Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
125 Jahre DNN Dresden und die Welt im Jahr 1924
Thema Specials DNN-Aktionen 125 Jahre DNN Dresden und die Welt im Jahr 1924
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:25 23.04.2018
Der Eingang des Bürgerheims- oder Bürgerhospitals am Eingang Pfotenhauerstraße 86. Quelle: Postkartensammlung Siegfried Treppnau
Anzeige
Dresden

In Dresden wird 1924 die Zwingerbauhütte gegründet und der Architekt Hubert Georg Ermisch am 15. Oktober zum Leiter der Restaurierungswerkstatt bestellt. Aufgabe der Zwingerbauhütte ist die Restaurierung und Instandhaltung des Dresdner Zwingers. Der bauliche Zustand des Komplexes hatte sich durch Witterungseinflüsse erheblich verschlechtert. Bemühungen zum Erhalt des Zwingers gehen bis in das 18. Jahrhundert zurück, aber diese hatten die Schäden an der Bausubstanz nur verstärkt. So waren die Außenfassaden mit einem Ölfirnisanstrich oder mit Portlandzement versehen worden, was den sensiblen Sandstein noch mehr schädigte. Erst durch die Arbeit der Zwingerbauhütte konnte dem Verfall Einhalt geboten werden.

Die Pillnitzer Elbinsel wird als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Die einen Kilometer lange Insel gehört damit zu Dresdens ältesten Naturdenkmalen.

Die Stadt lässt das Bürgerheim (heute Clara-Zetkin-Heim) zwischen Pfotenhauer- und Fetscherstraße erweitern. Die Errichtung eines Bürgerhospitals geht auf den Stadtverordneten Gottlob Samuel Burckhardt zurück, der 1841 den Bau einer Anstalt forderte, in der altersschwache Dresdner Aufnahme und Verpflegung finden sollten. Nach ersten Startschwierigkeiten wurde die Einrichtung in Friedrichstadt eröffnet, um 1890 wird das Bürgerhospital in die Johannstadt verlegt. Ab 1924 erfolgen, finanziert durch die Güntzstiftung, notwendige Erweiterungsbauten. An die Aufnahme in das städtische Bürgerheim waren eine Reihe von Bedingungen geknüpft, unter anderem ein Mindestalter von 50 Jahren, keine ansteckenden Krankheiten, ein unbescholtener Ruf sowie ein Eintrittsgeld von mehreren Hundert Mark. Dafür erhielten die Versorgten freie Wohnung und Pflege, Heizung und Beleuchtung sowie in Krankheitsfällen ärztliche Hilfe und Arznei.

125 Jahre DNN

Alle Artikel der DNN-Serie finden Sie im Special!

Am 11. August nimmt die Mitteldeutsche Luftverkehrs-AG mit Sitz an der Schloßstraße die Luftverkehrsstrecke Berlin-Dresden-Fürth in Betrieb. Damit ist Dresden – selbst im Winter – an den Flugverkehr angebunden.

An der Waisenhausstraße wird der Ufa-Palast „Victoria Theater“ eröffnet. Es war zunächst ein einfaches Varité-Theater, indem ab 1903 im Anschluss an die eigentlichen Vorstellung kurze Filme gezeigt wurden. Das Film-Angebot wurde in den Folgejahren erweitert, ab 1915 gab es jeden Nachmittag reine Filmvorstellungen. 1924 übernahm die Ufa das Theater und baute es zum Filmpalast mit 1022 Plätzen um. Bei den Luftangriffen 1945 wird das Kino zerstört.

Am 4. November findet im Schauspielhaus die Uraufführung der Strauss-Oper „Intermezzo“ unter Leitung von Fritz Busch statt.

Deutschland, Europa und die Welt

1. Januar: Die Großdeutsche Volksgemeinschaft wird als Ersatzorganisation für die nach dem Fehlschlag des Hitlerputsches in München verbotene NSDAP gegründet.

21. Januar: Der Gründer der UdSSR Wladimir Iljitsch Lenin stirbt im Alter von 53 Jahren. Sein Leichnam wird einbalsamiert und in einem Mausoleum an der Mauer des Kremls ausgestellt.

8. Februar: In der Hauptstadt von Nevada, Carson City, wird erstmals ein zum Tode Verurteilter in einer Gaskammer hingerichtet.

12. Februar: Die „Rhapsody in Blue“, eine der berühmtesten Kompositionen von George Gershwin, wird in New York uraufgeführt.

14. Februar: Die von Herman Hollerith im Jahr 1896 gegründete „Tabulating Machine Company“ benennt sich in „International Business Machines“, abgekürzt IBM, um.

