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125 Jahre DNN Dresden und die Welt im Jahr 1922
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07:34 14.04.2018
Reichsaußenminister Walter Rathenau wird am 24. Juni in Berlin-Grunewald von Attentätern erschossen. Quelle: Archiv
Dresden

 1922 kauft die Stadt Dresden das Nordbad in der Neustadt und das Hebbelbad in Cotta. Das Nordbad im zweiten Hinterhof der Louisenstraße 48 wurde im März 1895 als „Germania-Bad“ eröffnet und ist damit die älteste Schwimmhalle Dresdens. Bis 1922 wurde es privat geführt, dann kaufte es die Stadt für 615 000 Mark, um Grundstücksübernahmepläne für die Errichtung einer Fabrik abzuwenden und das Bad für die Neustädter zu erhalten. Für knapp 1,2 Millionen Mark wurde das Bad erweitert und ausgebaut.

Das ehemalige Hebbelbad wurde 1899 als Schwimm- und Reinigungsbad für die Cottaer Bürger gebaut und hieß zunächst Elisenbad. 1922 übernahm dann die Stadt den Betrieb und ließ es 1929 modernisieren.

Am 30. Januar stirbt der Naturheilkundler Friedrich Eduard Bilz in Radebeul. 1905 eröffnete er oberhalb des Lößnitzgrunds das Bilz-Licht-Luft-Bad. Ab 1912 war es auch unter dem Namen „Undosa-Wellenbad“ bekannt, wegen des Einbaus einer Wellenmaschine, die Bilz 1911 auf der Internationalen Hygiene-Ausstellung in Dresden gekauft hatte. Bereits 1892 hatte Bilz in der Oberlößnitz ein kleines Sanatorium eröffnet und weitere Kurhäuser angebaut.

Die Städtische Straßenbahn beschließt im Frühjahr 1922 aus wirtschaftlichen Gründen mit der sogenannten kleinen Reform zahlreiche Linienänderungen und -stilllegungen. So wird der Straßenbahnbetrieb auf dem Terrassenufer eingestellt und der Verkehr der sogenannten „Einmannwagen“ – der Fahrer übernimmt auch die Schaffnerarbeiten – weiter ausgedehnt.

125 Jahre DNN

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Das Tonbild-Theater auf der Prager Straße 45/47 wird geschlossen. Es war eines der ersten großstädtischen Kinos auf der Prager Straße und wurde von der Deutschen Tonbildtheater-Gesellschaft mbH Magdeburg bereits im Jahr 1908 errichtet. Langjährige Besitzer bis zur Schließung sind Robert Petsch mit seiner Frau Franziska.

Am 24. März beschließt die Generalversammlung die Auflösung der Firma Hofbrauhaus, Actienbierbrauerei und Malzfabrik in Dresden-Cotta. Das Hofbrauhaus, eine moderne Brauerei, gehörte zu den zahlreichen Neugründungen, die nach Aufhebung des Bierzwanges und der Einführung der Gewerbefreiheit in der Dresdner Umgebung entstanden. Durch Konkurrenzkampf und Rohstoffmangel im Ersten Weltkrieg geriet das Hofbrauhaus in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Der Brauereibetrieb wurde 1921 eingestellt, ein Jahr darauf die dazugehörige Gaststätte geschlossen.

Der Wasserwissenschaftler Harry Heinrich Jakob Gravelius wird Rektor an der Technischen Hochschule Dresden.

Zu Pfingsten werden die neuen Glocken der St. Martinskirche in Weinböhla geweiht. Die 1894 geweihten Bronzeglocken waren 1917 für Kriegszwecke beschlagnahmt worden. Nach dem Krieg wurde unter großen Mühen eine Spendensumme von 167 000 Mark für neue Glocken gesammelt.

Deutschland, Europa und die Welt

22. Januar: Papst Benedikt XV. stirbt. Der Erzbischof von Mailand, Kardinal Achille Ambrogio Damiano Ratti wird am 6. Februar nach viertägigem Konklave zum Papst gewählt und nimmt den Namen Pius XI. an.

15. Februar: Der Ständige Internationale Gerichtshof in Den Haag hält seine erste Sitzung ab.

5. März: Uraufführung des Stummfilms Nosferatu, eine Symphonie des Grauens von F. W. Murnau in Berlin.

18. März: In Indien wird Mahatma Gandhi (1869-1948) – Rechtsanwalt, Widerstandskämpfer, Publizist, Asket und Pazifist – wegen zivilen Ungehorsams zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Zwei Jahre später wird er wieder entlassen.

3. April: Josef Stalin (1878-1953) wird Generalsekretär der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU).

16. April: Deutschland und Russland unterzeichnen den Vertrag von Rapallo. Beide Länder verzichten auf den Ersatz der Kriegskosten und -schäden.

21. Juni: Wilhelm Goldmann gründet in Leipzig den Goldmann Verlag. Die deutsche Edition der Kriminalromane von Edgar Wallace wird zum Fundament für den verlegerischen Erfolg.

24. Juni: Der deutsche Reichsaußenminister Walther Rathenau wird von Nationalsozialisten ermordet. Das Attentat erschüttert die Weimarer Republik.

11. August: Reichspräsident Friedrich Ebert bestimmt das Lied der Deutschen von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben zur Nationalhymne des Deutschen Reiches.

Im Sommer erfindet Ralph Samuelson auf dem Lake Pepin in Minnesota die Sportart Wasserski und Jonny Weissmüller stellt in Kalifornien in 58,6 Sekunden einen neuen Weltrekord über 100 Meter Freistil-Schwimmen auf.

7. September: Grundsteinlegung für die zukünftige brasilianische Hauptstadt Brasília. Ursprünglich war das 1549 gegründete heutige Salvador da Bahia, ab 1763 dann Rio de Janeiro die Hauptstadt Brasiliens.

Im Oktober beginnt mit dem sogenannten Marsch auf Rom die Machtübernahme Benito Mussolinis und der von ihm geführten faschistischen Bewegung in Italien.

4. November: Howard Carter entdeckt das Grab des Pharaos Tutanchamun im Tal der Könige in West-Theben. Am 22. November öffnet er das Grab im Beisein von George Herbert, 5. Earl of Carnarvon.

30. Dezember: Gründung der Sowjetunion durch die Bolschewiki.

Geboren werden 1922 unter anderem der Politiker und Friedensnobelpreisträger Jitzchak Rabin, der Physiker und Nobelpreisträger Aage Niels Bohr, der Modeschöpfer Pierre Cardin, der Schriftsteller und Satiriker Hansgeorg Stengel, der Leichtathlet Emil Zátopek, die Schauspieler Doris Day, Helga Göring, Judy Garland, Ava Gardner, Telly Savalas, Christopher Lee und Fred Delmare und Filmproduzent Horst Wendlandt.

Gestorben sind 1922 der Schumacher Friedrich Wilhelm Voigt (bekannt als Hauptmann von Köpenick), Kaiser Karl I. von Österreich und der Romancier Marcel Proust.

Von Monika Löffler

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1893 – und zwar am 8. September – erschien in Dresden zum ersten Mal die Tageszeitung „Neueste Nachrichten“. Nur wenig später wurde sie in „Dresdner Neueste Nachrichten“ umbenannt. Das Jubiläum nehmen wir zum Anlass zurückzuschauen in die Geschichte Dresdens, Deutschlands und der Welt. Heute das Jahr 1921.

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