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125 Jahre DNN Dresden und die Welt im Jahr 1934
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13:39 29.05.2018
Hochzeitsfoto 1934: Im Standesamt schlicht, aber modern – mit Faltenrock und Bubikopf. Quelle: Foto: privat
Dresden

 Am 21. März vollzieht der sächsische Reichsstatthalter Martin Mutschmann in Dresden-Kemnitz den ersten Spatenstich für die Reichsautobahn Richtung Meerane. Für den Bau der Autobahn muss ein 40 Meter breiter Damm aufgeschüttet werden, um eine kreuzungsfreie Streckenführung zu ermöglichen. Mit Machtübernahme der Nationalsozialisten sollte in ganz Deutschland ein leistungsfähiges Straßennetz geschaffen werden, um Hitlers Pläne der Massenmotorisierung in die Tat umzusetzen. Auch strategische Erwägungen spielten bei der Planung eine Rolle. Dresden war als Schnittpunkt der Trassen nach Osten, Westen und Norden vorgesehen.

Vom 27. Mai bis zum 3. Juni findet in Dresden die Reichstheaterwoche statt. Am Eröffnungstag erscheint auch Adolf Hitler, der drei Tage in Dresden bleibt und mehrere Vorstellungen besucht. Es ist der einzige Besuch Hitlers in Dresden. Insgesamt werden acht Opern und neun Schauspiele an den drei Festspielorten Semperoper, Schauspielhaus und Festspielhaus Hellerau aufgeführt – ein Drittel davon waren Neuinszenierungen.

125 Jahre DNN

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Am 21. Juli erfolgt der erste Spatenstich für den Amselsee in Rathen. Um den Ort und das Elbsandsteingebirge zu einer Touristenattraktion zu machen und mehr Gäste anzulocken, lässt Rathens Bürgermeister Erich Winkler den künstlichen See im Amselgrund anlegen – nach heftigen Kontroversen zwischen Landschaftsschützern und Vertretern des Fremdenverkehrs. Für den Amselsee wird der Grünbach durch eine rund fünf Meter hohe Talsperre aufgestaut. Am 19. Dezember sind die Bauarbeiten am Stausee beendet. Die Baukosten belaufen sich auf knapp 31.000 Reichsmark. Auf Betreiben Erich Winklers wird im gleichen Jahr auch mit dem Bau der Felsenbühne begonnen.

Am 17. September wird die Knabenberufsschule „Horst-Wessel-Schule“ (heute Berufliches Schulzentrum für Technik „Gustav Anton Zeuner“) an der Gerokstraße eingeweiht. Im Oktober 1929 war mit dem Bau begonnen wurden. Für die damalige Zeit stellt der Schulbau eine der modernsten Lösungen für die Durchführung der theoretischen und praktischen Berufsausbildung in Deutschland dar.

Der November und Dezember 1934 sind extrem mild und so stellt sich die Frage „Gibt’s Weihnachten Schnee?“ Der damalige „Wetter-Sachverständige“ der Dresdner Neuesten Nachrichten schrieb am 23. Dezember: „Mit Schnee ist es gegenwärtig schlecht. Nur der Fichtelberg hat es jetzt auf einen Zentimeter gebracht. Wenn noch rechtzeitig Wintersportwetter werden soll, dann muss schon eine ansehnliche Schneemenge bis zum Fest niedergehen, damit die Sportler nicht über die Wurzeln stolpern.“ Dafür prophezeit er einen kalten Januar und Februar.

Deutschland, Europa und die Welt

1. Januar: Das bereits am 14. Juli 1933 im nationalsozialistischen Deutschland verabschiedete Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses tritt in Kraft. Tausende Frauen und Männer müssen sich einer Zwangssterilisation unterziehen.

1. Januar: Das ehemalige Fort auf der Insel Alcatraz vor San Francisco wird zu einem Bundesgefängnis umfunktioniert. Die ersten Häftlinge, 53 Männer aus dem Staatsgefängnis von Atlanta, treffen im Laufe des Jahres ein.

26. Januar: Unterzeichnung des Freundschafts- und Nichtangriffspakts zwischen Deutschland und Polen.

30. Januar: Die deutschen Länder verlieren durch das Gesetz über den Neuaufbau des Reichs ihre Souveränität.

14. Februar: Nach Abschaffung der Länderparlamente wird durch die Nationalsozialisten auch der Reichsrat, ein Verfassungsorgan der Weimarer Republik, aufgelöst.

