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125 Jahre DNN Dresden und die Welt im Jahr 1921
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13:02 11.04.2018
Nach der Pause im 1. Weltkrieg kehrt der Trubel auf die Vogelwiese zurück. Die Postkarte ist allerdings etwas älter: Die Röcke der Damen waren in den 20er Jahren kürzer. 
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Dresden

 Dresden wird in das deutsche Luftpostnetz einbezogen. Durch die im Versailler Vertrag festgelegten Bestimmungen mussten zwar 1920 beide Luftschiffhallen sowie die meisten Nebengebäude des Flughafens Dresden-Kaditz abgetragen werden, lediglich ein Flugzeugschuppen durfte erhalten bleiben – trotzdem wird im bescheidenen Rahmen der Luftverkehr wieder aufgenommen. Ab 1. Februar verkehrt täglich ein Flugzeug der Deutschen Luft-Reederei zwischen Berlin und Dresden, ab 30. Mai eine Maschine der Deutschen Aero Lloyd auf der Strecke Hamburg – Magdeburg – Leipzig – Dresden.

Am 11. Februar wird der Laubegaster Ruderverein gegründet. Bereits ein Jahr nach der Gründung erwarb der Verein das Grundstück am Laubegaster Ufer, wo heute noch erfolgreich Rudersport betrieben wird. Im Jahr 1923 wurde das Bootshaus eingeweiht.

125 Jahre DNN

Alle Artikel der DNN-Serie finden Sie im Special!

1. April: Kein Aprilscherz – Dresden wird viel größer und hat auf einen Schlag Tausende Einwohner mehr. Die Stadt wächst durch weitere Eingemeindungen. Kleinzschachwitz, Laubegast, Leuben, Kaitz, Dobritz, Mockritz, Gostritz, Kleinpestitz, Coschütz, Niedergorbitz und Obergorbitz, Leutewitz, Briesnitz, Kemnitz, Stetzsch, Blasewitz, Loschwitz, Weißer Hirsch, Bühlau und Rochwitz gehören nun zu Dresden.

Vom 16. bis zum 18. Juli findet auf der Vogelwiese das 4. Sächsisches Kreisturnfest statt.

Erstmals wird im Sommer das „Strandfest im Pieschener Winkel“ (Vorgänger des Pieschner Hafenfestes) gefeiert. Initiiert wird es vom gemischten Volkschor Dresden und dem Deutschen Arbeiter-Sängerbund. Das letzte Strandfest findet 1932 statt. Erst in den 1960er Jahre lebt es in alter Tradition wieder auf. Unter dem neuen Namen „Pieschener Hafenfest“ findet die zweitägige Veranstaltung erstmals im Juni 1965 statt.

Am 1. Oktober gründet sich aus den Orten Deuben, Döhlen und Potschappel die Stadt Freital.

1921 beginnen die Deutschen Werkstätten Hellerau mit dem Bau von Holzhäusern – Fertigteilhäuser in verschiedenen Ausführungen – nach den Plänen von Architekt Karl Bertsch.

Emanuel Goldberg, einer der Gründer von Zeiss Ikon und Direktor der Internationalen Camera Actiengesellschaft in Dresden, entwickelt 1921 die nur 1,5 kg schwere und sehr kompakte 35-mm-Film-Kamera „Kinamo“, die er später mit einem Federwerk versah. Damit war sie die erste automatische Filmkamera für den Amateurbereich.

In Dresden wird der Wilhelm-Limpert-Verlag (der älteste deutsche Sportverlag) gegründet. Er hat seinen Sitz auf der Marienstraße 16. Verlagsgründer ist Wilhelm Limpert – ein aktiver Turner. Das Programm umfasst von Beginn an vorwiegend Trainingsliteratur und Bildbände zum Sport, aber auch touristische, politische und kulturelle Themen. Nach 1945 zieht der Verlag in den Westen Deutschlands und hat seit 1999 seinen Verlagssitz im Hunsrück.

Deutschland, Europa und die Welt

5. Januar: Anlässlich drohender Streiks erhöht die deutsche Reichsregierung die Bezüge der Eisenbahner um 55 bis 70 Prozent.

6. Januar: Das Rembrandt-Gemälde „Abziehendes Gewitter in Herbstlandschaft“ wird in Hamburg aus dem Kontor der Privatbank Heckscher gestohlen. Es hat einen Wert von zwei Millionen Mark.

8. März: Franzosen und Belgier besetzen die Städte Duisburg und Düsseldorf und sichern sich diese als Pfand für die Zahlung der Reparationen.

16. März: Der deutsche Chemiker Fritz Winkler entdeckt bei einem Experiment einen weiteren Aggregatzustand: Plasma.

18. März: Der Kronstädter Matrosenaufstand in Kronstadt bei Sankt Petersburg wird blutig niedergeschlagen.

18. März: Sowjetrussland und Polen unterzeichnen in Riga einen Friedensvertrag zur Beendigung des Polnisch-Sowjetischen Kriegs.

1. April: Der französischen Pilotin Adrienne Bolland gelingt der erste Alleinflug einer Frau über die Anden. Mit einer Caudron G-III bewältigt sie die Flugroute vom argentinischen Mendoza nach Santiago de Chile in 4:17 Stunden.

29. Mai: Bei einer Volksabstimmung in Salzburg stimmen 99,5 Prozent der Stimmberechtigten für den Anschluss an das Deutsche Reich. Die Abstimmung hat jedoch keine Folgen.

11. Juli: Die UdSSR installiert in der Äußeren Mongolei eine Marionettenregierung und bereitet damit die Gründung der Mongolische Volksrepublik vor, die bis 1990 ein Satellitenstaat der Sowjetunion bleibt.

29. Juli: Adolf Hitler wird durch eine Mitgliederversammlung zum Parteivorsitzenden der NSDAP gewählt. Er bekommt diktatorische Macht und propagiert die Durchsetzung politischer Ziele auch mit Gewalt.

23. September: Auf der Deutschen Automobilausstellung in Berlin wird als Weltneuheit das erste aerodynamisch konstruierte Auto, der Rumpler-Tropfenwagen, präsentiert.

30. Oktober: In Los Angeles hat der Stummfilm „Der Scheich“ Premiere. Rudolph Valentino als Hauptdarsteller wird damit über Nacht berühmt.

Albert Einstein erhält 1921 den Nobelpreis für Physik. Allerdings wurde dies erst am 9. November 1922 bekanntgegeben.

Geboren werden 1921 unter anderem die Schriftsteller Friedrich Dürrenmatt und Stanisław Lem, die Widerstandskämpferin Sophie Scholl, der Friedensnobelpreisträger und Atomwissenschaftler Andrei Sacharow, der Künstler Joseph Beuys, die Schauspieler Giulietta Masina, Simone Signoret, Peter Ustinov, Yves Montand, Charles Bronson und Herbert Köfer und DDR-Fernseh-Entertainer Heinz Quermann.

Gestorben sind 1921 unter anderem der Opernsänger Enrico Caruso, der Schriftsteller Ludwig Thoma, die Komponisten Engelbert Humperdinck und Camille Saint-Saëns und der letzte bayerischer König Ludwig III.

Von Monika Löffler

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1893 – und zwar am 8. September – erschien in Dresden zum ersten Mal die Tageszeitung „Neueste Nachrichten“. Nur wenig später wurde sie in „Dresdner Neueste Nachrichten“ umbenannt. Das Jubiläum nehmen wir zum Anlass, zurückzuschauen in die Geschichte Dresdens, Deutschlands und der Welt. Heute widmen wir uns dem Jahr 1920.

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