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125 Jahre DNN Dresden und die Welt im Jahr 1919
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08:37 11.04.2018
Die Zeichnung zeigt die Eröffnungssitzung der Nationalversammlung in Weimar, abgedruckt in der Berliner Illustrierten Zeitung – Aufgenommen ist das Bild durch eine Glasscheibe am 5. Februar 2009 im Stadtmuseum Weimar in der Ausstellung „Weimar 1919 - Chancen einer Republik“. Quelle: Foto: Martin Schutt/dpa
Dresden

 Es herrscht Frieden, aber so richtig friedlich ist es nicht. Das Jahr ist durch viele Unruhen gekennzeichnet – vor allem die Auseinandersetzungen zwischen linken kommunistischen und bürgerlichen und sozialdemokratischen Kräften spitzen sich zu. Auch der Unfrieden zwischen Kriegsheimkehrern und Versehrten und der Gesellschaft und Gesunden nimmt zu.

Am 10. Januar werden bei einer friedlichen Massendemonstration am Wettiner Platz vor der Druckerei der sozialdemokratischen „Dresdner Volkszeitung“ 14 Demonstranten erschossen und über 50 verletzt.

Kriegsverwundete demonstrieren im Februar vor dem sächsischen Kriegsministerium, um auf ihre Benachteiligung hinzuweisen und eine Integration in die Gesellschaft einzufordern.

Am 12. April eskaliert die Situation. Auf dem Theaterplatz demonstrieren 500 bis 600 Kriegsverwundete, Lazarett-Insassen und Krankenpfleger. Sie fordern die sofortige Wiedererhöhung ihrer kürzlich herabgesetzten Löhne und ziehen dann vor das Gebäude des Kriegsministeriums. Eine Abordnung verlangt den Kriegsminister Gustav Neuring zu sprechen. Als dieser die Abordnung nicht empfängt und droht, sie wegen Hausfriedensbruches verhaften zu lassen, stürmen die Demonstranten das Gebäude. Sie schleppen den Minister unter schweren Misshandlungen auf die Straße und werfen ihn von der Augustusbrücke in die Elbe. Als Neuring versucht, an Land zu schwimmen, wird er erschossen. Die sächsische Regierung ruft kurz darauf den Belagerungszustand aus. Erst vier Wochen später wird der Leichnam des Ministers am rund 20 Kilometer entfernten Kötitzer Fährhaus angespült.

125 Jahre DNN

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Am 12. Oktober wird auf dem Gelände des ehemaligen Ostravorwerks das „Stadion am Ostragehege des Dresdner SC“ eröffnet. Es verfügt zunächst über eine Fußballwiese, zwei Laufbahnen, Leichtathletikanlagen sowie eine 42 Meter lange Zuschauertribüne. 1953 erfolgt die Umbenennung in Heinz-Steyer-Stadion

1919 wird der städtische „Verein Volkshochschule“ Dresden unter Geschäftsführer Prof. Karl Reuschel gegründet. Die Geschäftsstelle befindet sich in der Breiten Straße.

In Dresden wird die „Neue Dresdner Sezession Gruppe 1919“, auch Dresdner Sezession oder Gruppe 1919 genannt, gegründet. Zu der expressionistischen Künstlergruppe gehören Peter August Böckstiegel, Otto Dix, Conrad Felixmüller, Wilhelm Heckrott, Constantin von Mitschke-Collande, Otto Schubert, Lasar Segall und Hugo Zehder.

Im Freistaat Sachsen erhalten Frauen erstmals die Erlaubnis für ein Studium an der Dresdner Kunstakademie.

Olga Körner wird in den Gemeinderat in Leuben bei Dresden gewählt, setzt Gehaltsaufbesserung der Gemeindeschwester und Lebensmittelzuteilung für die Erwerbslosen durch, gründet und leitet ein Kinderheim, beteiligt sich an der Einrichtung einer Mütterberatungsstelle.

Deutschland, Europa und die Welt

15. Januar: Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht werden von Soldaten der Garde-Kavallerie-Schützen-Division in Berlin ermordet. Luxemburgs Leiche wird im Landwehrkanal versenkt.

19. Januar: Wahl zur Nationalversammlung in Deutschland: Zum ersten Mal erhalten Frauen das aktive und passive Wahlrecht.

5. Februar: Beginn der zivilen Luftpost in Deutschland. Zweimal täglich starteten Flugzeuge in Berlin-Johannisthal, um Postsendungen zum Tagungsort der Nationalversammlung in Weimar zu transportieren.

6. Februar: Eröffnung der Weimarer Nationalversammlung durch Friedrich Ebert.

11. Februar: Friedrich Ebert wird von der Nationalversammlung zum ersten Reichspräsidenten der Weimarer Republik gewählt und bleibt dies bis 1925.

3. März: Im Stadtteil Lichtenberg beginnen die Berliner Märzkämpfe, wegen derer mehr als 1200 Menschen hingerichtet werden.

21. März: In Weimar entsteht das von Walter Gropius initiierte Bauhaus als eine Hochschule für Gestaltung.

14./15. Juni: Erster Nonstop-Flug über den Atlantik durch John Alcock und Arthur Whitten Brown.

25. Juni: Die Junkers F 13 absolviert als erstes Ganzmetallflugzeug ihren Erstflug.

26. Juni: Der New Yorker Verleger Joseph Medill Patterson bringt die Daily News heraus, die erste Tageszeitung im kleinen Tabloid-Zeitungsformat.

5. Juli: In Nürnberg entsteht als Allgemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund ein Zusammenschluss von 52 Gewerkschaften.

31. Juli: Eröffnung der Funkverbindung Berlin – New York

9. September: Der spanische Passagierdampfer Valbanera gerät vor Havanna in einen Hurrikan und verschwindet spurlos. Erst zehn Tage später wird das Wrack des Schiffs gefunden. Von den 488 Passagieren und Besatzungsmitgliedern fehlte jede Spur, es werden weder Überlebende noch Leichen geborgen.

21. Dezember: Die deutsche Reichspost teilt amtlich mit, dass sie ab 1. Januar 1920 die neue Sendungsart Päckchen zur Beförderung annimmt.

Geboren werden 1919 unter anderem Ex-Bundespräsident Walter Scheel, der Schriftsteller J. D. Salinger, der Meeresbiologe Hans Hass, der Jazz-Sänger Nat King Cole, die Ehefrau des argentinischen Präsidenten Eva Perón, genannt Evita, die Schauspieler Lex Barker, Alberto Sordi und Ove Sprogøe, der Erstbesteiger des Mount Everest Edmund Hillary, der Gründer der SOS-Kinderdörfer Hermann Gmeiner und die Pilotin und Gründerin des gleichnamigen Sex-Shops Beate Uhse.

Gestorben sind unter anderem Ex-US-Präsident Theodore Roosevelt, der Publizist und Politiker Franz Mehring und der Maler Pierre-Auguste Renoir.

Von Monika Löffler

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