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125 Jahre DNN Dresden und die Welt im Jahr 1929
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12:53 10.05.2018
Im Sommer 1929 bekommt Dresden sein erstes Hochhaus. Das elfgeschossige, 37 Meter hohe Bürohochhaus am Albertplatz wird nach Plänen des Architekten Hermann Paulick in Stahlbeton-Skelettbauweise errichtet. Diese Aufnahme zeigt den Zustand in der Nachkriegszeit. Quelle: DVB-Archiv
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Dresden

 Das Jahr beginnt mit bitterer Kälte – der Winter 1928/1929 gilt in Deutschland als der mit Abstand kälteste des 20. Jahrhunderts. Vor allem der Februar bricht viele Rekorde. Extrem kalte Festlandsluft gelangt am Südrand einer skandinavischen Hochdruckzone direkt nach Mitteleuropa. Die absolute Tiefsttemperatur in jenem Winter wird am 11. Februar mit minus 30,5 Grad Celsius in Radebeul-Wahnsdorf gemessen. Umfangreiche Schneefälle begleiten das Frostwetter. Die Elbe ist bis zur Mündung zugefroren, das öffentliche Leben in vielen Bereichen lahmgelegt, die Schüler haben „Kältefrei“ und im gesamten Stadtgebiet von Dresden werden Wärmehallen eingerichtet. Erst im März weicht der klirrende Frost milderen Temperaturen.

Im Sommer bekommt Dresden sein erstes Hochhaus. Das elfgeschossige, 37 Meter hohe Bürohochhaus am Albertplatz wird nach Plänen des Architekten Hermann Paulick in Stahlbeton-Skelettbauweise errichtet. Unterstützung bekommt er dabei durch den Betonfachmann Benno Löser. Das Hochhaus wird ausschließlich von der Sächsischen Staatsbank als Verwaltungsbau genutzt. Der robuste Bau übersteht den Bombenangriff und gehört zu den wenigen erhaltenen Gebäuden der Dresdner Vorkriegsmoderne. 1948 wird das Gebäude Domizil der Dresdner Verkehrsbetriebe und im Volksmund „DVB-Hochhaus“ genannt. Nach dem Auszug der Verkehrsbetriebe 1996 steht das Gebäude fast 20 Jahre leer. Jetzt befindet sich darin ein Einkaufszentrum.

Im September nimmt die Dresdner Fahrbibliothek den Betrieb auf. Sie ist damit die erste und älteste dauerhafte Fahrbücherei in Deutschland. Die Städtische Bücherei will auf diese Art Leser in den Randgebieten der Stadt versorgen.

125 Jahre DNN

Alle Artikel der DNN-Serie finden Sie im Special!

Am 2. November wird das „Sachsenbad“ in Pieschen offiziell eröffnet. Die Schwimmhalle an der Wurzener Straße 18 wurde von Stadtbaurat Paul Wolf erbaut und gilt als „bemerkenswertes Beispiel des Neuen Bauens“. Das Hallenbad verfügt über fußbodenbeheizte Säle, Restaurants, Dampf- und Wannenbäder, einen Gymnastiksaal und ein 25-Meter-Schwimmbahnbecken mit einer Galerie, die rund 1000 Zuschauern Platz bietet.

27. November: Die erste Maschine des Pumpspeicherwerkes Niederwartha geht ans Netz und erzeugt Strom aus Wasserkraft.

Der Dresdner Kinoarchitekt Martin Pietzsch eröffnet an der Leipziger Straße den „Faunpalast“ – mit 600 Plätzen eines der größten Kinos der Stadt. Das Gebäude wurde zunächst als Gasthof und Ballsaal „Stadt Leipzig“ betrieben, der sich selbst als „Größtes Konzert-Ball-Garten-Etablissement“ bezeichnet. Dort traf sich auch die Arbeiterbewegung. Pietzsch ließ das Gebäude zum Kino umbauen. 1991 wird der „Faunpalast“ aus baupolizeilichen Gründen geschlossen. Später ziehen verschiedene Geschäft ein.

Die Dresdner Firma „Teekanne“ bringt den ersten industriell hergestellten Teeaufgussbeutel aus geschmacksneutralem Spezialpergamentpapier auf den Markt. Entwickelt hat ihn und die dazu passende Packmaschine der Ingenieur und Mitarbeiter der Firma, Adolf Rambold. Die ersten Maschinen produzierten 35 Teebeutel pro Minute. Später entwickelte Rambold den Doppelkammerbeutel – den Teebeutel, wie wir ihn heute kennen.

