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125 Jahre DNN Dresden und die Welt im Jahr 1935
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13:53 30.05.2018
Im Juli wird auf dem neuen Dresdner Flughafen in Klotzsche der Flugbetrieb aufgenommen. Quelle: Foto: Archiv/Flughafen
Dresden

 31. Januar: Die Widerstandskämpferin und Kommunistin Lene Glatzer wird festgenommen als sie illegales Material nach Halle bringen will und von der Gestapo ermordet.

Am 11. Mai wird im Japanischen Palais das Buchmuseum der Sächsischen Landesbibliothek eröffnet. Der Bibliothekar Erhart Kästner hatte an dessen Einrichtung seit mehreren Jahren gearbeitet und das Museum in Teilen als Ort für Dauer- und thematische Wechselausstellungen konzipiert. Durch die Luftangriffe auf Dresden brannte 1945 das Japanische Palais und mit ihm das Buchmuseum vollkommen aus. Viele der Objekte wurden damals beschädigt oder vernichtet. Heute befindet sich das Buchmuseum in den Räumen der Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek (SLUB) am Zelleschen Weg.

125 Jahre DNN

Alle Artikel der DNN-Serie finden Sie im Special!

Am 29. Mai wird die 1. Deutsche Volksschau für Feuerschutz und Rettungswesen „Der rote Hahn“ offiziell eröffnet. Bis September werden am Stübelplatz Ausstellungsstücke zum vorbeugenden und abwehrenden Feuerschutz gezeigt. Andere Abteilungen widmen sich dem Feuermelde- und Nachrichtenwesen, der Wasserversorgung sowie dem Rettungsdienst, dem Luftschutz und dem Versicherungswesen. Ein weiteres Thema ist die historische Entwicklung des Feuerwehrwesens mit einer Ausstellung von Gemälden, Stichen und Fotografien über Brandkatastrophen aus aller Welt. In einem Preisausschreiben war zuvor deutschlandweit nach einem Namen für die Ausstellung gesucht worden – am Ende wurde „Der rote Hahn“ ausgewählt.

Am 24. Juni wird an der Dresdner Staatsoper Richard Strauss’ „Die schweigsame Frau“, dirigiert von Karl Böhm, uraufgeführt. Mitwirkende sind unter anderem Maria Cebotari und Erna Sack. Das Libretto stammt von Stefan Zweig nach Ben Jonsons Komödie „Epicoene or The Silent Woman.“ Die Aufführung wird ein Erfolg beim Publikum sorgt jedoch für einen politischen Eklat. Der weltweit anerkannte Komponist Strauss kann zwar eine Aufführung der Oper trotz ihres jüdischen (inzwischen emigrierten) Textdichters durchsetzen. Als Strauss jedoch darauf besteht, dass Zweigs Name auf den Plakaten abgedruckt wird, boykottieren Hitler und weitere Nazi-Größen die Aufführung, der Komponist fällt in Ungnade und muss aus „gesundheitlichen Gründen“ vom Vorsitz der Reichsmusikkammer zurücktreten. „Die schweigsame Frau“ verschwindet nach wenigen Wiederholungen vom Spielplan der Dresdner Oper und wird in ganz Deutschland nicht aufgeführt.

Am 11. Juli startet das erste Verkehrsflugzeuge auf dem neuen Dresdner Flughafen in Klotzsche. Der Dresdner Zivilflughafen befand sich von 1913 bis 1926 in Kaditz und dann auf dem Heller. Er genügte allerdings den Ansprüchen des wachsenden Luftverkehrs nicht mehr und war auch nicht ausbaufähig.

So wird ein neuer Flughafen mit einem zivilen Bereich und einem militärischen Bereich am nördlichen Ende mit der Luftkriegsschule Klotzsche gebaut. Architektonisches Wahrzeichen der neuen Anlage ist das moderne Abfertigungs- und Verwaltungsgebäude des Architekten Kurt Otto. Der Gebäudekomplex gilt als eines der herausragenden Gebäude der damaligen Zeit.

Im Rahmen der Bauarbeiten für den Flughafen musste auch die Wasserversorgung in Klotzsche neu konzipiert werden. Der Hochbehälter auf der Rähnitzer Höhe wurde abgerissen und ein Neubau am Rande des Dorfkerns errichtet. Der neue „Wasserturm“ mit seinem 10 000 Hektoliter fassenden Hochbehälter wird am 20. Juli in Betrieb genommen und gilt seitdem als Wahrzeichen von Klotzsche. 2004 werden alle technischen Anlagen entfernt und stattdessen Wohnungen eingebaut.

Deutschland, Europa und die Welt

7. Januar: Frankreich und Italien unterzeichnen ein Abkommen, mit dem sie unter anderem ihre Kolonialinteressen in Nordafrika abstimmen, was den Weg zur italienischen Besetzung Äthiopiens und zur Gründung von Italienisch-Ostafrika ebnet. Im Gegenzug verzichtet Italien auf Ansprüche in Französisch-Nordafrika.

