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125 Jahre DNN Dresden und die Welt im Jahr 1939
Thema Specials DNN-Aktionen 125 Jahre DNN Dresden und die Welt im Jahr 1939
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13:04 15.06.2018
Georg Wrba, der Schöpfer des „Bacchus auf Esel reitend“ vor dem Ratskeller stirbt im Alter von 57 Jahren in Dresden. Quelle: Foto: Marian Günther/Archiv
Dresden

Am 9. Januar stirbt in Dresden Georg Wrba, einer der bedeutendsten Bildhauer des 20. Jahrhunderts. Wrba kam 1907 nach Dresden, wo er an der Kunstakademie lehrte. Im September 1910 initiierte er die Gründung der Künstlervereinigung Dresden. Wrba war als Mitarbeiter der Zwingerbauhütte an der Restaurierung des Zwingers beteiligt und schuf in Dresden bauverbundene Kunstwerke, Brunnen und Plastiken. Zu seinen Werken gehören unter anderem der Hietzigbrunnen zwischen Rathaus und Kreuzkirche, die zwei bronzenen Löwen am Eingang zum Rathaus und die Skulptur „Bacchus auf Esel reitend“ am Eingang zum Ratskeller, den Schweinetreiberbrunnen an der Schlachthofstraße, den Europabrunnen auf dem Königsheimplatz sowie zahlreiche Bildnisse und Plastiken von Dresdner Künstlern.

Am 1. März wird nach dem Blasewitzer Busbahnhof ein zweiter in Naußlitz eröffnet. Bereits 1902 war dort ein Straßenbahnhof errichtet worden.

125 Jahre DNN

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In der Kunsthalle am Stübelplatz wird die vierwöchige Ausstellung „Der ewige Jude“ eröffnet. Die als Wanderausstellung konzipierte propagandistische Schau der Nationalsozialisten, die der antisemitischen Rassismusideologie dient, den Hass gegen alles Jüdische stärken und die Bevölkerung aufhetzen soll, wird seit November 1937 in verschiedenen deutschen Städten gezeigt.

Am 31. März wird die Tanzschule von Gret Palucca als „artfremd“ geschlossen. Bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin nahm Palucca noch an der Seite von Leni Riefenstahl am Eröffnungsabend mit eigenen Beiträgen teil. Bis 1939 hat die Tänzerin viele Auftritte und kann ungehindert arbeiten, dann erhält sie von den Nationalsozialisten Tanzverbot für offizielle Veranstaltungen und muss die Leitung ihrer Schule abgeben. Auf privaten Veranstaltungen tanzt sie weiter, was ihr später auch verboten worden sein soll.

Vom 21. Juni bis 10. September findet auf dem Dresdner Ausstellungsgelände die „Deutsche Kolonialausstellung“ statt. Von den insgesamt 77 beteiligten Firmen und Unternehmen, die ihre Produkte präsentieren und bewerben, stammen 32 aus Sachsen. Das Dresdner Tier- und Völkerkundemuseum zeigt die „biologisch-ethnographische“ Sonderausstellung „Die Jagd in den Kolonien“, das Sächsische Armeemuseum in Dresden beteiligt sich durch die Leihgabe kolonialer Uniformen und Waffen. Auch sächsische Hochschulen sind an der Vorbereitung beziehungsweise thematischen Aufbereitung der Ausstellung beteiligt – etwa das Reichs-Institut für ausländische und koloniale Forstwirtschaft Tharandt, das Geologische Institut der Bergakademie Freiberg oder die Institute für Kolonialgeographie und für Rassen- und Völkerkunde der Universität Leipzig.

Die Kamera-Werkstätten „Charles A. Noble“ aus Dresden-Niedersedlitz bringen die „Praktiflex“, eine historisch bedeutende Kleinbildspiegelreflexkamera auf den Markt. Entwickelt haben die Kamera die Konstrukteure Alois Hoheisel und Benno Thorsch. Sie ist die weltweit dritte in Serie produzierte einäugige Kleinbildspiegelreflexkamera. Die „Praktiflex“ besitzt als erste einen Rückschwingspiegel und ein Schraubgewinde für Wechselobjektive.

Deutschland, Europa und die Welt

1. Januar: In einer Garage im kalifornischen Palo Alto gründen William Hewlett und David Packard „Hewlett-Packard“, eine Firma die sich mit der Herstellung wissenschaftlicher Instrumente beschäftigt. Diese Garage gilt heute als Geburtsort des Silicon Valley.

31. Januar: In einer Rede im Reichstag kündigt Adolf Hitler im Falle eines neuen Weltkrieges die „Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa“ an.

9. Februar: Der Rennfahrer Rudolf Caracciola stellt zwischen Dessau und Bitterfeld mit 398,234 km/h einen Geschwindigkeitsrekord für 3000-Kubikzentimeter-Wagen auf

15. März: Mit dem Einmarsch deutscher Truppen in die Tschecho-Slowakische Republik erfolgt die Zerschlagung der Tschechoslowakei. Einen Tag später unterzeichnet Hitler in Prag den Erlass über die Errichtung des Protektorats Böhmen und Mähren.

20. März: Im Hof der Hauptfeuerwache in Berlin-Kreuzberg werden tausende von den Nationalsozialisten als Entartete Kunst verfemte Kunstwerke aus öffentlichen Sammlungen verbrannt.

