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125 Jahre DNN Dresden und die Welt im Jahr 1930
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08:26 22.05.2018
Die „Hechtwagen“ sind eine Sensation auf den Dresdner Schienen. Ein „Großer Hecht“ der Linie 15 an der Endhaltestelle in Niedersedlitz Quelle: Foto: DVB-Archiv
Dresden

 1930 werden Lockwitz, Omsewitz und Wachwitz nach Dresden eingemeindet

Im März wird das Pumpspeicherwerkes Niederwartha komplett in Betrieb genommen. Die erste Maschine ging bereits im November 1929 ans Netz.

Vom 17. Mai bis 12. Oktober findet auf dem Dresdner Ausstellungsgelände die II. Internationale Hygiene-Ausstellung statt. Sie ist stark beachtet, gilt als zukunftsweisend und ist mit drei Millionen Besuchern trotz wirtschaftlich schwieriger Zeiten eine sehr erfolgreiche Ausstellung.

Im Laufe der Schau wird auch das von Wilhelm Kreis im Stil zwischen Neoklassizismus und Bauhaus entworfene Hygiene-Museum eröffnet. Größte Attraktion ist der von Präparator Franz Tschackert und Mitarbeitern des Museum entwickelte „Gläserne Mensch“ – ein lebensgroßes Modell, das allerdings nicht aus Glas, sondern aus dem durchsichtigen Kunststoff Cellon besteht. Für Fachwelt, Presse und Publikum ist das Modell eine technische und wissenschaftliche Sensation.

125 Jahre DNN

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Die Elbfähre Pillnitz I, die Pillnitz und Kleinschachwitz verbindet, wird in der Schiffswerft Laubegast vom Stapel gelassen.

Im Mai werden im Stadtkrankenhaus Johannstadt die von Paul Wolf errichtete Säuglings- und Kinderklinik sowie eine Schwesternschule eröffnet.

Am 1. Juli tritt der Musiker Rudolf Mauersberger sein Amt als Kreuzkantor und Leiter des berühmten Dresdner Kreuzchores an. Er war aus 80 Bewerbern ausgewählt worden. In seiner über 40 Jahre dauernden Amtszeit prägte er den Chor wie kein anderer vor ihm und führte ihn auf ein international anerkanntes Niveau.

Am 6. Oktober stürzt eine Messerschmidt M20 beim Landeanflug auf den Flugplatz am Heller ab. Alle sechs Passagiere sowie der Pilot und ein Bordingenieur kommen ums Leben.

Der legendäre „Große Hecht“ rollt erstmals über Dresdens Straßen. Entwickelt wurde er von Alfred Bockemühl, der 22 Jahre lang in leitender Funktion bei der Dresdner Straßenbahn AG tätig war. Seinen Namen erhält der „Hecht“ wegen seiner außergewöhnlichen Fahrzeugform. Er stellt einen völlig neuen Typ Straßenbahn dar. Durch den Einsatz moderner Technik kann der Straßenbahnfahrer seine Arbeit im Sitzen verrichten. Einsatzgebiet sind vor allem die Linie 11 nach Bühlau und die Linie 15 von Niedersedlitz nach Weinböhla. Die Leistung von 4 Mal 55 Kilowatt ermöglichte eine Höchstgeschwindigkeit von 70 Kilometern pro Stunde, zudem konnten die schweren Wagen über die steile Bautzner Landstraße geschleppt werden. Legendär sind neben den Einsätzen auf der Bergstrecke auch die anfänglichen Einsätze auf der „roten 15“, einer Expresslinie nach Weinböhla, die nur an wichtigen Haltestellen hielt und an Ausweichstellen auf der eingleisigen Strecke die herkömmlichen Linienzüge überholte.

Ab 1931 gehen die Bahnen in Serie. Es werden weitere Fahrzeuge in Niesky, Bautzen und der eigenen Werkstatt der Dresdner Straßenbahn gefertigt. Die elektrische Ausrüstung lieferte das Sachsenwerk Niedersedlitz. 1932 gibt es 33 „Hechtwagen“ in Dresden – auch einen „Kleinen Hecht“.

Im Oktober werden in der Großwohnsiedlung Trauchau die ersten Wohnungen übergeben. Dabei handelte es sich um Einfamilien-Doppelhäuser in einheitlicher Gestaltung, aber auch mehrgeschossige Wohnzeilen. Wegen der flachen Dächer der von Hans Waloschek entworfenen Gebäude wurden diese im Volksmund später auch als „Klein-Marokko” bezeichnet.