1. April: Im Münchner Hochverrats-Prozess nach dem gescheiterten Putsch vom November 1923 kommt Adolf Hitler, wie auch seine Mitangeklagten, mit einem Blauen Auge davon. Hitler wird zu einer Strafe von fünf Jahren Festungshaft und einer Geldbuße von 200 Goldmark verurteilt. In der Begründung wird auf den „rein vaterländischen Geist und edelsten Willen“ der Angeklagten verwiesen. Am 20. Dezember wird Hitler aus der Haft in Landsberg entlassen.

4. Mai: Bei der Reichstagswahl in der Weimarer Republik erringen die republikfeindlichen radikalen Parteien (KPD und Nationalsozialisten) starke Gewinne.

Vom 4. Mai bis 27. Juli finden in Paris die VIII. Olympischen Spiele statt. Der Querfeldeinlauf am 12. Juli wird zur „Hitzeschlacht von Colombes“. Bei Temperaturen von über 45 Grad Celsius in der Sonne erreichen nur 15 von 38 Startern das Ziel. Sieger wird der Finne Paavo Nurmi.

5. Juni: Der US-amerikanische Elektroingenieur Ernst Alexanderson schickt das erste Fax über den Atlantik.

8. August: In Berlin wird der elektrische S-Bahnbetrieb aufgenommen.

30. August: In Deutschland wird neben der weiterhin umlaufenden Rentenmark die Reichsmark eingeführt, die zu ihr im Wertverhältnis 1:1 steht. Das Reichsbankgesetz gestaltet am selben Tag die Reichsbank zu einer von der Reichsregierung unabhängigen Anstalt um.

21. September: Das erste Teilstück der Autostrada dei Laghi zwischen Mailand und Varese wird vom italienischen König Viktor Emanuel III. als erste reine Autostraße der Welt freigegeben.

2. Oktober: Der Völkerbund in Genf verabschiedet einstimmig ein Protokoll, das den Angriffskrieg ächtet.

26. November: Die Mongolische Volksrepublik wird gegründet.

2. Dezember: In Berlin wird die erste Funkausstellung eröffnet.

7. Dezember: Sieben Monate nach der letzten Wahl findet im Deutschen Reich eine neuerliche Reichstagswahl statt. Sie endet im Vergleich mit der Wahl vom Mai mit einer gewissen Stabilisierung der staatstragenden Parteien und bedeutetet eine klare Niederlage für die extreme Rechte und Linke.

19. Dezember: In Hannover wird Fritz Haarmann wegen 24-fachen Mordes zum Tode verurteilt.

28. Dezember: Die Seilbahn auf den Fichtelberg im Erzgebirge nimmt ihren Betrieb auf. Sie ist damit die älteste Luftseilbahn Deutschlands.

Geboren werden 1924 unter anderem der Journalist und Schriftsteller Peter Scholl-Latour, der Drehbuchautor und Regisseur Claude Sautet, der Satiriker Ephraim Kishon, die Politiker und Ex-Präsidenten Jimmy Carter und George H. W. Bush, der Schauspieler, Komponist und Sänger Charles Aznavour, die Schriftsteller Rosamunde Pilcher, Truman Capote und Helmut Sakowski, der Conférencier O. F. Weidling, die Schauspieler Lauren Bacall, Gisela May, Marlon Brando, Lee Marvin, Marcello Mastroianni und Günter Pfitzmann.

Gestorben sind 1924 die Schauspielerin Eleonora Duse, der Schriftsteller Franz Kafka und der Komponist Giacomo Puccini.

Von Monika Löffler

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

1893 – und zwar am 8. September – erschien in Dresden zum ersten Mal die Tageszeitung „Neueste Nachrichten“. Nur wenig später wurde sie in „Dresdner Neueste Nachrichten“ umbenannt. Das Jubiläum nehmen wir zum Anlass zurückzuschauen in die Geschichte Dresdens, Deutschlands und der Welt. Heute das Jahr 1923.

18.04.2018

1893 – und zwar am 8. September – erschien in Dresden zum ersten Mal die Tageszeitung „Neueste Nachrichten“. Nur wenig später wurde sie in „Dresdner Neueste Nachrichten“ umbenannt. Das Jubiläum nehmen wir zum Anlass zurückzuschauen in die Geschichte Dresdens, Deutschlands und der Welt. Heute das Jahr 1922.

14.04.2018

1893 – und zwar am 8. September – erschien in Dresden zum ersten Mal die Tageszeitung „Neueste Nachrichten“. Nur wenig später wurde sie in „Dresdner Neueste Nachrichten“ umbenannt. Das Jubiläum nehmen wir zum Anlass zurückzuschauen in die Geschichte Dresdens, Deutschlands und der Welt. Heute das Jahr 1921.

11.04.2018
Anzeige