1. April: Francisco Franco verkündet in Burgos das Ende des Spanischen Bürgerkriegs.

30. April: In Deutschland tritt das „Gesetz über Mietverhältnisse mit Juden“ in Kraft. Es hebt den Mieterschutz für Juden auf und leitet den Ghettoisierungsprozess ein. Deutsche Juden müssen ihre Wohnungen verlassen und werden in „Judenhäusern“ konzentriert.

14. Mai: Die Peruanerin Lina Medina wird in einem Krankenhaus in Lima durch Kaiserschnitt von ihrem Sohn Gerardo entbunden. Die Mutter ist fünf Jahre, sieben Monate und 21 Tage alt und damit die jüngste Mutter in der Medizingeschichte. Gerardo starb mit 40 Jahren, seine Mutter lebt noch heute.

24. Juni: Der Landesname von Siam wird in Thailand geändert.

Im August wird die „Einheitskarte“,eingeführt, die Nahrungsmittel rationierte. Ende 1939 wird die Karte differenziert: es gibt Fettkarten und die Kategorien des Schwer- und Schwerstarbeiters, eine Nacht- und Langarbeiterkarte sowie Lebensmittelkarten für Kinder und Jugendliche.

24. August: Deutschland und die Sowjetunion schließen einen Nichtangriffspakt mit geheimem Zusatzprotokoll zur Teilung Polens.

31. August: SS-Männer unter der Führung von Alfred Naujocks fingieren einen polnischen Überfall auf den „Sender Gleiwitz“ und liefern damit den Vorwand für den Kriegsangriff auf Polen am folgenden Morgen.

1. September: Mit dem Gefecht um das polnische Postamt in Danzig und dem Angriff auf die Westerplatte beginnt der Polenfeldzug und damit auch der Zweite Weltkrieg. Großbritannien und Frankreich fordern Hitler auf, sich aus Polen sofort zurückzuziehen.

1. September: Mit der Verordnung über außerordentliche Rundfunkmaßnahmen wird im nationalsozialistischen Großdeutschen Reich das Hören ausländischer Radiosendungen („Feindsender“) strafbar. Für das Verbreiten abgehörter Nachrichten wird in besonderen Fällen der Tod angedroht.

3. September: Frankreich und Großbritannien und auch die Regierungen von Australien und Neuseeland erklären dem Deutschen Reich den Krieg. Der britische Passagierdampfer Athenia wird von einem deutschen U-Boot ohne Vorwarnung versenkt.

18. September: Nach 18 Tagen flieht die polnische Regierung, Polen gilt als erobert. Letzte versprengte Truppen kapitulieren am 6. Oktober nach der Schlacht bei Kock.

17. September: Die sowjetische Besetzung Ostpolens beginnt.

28. September: Die Schlacht um Warschau endet nach vier Wochen mit der Besetzung der Stadt.

8. November: Georg Elser verübt im Münchner Bürgerbräukeller ein Bombenattentat auf Hitler, das missglückt.

30. November: Der dreimonatige Winterkrieg zwischen der Sowjetunion und Finnland beginnt.

14. Dezember: Der „Jahrhundertfilm“ „Vom Winde verweht“ mit Vivien Leigh und Clark Gable in den Hauptrollen feiert eine umjubelte Premiere. Der bis zu diesem Zeitpunkt teuerste Film ist bis heute das kommerziell erfolgreichste Werk der Filmgeschichte.

22. Dezember: Auf dem Bahnhof in Genthin fordert die Kollision zweier D-Züge 196 Menschenleben. Am selben Abend stoßen auf der Bodenseegürtelbahn von Lindau nach Radolfzell zwei weitere Züge zusammen, ein Unfall bei dem 100 Menschen getötet werden.

1939 singt Lale Andersen „Lili Marleen“ und Billie Holiday im New Yorker Jazzclub „Café Society“ erstmals den Song „Strange Fruit“, erscheint John Steinbecks Roman „Früchte des Zorns“ und kommt der Musikfilm „Das zauberhafte Land“ („Der Zauberer von Oz“) mit Judy Garland in die amerikanischen Kinos. Ihr Lied „Over the Rainbow“ wird zum Evergreen. Im Jahr 2007 wird der Film in die Liste des Weltdokumentenerbes der UNESCO aufgenommen.

Geboren werden 1939 die Filmregisseure Volker Schlöndorff, Francis Ford Coppola, Politiker Theodor Waigel, Björn Engholm, die Sänger Tina Turner, Milva, Dusty Springfield, Amanda Lear, Dagmar Koller, Scott McKenzie, Danyel Gérard, Peter Kraus und Karel Gott, der Fußballspieler- und -trainer Giovanni Trapattoni, der Maler und Bildhauer A. R. Penck, die Schauspieler Helga Piur, Terence Hill, Dieter Prochnow, Paul Hogan, John Cleese, Rennfahrer Jackie Stewart und Modedesigner Ralph Lauren,

Gestorben sind 1939 unter anderem Papst Pius XI., der Archäologe Howard Carter, der Maler und Graphiker Alfons Maria Mucha, der Neurologe und Psychoanalytiker Sigmund Freud und der Wegbereiter der Filmkunst in Deutschland Max Skladanowsky.

Von Monika Löffler

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