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125 Jahre DNN Dresden und die Welt im Jahr 1926
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13:28 30.04.2018
Am 5. Oktober wird der neue Straßenbahnhof Waltherstraße (Friedrichstadt) in Betrieb genommen. Quelle: DVB
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Dresden

 Nach 37 Jahren endet die Geschichte des Dresdner Familienunternehmens und Kameraherstellers „Ernemann“. 1926 fusionieren die „Ernemann–Werke“ mit der Optischen Anstalt C. P. Goerz, Berlin, der Internationalen Camera Actiengesellschaft (ICA), Dresden, und der Contessa-Nettel AG, Stuttgart zur Zeiss Ikon AG. Treibende Kraft des Zusammenschlusses und Mehrheitsaktionär ist das Unternehmen Carl Zeiss in Jena. Da es sich bei Ernemann um einen eingeführten Namen mit sehr gutem Ruf handelte, werden einige Ernemann-Marken von der Zeiss Ikon übernommen und noch mehrere Jahre weitergeführt. Das gilt vor allem für den Kinobereich. Ansonsten müssen sich die Unternehmen verpflichten, keine Objektive mehr herzustellen, sondern diese von Carl Zeiss zu beziehen.

An der technischen Hochschule werden am 12. Juni die neuen chemischen Institute (heute Fritz-Foerster-Bau) eingeweiht. Das Gebäude an der Mommsenstraße wurde ab 1921 nach Entwürfen des Architekten und Hochschullehrers Martin Dülfer errichtet.

125 Jahre DNN

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Am 24. Juli 1926 öffnet das nach Plänen von Stadtbaurat Paul Wolf in Stahlbeton erbaute Städtische Planetarium Dresden an der Stübelallee seine Pforten. An die architektonische Gestaltung wurden hohe Ansprüche gestellt, was die Baukosten erhöhte. Charakteristisch für das Planetarium ist die halbkugelförmige, kupferbelegte 25-Meter-Kuppel. Darunter befindet sich eine Netzwerkkonstruktion aus Eisenstäben, in der Mitte des Kuppelraums steht die Projektionsapparatur. Wissenschaftlicher Leiter und Direktor des Planetariums ist Kurd Kisshauer. Der Bau wird bei den Luftangriffen zerstört.

Am 15. August wird die Heimstätten-Siedlung Trachau feierlich eingeweiht, die erste Siedlung dieser Art in Dresden. Bei der Einweihung wird auch ein Gedenkstein enthüllt, der noch heute am ursprünglichen Ort „An der Böschung“ steht. Die Siedlung besteht aus 25 Einfamilien-Doppelhäusern des „Kriegerheimstätten-Vereins“ Trachau und wurde in den Jahren 1921 bis 1926 unmittelbar an der Stadtgrenze zu Radebeul errichtet. Die Wohnungen boten jeweils 70 Quadratmeter Wohnfläche. Zu jeder Heimstätte gehörte ein Stall.

Am 5. Oktober wird nach nur knapp einjähriger Bauzeit der neue Straßenbahnhof Waltherstraße (Friedrichstadt) in Betrieb genommen. Der von Stadtbaurat Paul Wolf entworfene Komplex besteht aus sieben Wagenhallen mit je vier 80 Meter langen Gleisen, die über eine quer dazu stehende Einfahrtshalle verbunden sind. Die Hallen wurden in Stahlbeton mit einer freitragenden Betondeckenkonstruktion und Glasoberlichtern errichtet. Insgesamt können 250 Wagen abgestellt werden. Zum Straßenbahnhof gehören eine Betriebswerkstatt, die Bahnhofsverwaltung, eine Bekleidungskammer, Unterrichtsräume für die Fahr- und Schaffnerschule sowie sechs Wohnhäuser.

An der Hebbelstraße, in unmittelbarerer Nähe des Freibades, wird das Volkshaus Cotta als Versammlungsort und Kulturhaus für die Arbeiter des Dresdner Westens errichtet. Das Volkshaus wurde durch Spendengelder finanziert und entstand durch freiwillige Arbeitsleistungen der Cottaer Arbeiter.

Deutschland, Europa und die Welt

6. Januar: Gründung der Deutschen Lufthansa. Am 6. April wird der Betrieb aufgenommen.

9. Februar: Der norwegische Ingenieur Erik Rotheim erfindet die Sprühdose.

18. Februar: Die türkische Regierung beschließt, die Polygamie und das Haremssystem abzuschaffen und das Schweizer Zivilgesetzbuch (ZGB) zu übernehmen.

20.–28. Februar: Erstmals findet in Berlin die „Grüne Woche“, eine Messe für landwirtschaftliche Erzeugnisse, statt.

25. April: Die Oper „Turandot“ von Giacomo Puccini wird am Teatro alla Scala di Milano in Mailand uraufgeführt.

12. Mai: Der Luftschiffpionier Umberto Nobile überfliegt im Luftschiff „Norge“ gemeinsam mit dem Polarforscher Roald Amundsen und dem amerikanischen Millionär Lincoln Ellsworth den Nordpol,

28. Juni: Die von den Automobilpionieren gegründeten Unternehmen „Benz & Co“ und „Daimler-Motoren-Gesellschaft“ fusionieren zur „Daimler-Benz AG“ mit Sitz in Berlin.

6. August: Die Amerikanerin Gertrude Ederle durchschwimmt als erste Frau den Ärmelkanal.

3. September: Anlässlich der 3. Funkausstellung wird in Berlin der Funkturm eingeweiht.

8. September: Einstimmige Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund;

14. Oktober: Das Kinderbuch „Winnie-the-Pooh“ von Alan Alexander Milne erscheint erstmals in London.

9. November: An der Dresdner Staatsoper wird Paul Hindemiths Oper „Cardillac“ uraufgeführt und wird von der Kritik verrissen.

10. Dezember: Der deutsche Außenminister Gustav Stresemann erhält gemeinsam mit seinem französischen Amtskollegen Aristide Briand den Friedensnobelpreis.

1926 werden in Frankfurt am Main die IG Farben und in Bologna das Unternehmen „Ducati“ gegründet, der Niederländer Mart Stam entwickelt den ersten freischwingenden Stuhl und in Deutschland wird die Psychoanalyse als neues Aufgabengebiet in die allgemeine Gebührenordnung für Ärzte aufgenommen.

Geboren werden 1926 unter anderem Queen Elisabeth II., die Politiker Fidel Castro und Hans-Jochen Vogel, die Schriftsteller Ingeborg Bachmann, Erich Loest, Siegfried Lenz und Hermann Kant, Kammersänger Theo Adam, die Schauspieler Marilyn Monroe, Maria Schell, Käthe Reichel, Klaus Kinski, Mel Brooks, Erik S. Klein, Jerry Lewis und Dietmar Schönherr, IKEA-Gründer Ingvar Kamprad, Fußballstar Alfredo Di Stéfano, „Playboy“-Erfinder Hugh Hefner, Jazz-Musiker und Big-Band-Leader Max Greger, Rock’n’Roll-Legende Chuck Berry, die Schriftstellerin und „Pittiplatsch“-Erfinderin Ingeborg Feustel und Volksmusikant Herbert Roth.

Gestorben sind 1926 unter anderem der Bankier und Stifter Georg Arnhold, der Lyriker Rainer Maria Rilke, Schauspieler Rudolph Valentino und der Maler Claude Monet.

Von Monika Löffler

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