblichen Arbeitskräftemangel – Engpässen im Personenverkehr und anderen wirtschaftlichen Zweigen – verstärkt werden Frauen als Arbeitskräfte eingesetzt. Lebensmittel werden rationiert, Sperrstunden für Strom und Gas gehören zum Alltag, auch die Auflagen der Zeitungen werden beschränkt.

Die Verfolgung der Juden weitete sich auch in der Gauhauptstadt Dresden weiter aus. Viele Dresdner Juden werden verhaftet, eingesperrt, in Konzentrationslager gebracht und getötet. Durch die „Verordnung über die reinliche Scheidung zwischen Juden und Ariern in Dresden“ von 1940 werden Juden, die noch eigene Wohnungen innehaben, gezwungen, bis zum 31. März 1940 auszuziehen und sich Platz in den „Judenhäusern“ zu suchen – „um Störungen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung zu vermeiden“.

In Dresden wurde bereits in den Vorkriegsjahren der Kasernenkomplex in der Albertstadt ausgebaut. Auch in Mickten, Johannstadt und in Strehlen werden Kasernen eingerichtet. Im weiteren Kriegsverlauf wird die Garnisonsstadt Dresden zu einer Lazarett- und Versorgungsstadt, in der auch Ballhäuser, Gaststätten und die Elbdampfer der Weißen Flotte zu Lazaretten und Lagern umfunktioniert werden. Der Mitte der 1930er Jahre gebaute Flughafen in Klotzsche wird ab 1940 ausschließlich militärisch genutzt. Nach den ersten Angriffen englischer Flieger verschärfen sich die Luftschutzvorschriften. In Treppenhäusern und Wohnungen sollen Wasser und Sand zum Löschen bereitstehen. Die Dresdner müssen sich an ein dunkleres Leben gewöhnen, Lichtquellen und Reklameschilder müssen nach Geschäftsschluss ausgeschaltet werden – bei Fliegeralarm alle Lichter.

Im Februar wird der Hamburger Senator Hans Nieland auf Vorschlag des Reichsstatthalters Martin Mutschmann durch den Reichsminister des Innern Wilhelm Frick zum Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Dresden berufen. Nieland tritt sein Amt Anfang März an. Er war im Januar 1926 in die NSDAP eingetreten und hatte in Hamburg bei der Polizei und Verwaltung gearbeitet, bis er dort zum Senator und Stadtkämmerer ernannt wurde und danach nach Dresden wechselt.

125 Jahre DNN

Alle Artikel der DNN-Serie finden Sie im Special!

Am 22. Februar stirbt Oskar Seyffert, Maler, Volkskundler und Museumsleiter. Er hatte 1913 im Jägerhof das „Museum für Sächsische Volkskunst“ eröffnet, das zwischen 1927 und 1949 seinen Namen trägt. In seiner Eigenschaft als Volkskundler bereiste er die sächsischen Dörfer und Städte und sammelte die „alltägliche Kunst des kleinen Mannes“ – Töpfereien, Möbel, Trachten, Holspielzeug und Weihnachtsschmuck. „Mein Museum ist wie eine Sammlung von Volksliedern. Hören Sie, es singt und klingt“, soll er einmal gesagt haben.

Am 13. April hat an der Semperoper die Oper „Romeo und Julia“ von Heinrich Sutermeister ihre Uraufführung.

Am 28. Juni 1940 nimmt die Vernichtungsanstalt Pirna-Sonnenstein ihren Betrieb auf. An diesem Tag werden zehn Patienten aus der Heil- und Pflegeanstalt Waldheim vergast. In der Tötungsanstalt in der ehemaligen Festung Schloss Sonnenstein werden in den Jahren 1940 und 1941 durch Nationalsozialisten mindestens 14 751 Menschen umgebracht. Dabei handelt es sich vorwiegend um psychisch Kranke und geistig Behinderte, aber auch um Häftlinge aus Konzentrationslagern. Dies geschieht unter dem Namen „Euthanasie“ im Rahmen der reichsweit zentral koordinierten und weitgehend geheim gehaltenen „Aktion T4“ zur „Vernichtung lebensunwerten Lebens“.

Am 1. Dezember gewinnt der DSC im Berliner Olympiastadion das Pokalendspiel (Tschammerpokal) gegen den Titelverteidiger 1. FC Nürnberg nach Verlängerung mit 2:1. Die Tore für die Dresdner schießen Fritz Machate in der 20. Minute und Heinz Schaffer in der 94. Minute.

Deutschland, Europa und die Welt

18. März: Adolf Hitler und Benito Mussolini treffen sich am Brennerpass in den Alpen und vereinbaren die Allianz gegen Frankreich und Großbritannien.

27. März: In Los Angeles wird Alfred Hitchcocks erster Hollywood-Film „Rebecca“mit Laurence Olivier und Joan Fontaine in den Hauptrollen uraufgeführt. Er wird als einziger Hitchcock-Film mit einem Oscar als bester Film geehrt.

10. Mai: Mit dem Beginn des deutschen Westfeldzugs endet der sogenannte „Sitzkrieg“: Die deutsche Wehrmacht besetzt die neutralen Länder Niederlande, Belgien und Luxemburg, um die Maginot-Linie zu umgehen. Die Regierungen der drei Länder fliehen nach Großbritannien.

10. Mai: Die Regierung Chamberlain tritt zurück, ein Kriegskoalitionskabinett unter Winston Churchill übernimmt die Führung Großbritanniens. Am gleichen Tag beginnt die Royal Air Force mit dem Luftangriff auf deutsche Städte.

