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125 Jahre DNN Dresden und die Welt im Jahr 1932
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08:31 22.05.2018
Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung wird Friedrich August III. nach seinem Tod in die Hofkirche gebracht und dort aufgebahrt. Quelle: Foto: Bundesarchiv
Dresden

 Im Januar muss wegen der dramatischen Haushaltslage während der Weltwirtschaftskrise das Krankenhaus Johannstadt geschlossen werden. Im Juni 1933 wird es wieder eröffnet, das Säuglingsheim öffnet erst im Oktober.

Am 18. Februar stirbt König Friedrich August III. im Alter von 67 Jahren auf Schloss Sybillenort in Schlesien. Dorthin hatte er sich nach seiner Abdankung zurückgezogen. Er lebte einerseits sehr ruhig, unternahm andererseits aber auch ausgiebige Reisen. Am Morgen des 18. Februar wird Friedrich August mit Lähmungserscheinungen bewusstlos im Bett gefunden. Er stirbt noch am selben Abend an einem Gehirnschlag, ohne nochmals das Bewusstsein zu erlangen.

125 Jahre DNN

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Sein Leichnam wird am 22. Februar nach Dresden überführt. Als der Zug um 10 Uhr im Hauptbahnhof eintrifft, säumen Hunderttausende die Straßen. Der Trauerzug setzt sich über die Bürgerwiese in Richtung Hofkirche in Bewegung, wo Friedrich August aufgebahrt wird. Über 500 000 Menschen geben dem im Volke sehr beliebten, letzten sächsischen König das Trauergeleit. Vor der Kirche kommt es zu zahlreichen Rangeleien. Der medizinische Notfalldienst am Italienischen Dörfchen vermeldet zahlreiche Einsätze, darunter Quetschungen, Dutzende Ohnmachtsanfälle – es soll sogar zwei Tote gegeben haben. Beigesetzt wird Friedrich August am 23. Februar mit allen militärischen Ehren.

Im Mai wird die neue „Schlachthofbrücke“ eröffnet. Sie verbindet über die Ostraflutrinne die Friedrichstadt mit der Schlachthofinsel. Die Stahlbrücke mit 13 Feldern gilt damals als die längste elektrisch geschweißte Brücke der Welt. Die neue Stahlbrücke ersetzte eine hölzerne Straßenbrücke, die Jahre zuvor errichtet worden war.

Im Sommer findet im Pieschener Winkel das letzte Strandfest statt. Maßgeblich beteiligt waren an der seit 1921 stattfindenden Veranstaltung der Arbeitersportverein Dresden-Pieschen und der Deutsche Arbeiter-Sängerbund, die 1933 aufgelöst wurden. Erst Anfang der 1960er Jahre lebt die Tradition mit dem Pieschener Hafenfest wieder auf.

Am Veilchenweg – der engsten Stelle zwischen Straße und Schwebebahn – kommt es im Oktober zu einem Unfall. Ein Möbelwagen reißt den Waggon aus der Verankerung. Verletzt wird glücklicherweise niemand.

Deutschland, Europa und die Welt

Im Januar sind in Deutschland über sechs Millionen Menschen arbeitslos.

17. Januar: Im Deutschen Reich beginnt das Nummerieren der wichtigsten Fernverkehrsstraßen, um die schnelle Orientierung zu erleichtern.

25. Februar: Adolf Hitler erlangt die deutsche Staatsbürgerschaft.

13. März: Im ersten Wahlgang der Reichspräsidentenwahl siegt Amtsinhaber Paul von Hindenburg klar vor Adolf Hitler, verfehlt aber knapp die absolute Mehrheit.

25. März: Im Film „Tarzan, der Affenmensch“ verkörpert der Schwimmolympiasieger Johnny Weissmüller zum ersten Mal den Urwaldmenschen.

10. April: Paul von Hindenburg wird im zweiten Wahlgang mit 53 Prozent der Stimmen wieder zum deutschen Reichspräsidenten gewählt.

20. Juli: Beim sogenannten „Preußenschlag“ wird auf Initiative von Reichskanzler Franz von Papen durch eine Notverordnung und unter Ausrufung des militärischen Ausnahmezustands die geschäftsführende preußische Regierung, unter Leitung von Otto Braun, für abgesetzt erklärt.

30. Juli: In Los Angeles beginnen die X. Olympischen Sommerspiele.

31. Juli: Nach der Reichstagswahl stellt die NSDAP erstmals die stärkste Fraktion.

6. August: Die erste öffentliche Autobahn, die heutige Bundesautobahn 555 zwischen Köln und Bonn, wird vom Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer eröffnet.

6. August: Die Filmfestspiele von Venedig finden zum ersten Mal statt.

12. September: Reichskanzler von Papen wird durch einen Misstrauensantrag gestürzt und der Reichstag durch Reichspräsident Hindenburg aufgelöst.

6. November: Bei den Reichstagsneuwahlen kommt es zu einem Stimmenverlust der Nationalsozialisten.

8. November: Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten: Franklin D. Roosevelt wird als Kandidat der Demokratischen Partei zum neuen amerikanischen Präsidenten gewählt.

17. November: Rücktritt von Reichskanzler Franz von Papen

3. Dezember: Kurt von Schleicher wird von Hindenburg zum Reichskanzler berufen und mit der Bildung eines neuen Präsidialkabinetts beauftragt, nachdem Franz von Papen zuvor an Koalitions-Absagen von SPD und Zentrum gescheitert ist.

15. Dezember: Der Eissport Weißwasser wird gegründet.

Geboren werden 1932 unter anderem die Politiker Jacques Chirac und Bernhard Vogel, der Schriftsteller Umberto Eco, die Regisseure François Truffaut, Miloš Forman und Louis Malle, der Maler Gerhard Richter, die Schauspieler Elizabeth Taylor, Omar Sharif, Jean-Pierre Cassel, die Musiker Johnny Cash und Little Richard, der zweimalige Marathonolympiasieger Abebe Bikila und Playboy Gunter Sachs.

Gestorben sind 1932 unter anderem Schriftsteller Edgar Wallace, der Automobilingenieur Alfieri Maserati, die Maler Max Slevogt und Robert Sterl und der Schriftsteller Gustav Meyrink.

Von Monika Löffler

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1893 – und zwar am 8. September – erschien in Dresden zum ersten Mal die Tageszeitung „Neueste Nachrichten“. Nur wenig später wurde sie in „Dresdner Neueste Nachrichten“ umbenannt. Das Jubiläum nehmen wir zum Anlass, zurückzuschauen in die Geschichte Dresdens, Deutschlands und der Welt. Heute widmen wir uns dem Jahr 1931.

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