4. März: Mit dem Tatra 77 wird auf dem Prager Automobilsalon das weltweit erste serienmäßig hergestellte stromlinienförmige Auto präsentiert.

18. April: Die erste Fernsehübertragung in Deutschland wird der Öffentlichkeit in der Berliner Krolloper vorgestellt.

21. April: Der zwischen Florenz und Bologna gelegene Apenninbasistunnel wird eröffnet.

24. April: Laurens Hammond erhält vom Washingtoner Patentamt ein Patent auf die von ihm entwickelte Hammond-Orgel.

10. Juni: Gastgeber Italien gewinnt die Fußball-Weltmeisterschaft vor der Tschechoslowakei, Deutschland und Österreich.

30. Juni: In einer später so genannten „Nacht der langen Messer“ werden SA- Stabschef Ernst Röhm und weitere auf Hitlers Anweisung am Tegernsee zusammengerufene Funktionäre der SA-Führung verhaftet und – zum Teil noch in derselben Nacht – ermordet. Weitere Ermordungen folgen in den nächsten Tagen. Die nationalsozialistische Propaganda stellt die Morde als präventive Maßnahme gegen einen angeblich bevorstehenden Putsch der SA unter Röhm – den sogenannten Röhm-Putsch – dar.

25. Juli: Beim nationalsozialistischen Juliputsch dringen als Soldaten des Bundesheeres und Polizisten verkleidete SS-Männer in das Bundeskanzleramt in Wien ein und ermorden Bundeskanzler Engelbert Dollfuß. Die übrigen Regierungsmitglieder können entkommen.

2. August: Reichspräsident Paul von Hindenburg stirbt. Noch am selben Tag wird die Reichswehr auf Reichskanzler Adolf Hitler vereidigt, der nun das Präsidenten- und Kanzleramt inne hat, zum Alleinherrscher wird und sich „Führer“ nennt.

Vom 10 bis 19. August finden auf der Radrennbahn in Leipzig-Lindenau die 30. UCI-Bahn-Weltmeisterschaften statt. Am Start sind 16 Nationen. Der belgische Sprinter Jef Scherens erringt seinen dritten Profititel in Folge, Vize-Weltmeister wird der Kölner Albert Richter. Das Steherrennen wird von den Deutschen dominiert, Erich Metze aus Dortmund und Paul Krewer aus Köln belegten Platz eins und zwei.

27. Oktober: Unter Führung von Mao Zedong beginnt der „Lange Marsch“ der Roten Armee Chinas, um sich aus der Einkreisung durch Chiang Kai-sheks Nationalrevolutionären Armee zu befreien. Unter den mehr als 85.000 Personen sind vermutlich lediglich 35 Frauen. Über 15.000 Soldaten, 30.000 Verwundete sowie die Frauen bleiben zurück.

1934 wird in den USA der erste öffentliche Waschsalon eröffnet, hat Donald Duck seinen ersten Auftritt in dem Kurzfilm „Die kluge kleine Henne“ und erfindet der deutsche Konstrukteur Erich Franke das Drahtkugellager und meldet seine Erfindung zum Patent an.

Geboren werden 1934 unter anderem der Kosmonaut Juri Gagarin, Ex-Bundespräsident Roman Herzog, der Moderator Alfred Biolek, Modeschöpfer Giorgio Armani, der Sänger und Liedermacher Udo Jürgens, Schriftsteller Ulrich Plenzdorf, der Journalist Hellmuth Karasek, die Schauspieler Sophia Loren, Brigitte Bardot, Shirley MacLaine, Eva-Maria Hagen, Richard Chamberlain, Pierre Richard, Showmaster Rudi Carrell, Sängerin Nana Mouskouri, Fußballer Roland Ducke und die Erfinderin des Minirocks Mary Quant.

Gestorben sind 1934 unter anderem die Chemikerin und Physikerin Marie Curie, die Schriftsteller Joachim Ringelnatz und Erich Mühsam, der Ingenieur und Begründer des Deutschen Museums Oskar von Miller und das Verbrecherpärchen Bonnie Parker und Clyde Barrow (Bonnie und Clyde).

Von Monika Löffler

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