12. Mai: Die deutsche Wehrmacht überschreitet die französische Grenze.

13. bis 15. Mai: In der Schlacht von Sedan gelingt deutschen Panzertruppen der Durchbruch in die strategische Tiefe der alliierten Einheiten. Der Westfeldzug entwickelt sich damit für alle Beteiligten überraschend zum Blitzkrieg. Am 20. Mai stehen deutsche Panzer bei Abbeville am Ärmelkanal.

14. Mai: Die Bombardierung von Rotterdam kostet 814 Menschen das Leben, zerstört die komplette Altstadt und führt unmittelbar zur Kapitulation der Niederlande am nächsten Tag.

15. Mai: Der Chemiekonzern DuPont beginnt mit dem Verkauf von fünf Millionen Paar Nylonstrümpfen in ausgewählten Geschäften in US-amerikanischen Metropolen.

15. Mai: Das erste McDonald’s-Restaurant wird von den Brüdern Richard und Maurice McDonald im kalifornischen San Bernardino an der Route 66 eröffnet.

10. Juni: Italien erklärt Frankreich und Großbritannien den Krieg.

12. Juni: Nachdem deutsche Truppen die Maginot-Linie durchbrochen haben, räumen die französischen Einheiten Lothringen.

14. Juni: Deutsche Truppen besetzen Paris.

22. Juni: In einem Eisenbahnwagon in Compiègne (am gleichen Ort und im gleichen Eisenbahnwagon wie 1918) wird der Waffenstillstand zwischen Frankreich und Deutschland unterzeichnet. Die De-facto-Kapitulation bringt unter anderem die Teilung Frankreichs in einen unter deutscher Militärverwaltung stehenden Nord- und Westteil sowie einen unbesetzten Südteil mit Vichy als Sitz der französischen Regierung.

28. Juni: Die Rote Armee besetzt Bessarabien, die nördliche Bukowina und das Herza-Gebiet in Rumänien.

10. Juli: Die Luftschlacht um England setzt mit Angriffen der deutschen Luftwaffe auf Konvois im Ärmelkanal und küstennahe britische Marineeinrichtungen ein.

27. Juli: In den Vereinigten Staaten hat der animierte Kurzfilm „A Wild Hare“ (Die Hasenfalle) Premiere. Es ist der erste Trickfilmauftritt von Bugs Bunny.

13. August: Die deutsche Luftwaffe beginnt in der Luftschlacht um England mit einer Serie von Großangriffen auf Einrichtungen der britischen Royal Air Force.

20. August: Stalins Agent Ramón Mercader verübt in Mexiko-Stadt ein Attentat auf den russischen Revolutionsführer Leo Trotzki. Dieser erliegt am folgenden Tag seiner Verletzung.

5. September: Bei den Filmfestspielen von Venedig wird der deutsche Propagandafilm „Jud Süß“ von Veit Harlan uraufgeführt. Hauptdarsteller Ferdinand Marian hat die Titelrolle auf Befehl Joseph Goebbels angenommen, nachdem mehrere andere Schauspieler abgelehnt haben.

7. September: In der Luftschlacht um England beginnt der „London Blitz“, eine 57 Tage dauernde Bombardierung Londons durch die Luftwaffe.

12. September: Im französischen Departement Dordogne wird die Höhle von Lascaux mit deren jungsteinzeitlichen Höhlenmalereien entdeckt.

16. September: In den Vereinigten Staaten wird die Wehrpflicht eingeführt.

27. September: Japan schließt mit dem Deutschen Reich und Italien den Dreimächtepakt.

15. Oktober: Charlie Chaplins berühmte Filmsatire auf Adolf Hitler „Der große Diktator“ startet mit der Uraufführung in New York. Es gibt viel Beifall aber auch Kritik, da Hitler zu dieser Zeit noch etliche Sympathisanten in den USA hat. Chaplin wird daraufhin als Jude beschimpft, obwohl er kein Jude ist. Später muss er dann mit dem Ruf, er wäre Kommunist, Amerika verlassen.

5. November: Bei der Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten unterliegt der Republikaner Wendell Willkie dem demokratischen Amtsinhaber Franklin D. Roosevelt. Dieser wird damit als einziger US-Präsident für eine dritte Amtszeit gewählt.

14. November: Der erste Luftangriff auf Coventry durch die Luftflotte 3 und die Pfadfindereinheiten der Kampfgruppe 100 ist der bisher schwerste Luftangriff des Krieges.

1940 stürmen Glenn Miller mit seinem Hit „In the Mood“ und Bing Crosby mit „Only Forever“ die Charts. In Deutschland hat Rudi Schuricke mit „Für eine Nacht voller Seligkeit“ Erfolg. Ein deutscher Schauspieler feiert in Großbritannien einen Riesenerfolg. Conrad Veidt, der mittlerweile britischer Staatsbürger ist, spielt den bösen Großwesir Jaffar in „Der Dieb von Bagdad“. Durch seine aufwendigen Spezialeffekte wird der Streifen zum Meilenstein des Abenteuer- und Fantasyfilms.

Geboren werden 1940 unter anderem Königin Margrethe II. von Dänemark, die Politiker Joachim Gauck, Lothar de Maizière und Erich Iltgen, Fußballidol Pelé, die Sänger Tom Jones, Cliff Richard und Frank Zappa, Rennfahrer Mario Andretti, Modeschöpfer Rudolph Moshammer, die Schauspieler Elke Sommer, Al Pacino, Peter Fonda, Chuck Norris, Gojko Mitic, Raimund Harmstorf und Bruce Lee, die Leichtathletin Wilma Rudolph und die Beatles John Lennon und Ringo Starr.

Gestorben sind 1940 unter anderem die Schriftstellerin Selma Lagerlöf, der Chemiker und Industrielle Carl Bosch, der Maler Paul Klee und der Komponist Walter Kollo.

Von Monika Löffler

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