13. Januar: Bei der im Friedensvertrag von Versailles vorgesehenen und vom Völkerbund durchgeführten Volksabstimmung im Saargebiet sind 90,8 Prozent für die Rückgliederung an das Deutsche Reich. Das Saargebiet gehört ab dem 1. März wieder uneingeschränkt zu Deutschland, was von der NS-Propaganda unter dem Slogan „Heim ins Reich“ ausgeschlachtet wird.

24. Januar: In den Vereinigten Staaten kommt nach einer vorausgegangenen Testphase das erste Dosenbier in den Handel.

1. Februar: Die Hagia Sophia in Istanbul, erst Hauptkirche des Byzantinischen Reiches und dann ab 1453 Moschee, wird als Museum eröffnet.

21. Februar: Der französische Parfümeur Armand Petitjean gründet in Paris das Unternehmen Lancôme, das rasch für seine Parfüms bekannt wird.

28. Februar: Dem Chemiker Wallace Hume Carothers gelingt im Auftrag der DuPont-Werke die Entwicklung von Nylon.

22. Februar: Die Comedian Harmonists werden von der NS-Regierung verboten.

16. März: Mit dem „Gesetz für den Aufbau der Wehrmacht“ wird die Allgemeine Wehrpflicht in Deutschland wieder eingeführt und eine Aufrüstung der deutschen Streitkräfte auf 550 000 Mann beschlossen.

22. März: Der Fernsehsender Paul Nipkow beginnt vom Berliner Funkturm aus mit der Ausstrahlung des ersten regelmäßigen Fernsehprogramms der Welt. Gesendet wird an drei Wochentagen. Am 9. April wird im Reichspostmuseum Berlin die erste Fernsehstube für die Öffentlichkeit eingerichtet.

27. April: Belgiens König Leopold III. eröffnet die Weltausstellung 1935 in Brüssel. Ein Schwerpunkt der Schau liegt in der Nutzung von künstlichem Licht: So wird Neonlicht auf vielfältige Art gestalterisch eingesetzt. Als Neuerungen im Verkehrswesen werden Bedarfsampeln für Fußgänger vorgestellt.

25. Mai: Der Leichtathlet Jesse Owens stellt in Ann Arbor in Michigan innerhalb von 45 Minuten fünf neue Weltrekorde im Lauf, Weitsprung und Hürdenlauf auf.

26. Juni: Mit dem Gesetz für den Reichsarbeitsdienst wird für Männer und Frauen zwischen 18 und 25 die halbjährige Reichsarbeitsdienstpflicht eingeführt.

1. September: Der verschärfte Paragraf 175, der sexuelle Handlungen zwischen Personen männlichen Geschlechts unter Strafe stellt, tritt in Kraft.

15. September: Mit der Verabschiedung der Nürnberger Rassengesetze – bestehend aus dem „Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre“ und dem „Reichsbürgergesetz“ – geben die Nationalsozialisten ihrer antisemitischen Ideologie eine juristische Grundlage.

15. September: Die Hakenkreuzflagge wird mit dem Reichsflaggengesetz als einzig gültige Nationalflagge für das Deutsche Reich bestimmt.

11. Oktober: Das Ausstrahlen von Jazz-Musik wird allen deutschen Rundfunksendern von Reichssendeleiter Eugen Hadamovsky verboten.

19. Oktober: In Bad Dürkheim wird die Deutsche Weinstraße feierlich eröffnet. Sie soll sowohl heimischen Rebensaft stärker ins Bewusstsein rücken als auch den Tourismus fördern.

1935 wird der erste transparente Klebefilm entwickelt, erstmals ein Lügendetektor getestet, im September auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin das erste Tonbandgerät, das Magnetophon K 1 vorgestellt und in den USA die Selbsthilfegruppe „Anonyme Alkoholiker“ gegründet.

Geboren werden 1935 unter anderem der King of Rock’n’Roll Elvis Presley, der Architekt und Designer Norman Foster, der Politiker Norbert Blüm, Verhüllungskünstler Christo, die Sänger Luciano Pavarotti und Peter Schreier, Fußballspieler und -trainer Udo Lattek, der Regisseur und Schauspieler Woody Allen, die Schriftsteller Françoise Sagan und Renate Holland-Moritz, die Schauspieler Mylène Demongeot, Donald Sutherland und Alain Delon sowie Komiker Dieter Hallervorden.

Gestorben sind 1935 unter anderem der Maler Max Liebermann, der Flugzeugkonstrukteur Hugo Junkers, die Schriftsteller Kurt Tucholsky und Henri Barbusse, der Komponist Alban Berg und der britischer Geheimagent und Archäologe Thomas E. Lawrence – bekannt als „Lawrence von Arabien“

Von Monika Löffler

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