Deutschland, Europa und die Welt

5. Januar: Die zweite Hans-Heinz-Schanze wird in Johanngeorgenstadt als zur damaligen Zeit größte Skisprungschanze in Deutschland eingeweiht.

10. Januar: Die Comicfiguren „Tim und Struppi“ des belgischen Zeichners Hergé werden erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

29. Januar: Beim Reichspatentamt in Berlin beantragen die Vereinigten Papierwerke Nürnberg den Schutz des Warenzeichens „Tempo“ für das von ihnen produzierte Taschentuch.

29. Januar: Der Roman „Im Westen nichts Neues“ von Erich Maria Remarque kommt in den Handel und ist sofort vergriffen.

11. Februar: Der Staat der Vatikanstadt (Stato della Città del Vaticano) wird nach den Lateranverträgen ein unabhängiger Staat.

16. Mai: In Hollywood werden die ersten zwölf „Academy Awards“ – Oscars – verliehen. Der deutsche Schauspieler Emil Jannings erhält als erster Mann die Auszeichnung als bester Hauptdarsteller für seine Rollen in den Filmen „Sein letzter Befehl“ und „Der Weg allen Fleisches“.

22. Juli: Nach 4 Tagen, 17 Stunden und 42 Minuten läuft der Schnelldampfer „Bremen“ als neuer Inhaber des Blauen Bandes im New Yorker Hafen ein. Er war am 16. Juli in Bremerhaven in See gestochen.

4. September: Die 35-tägige Weltfahrt des deutschen Luftschiffs LZ 127 „Graf Zeppelin“ endet in Friedrichshafen. Etwa 40 000 Menschen feiern die Rückkehr.

24. September: Die sowjetische Regierung verfügt per Dekret, dass ab 1. Oktober eine Woche zu fünf Tagen eingeführt werde. Nach vier Arbeitstagen folgt ein Ruhetag, Samstag und Sonntag werden abgeschafft. Damit soll die Produktivität gesteigert und das herkömmliche durch ein revolutionäres Kalendersystem abgelöst werden.

3. Oktober: König Alexander I. lässt während einer Staatskrise das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen in Jugoslawien umbenennen.

10. Dezember: In Deutschland tritt das Opiumgesetz (Vorläufer des Betäubungsmittelgesetzes) in Kraft – seitdem sind auch der Genuss und Besitz von Cannabis verboten.

24./25. Oktober: „Schwarzer Donnerstag“ und „Schwarzer Freitag“ an der New Yorker Börse. Mit dem Börsencrash beginnt die „Große Depression“ in den USA und die Weltwirtschaftskrise.

7. November: Eröffnung des Museum of Modern Art in New York.

23. Dezember: Uraufführung des ersten in Deutschland gedrehten Tonfilms „Die Nacht gehört uns“ in Berlin.

1929 erhält Thomas Mann den Nobelpreis für Literatur, bringt die Firma Franke & Heidecke (Rollei) ihre zweiäugige Mittelformatkamera „Rolleiflex“ auf den Markt, welche mit Veränderungen bis heute erhältlich ist, erscheinen Erich Kästners „Emil und die Detektive“ und Alfred Döblins „Berlin Alexanderplatz“. In dem Jahre erforscht Irving Langmuir die kollektiven Schwingungen in der Gasentladung und führt den Begriff des Plasmas ein. Werner Heisenberg und Wolfgang Pauli erweitern die Quantenmechanik zur Quantenelektrodynamik und erstmals erscheint „Popeye, der Seemann“.

Geboren werden 1929 unter anderem der Bürgerrechtler Martin Luther King, die Schriftsteller Christa Wolf und Michael Ende, der Filmregisseur Sergio Leone, der Dramatiker Heiner Müller, die Fußballer Helmut Rahn und Lew Jaschin, die Schauspieler Audrey Hepburn, Lieselotte Pulver, Bud Spencer, Pierre Brice, Kurt Böwe, Harald Juhnke und Christopher Plummer, Sandmännchen-Erfinder Gerhard Behrendt, der Chansonnier Jacques Brel, Bandleader James Last, der Maler Werner Tübke, US-First Lady Jackie Kennedy, die Schauspielerin und Fürstin von Monaco Grace Kelly und Englands legendärer Posträuber Ronald Biggs.

Gestorben sind 1929 unter anderem die Politiker Gustav Stresemann und Bernhard von Bülow, der Automobilbauer Carl Benz, der Schriftsteller Hugo von Hofmannsthal, der Zeichner Heinrich Zille und der Erfinder der Schallplatte und des Grammophons Emil Berliner.

Von Monika Löffler

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