Die Unternehmerin Charlotte Meentzen gründet ihr „Institut für natürliche Kosmetik“. Die Firma hatte ihren Sitz in der Prager Straße. Gemeinsam mit ihrer Schwester Gertrud hebt sie noch im gleichen Jahr die Firma „Charlotte Meentzen, Heilkräuter-Kosmetik“ aus der Taufe. 1931 folgte die „Schule für natürliche Kosmetik“, die später auf dem Weißen Hirsch angesiedelt war und bis 1964 bestand.

Deutschland, Europa und die Welt

18. Februar: Entdeckung des Zwergplaneten Pluto durch Clyde Tombaugh

12. März: Mahatma Gandhi führt den „Feldzug der Gehorsamkeitsverweiger-rung“ gegen das britische Salzmonopol an, der als Salzmarsch in die Geschichte einging.

27. März: Das Kabinett Müller II, eine große Koalition, zerbricht wegen Streit zwischen SPD und der Deutschen Volkspartei (DVP) über Finanzierungsbeiträge zur Arbeitslosenversicherung und läutet damit den Anfang vom Ende der Weimarer Republik ein.

29. März: Heinrich Brüning wird zum Reichskanzler ernannt.

1. April: Im Berliner Gloria-Palast wird „Der blaue Engel“ nach Heinrich Manns Roman „Professor Unrat“ mit Marlene Dietrich und Emil Jannings in den Hauptrollen uraufgeführt.

27. Mai: Der Erfinder Richard Gurley Drew erhält ein US-Patent auf das von ihm erfundene Klebeband.

10. Juni: In Oberstdorf wird die Nebelhornbahn als weltweit längste Personenseilschwebebahn eröffnet.

12. Juni: Max Schmeling wird Box-Weltmeister.

18. Juli: Auflösung des Reichstages durch Reichspräsidenten Paul von Hindenburg.

30. Juli: Bei der Fußballweltmeisterschaft gewinnt im Endspiel Gastgeber Uruguay gegen Argentinien mit 4:2.

14. September: Bei der Reichstagswahl wird die NSDAP mit 107 Sitzen zweitstärkste Fraktion hinter der SPD mit 143 Sitzen. Die KPD erhält 76 Sitze.

2. Oktober: In Berlin wird das zweite Pergamonmuseum eröffnet.

2. Oktober: Henry Ford legt in Köln den Grundstein für ein Ford-Autowerk.

13. Oktober: Erstflug der legendären Ju 52 – im Volksmund „Tante Ju“ genannt.

18. November: Der neue Opel-Lkw aus Rüsselsheim bekommt den Namen „Blitz“. Die Adam Opel AG hat sich nach einem Preisausschreiben mit der gewaltigen Resonanz von 1,5 Millionen Vorschlägen für diesen Namen für ihr Fahrzeug entschieden.

14. Dezember: Dem Physiker Manfred von Ardenne gelingt im Laborversuch die weltweit erste vollelektronische Fernsehübertragung mit einer Kathodenstrahlröhre.

Geboren werden 1930 unter anderem die Politiker Helmut Kohl, Kurt Biedenkopf und Heiner Geißler, die Schriftstellerin Eva Strittmatter, der Dirigent Lorin Maazel, die Schauspieler Rolf Hoppe, Armin Mueller-Stahl, Steve McQueen, Clint Eastwood, Sean Connery, Mario Adorf, Philippe Noiret, Jean-Louis Trintignant und Maximilian Schell, der Regisseur Claude Chabrol, der Astronaut Neil Armstrong, der Automobilsport-Funktionär Bernie Ecclestone und der Dresdner Musikjournalist und Jazzmusiker Karlheinz Drechsel.

Gestorben sind 1930 unter anderem die britischen Schriftsteller David Herbert (D. H.) Lawrence und Arthur Conan Doyle, die Witwe Richard Wagners und Leiterin der Bayreuther Festspiele Cosima Wagner und der Polarforscher Fridtjof Nansen.

Von Monika Löffler

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1893 – und zwar am 8. September – erschien in Dresden zum ersten Mal die Tageszeitung „Neueste Nachrichten“. Nur wenig später wurde sie in „Dresdner Neueste Nachrichten“ umbenannt. Das Jubiläum nehmen wir zum Anlass, zurückzuschauen in die Geschichte Dresdens, Deutschlands und der Welt. Heute widmen wir uns dem Jahr 1929.

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