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125 Jahre DNN Dresden und die Welt im Jahr 1916
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14:55 27.03.2018
Die Dresdner hungern. Wohl dem, der sich im Garten etwas Gemüse anbauen kann. Quelle: privat
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Dresden

 Am 28. April wird die neue Feuerwache Dresden-Neustadt auf der Louisenstraße eröffnet. Bereits seit 1904 gab es in der Louisenstraße eine Feuerwache, die für den Feuerwachbezirk 2 zuständig war. Die damaligen Wachgebäude bestanden aus mehreren Stellschuppen für die Spritzenwagen und die Zugpferde. Von 1912 bis 1916 wurde nach den Entwürfen von Stadtbaurat Hans Erlwein das heutige Hauptgebäude und ein „Steigergebäude“ für Leiterübungen im Hof der Louisenstraße erbaut. Ab 1914 begann man die Feuerwache zu motorisieren. In den 1920er Jahren wurden auch Motorräder mit Beiwagen angeschafft, ausgerüstet mit Sauerstoff- und Wiederbelebungsgeräte.

Am 5. Juni stirbt der Kosmetikfabrikant Karl August Lingner. Vor allem durch die Herstellung des Odol-Mundwassers erwarb er sich ein Vermögen. Mit der Prodiktion begann er nach einer Zungenkrebsoperation. Lingner setzte sich für die gesundheitliche Aufklärung der Bevölkerung ein und finanzierte und unterstützte in Dresden viele soziale Projekte – die Kinderpoliklinik mit Säuglingsheim in der Johannstadt, die erste Säuglingsklinik, die Zentralstellen für Zahnhygiene und Desinfektion 1901, die Dresdner Lesehalle und das Deutsche Hygiene-Museum. Sein Lebensprojekt wird die erste Internationale Hygiene-Ausstellung von 1911, die 5,5 Millionen Menschen besuchen.

125 Jahre DNN

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Am 13. Oktober führt Blasewitz, damals selbstständige Gemeinde und erst seit 1921 ein Stadtteil von Dresden, eine Katzensteuer ein: Als Maßnahme im Kampf gegen unerwünschte Mitesser in den Notzeiten des Krieges. Die Abgabe betrug für die erste Katze 5 Mark, die zweite 10 Mark, jede weitere 15 Mark. Diese Steuer hatte allerdings nicht lange Bestand. Lebensmittel und viele Dinge des täglichen Lebens werden im Kriegsverlauf immer knapper und vor allem teurer. Die Bevölkerung hungert und ihr Unmut entlädt sich bei Demonstrationen und Streiks. In ganz Deutschland gehen sie auf die Straße und fordern „Frieden und Brot“ – auch in Dresden. Auf Initiative der „Gruppe Internationale“ wird in der Zigarrenfabrik Jedicke, Leipziger Straße, der Zigarrenfabrik Uhlemann, Alaunstraße, und in der Zigarettenmaschinenfabrik „Universelle“ gestreikt. Daran beteiligen sich rund 80 000 Menschen, davon mehrere Tausend Frauen.

Am 28. Dezember erschüttert eine Explosion in der Königlich-Sächsischen Munitionsfabrik im Industriegelände die Stadt. Der nachfolgende Brand löst weitere Detonationen aus. Zahlreiche Gebäude und Magazine fliegen in die Luft. Erst nach zwei Tagen gelingt es der Feuerwehr, den Brand unter Kontrolle zu bringen. Der Feuerschein am Nordhang der Stadt ist von überall zu sehen. Immer wieder kommt es zu neuen Explosionen, erst am 4. Januar können die Einsatzkräfte mit dem Aufräumen auf dem Areal oberhalb der Albertstadt beginnen.

Die Zahl der Toten variiert zwischen neun und 17, zahlreiche Menschen werden zum Teil schwer verletzt. Rund 50 Gebäude, Geschoss-, Feldpatronen- und Pulverhäuser, Fertigungshallen, Lagerhäuser und Munitionsschuppen werden durch das Unglück komplett zerstört.

Nach der Katastrophe machen Gerüchte die Runde: Es sei ein Anschlag und Sabotage gewesen. In Wahrheit war fehlerhafte Munition der Grund für die Explosion.

Deutschland, Europa und die Welt

21. Februar:Mit einem Granatenabschuss beginnt die Schlacht um Verdun. Danach eröffnen die 1220 deutschen Geschütze aller Kaliber gleichzeitig das Feuer auf die französischen Stellungen und auf das Hinterland. Die Deutschen setzen erstmals zwölf Fesselballone koordiniert ein, die Informationen zur Gefechtsfeldaufklärung liefern. Bis zum 18. Dezember werden in der Schlacht um Verdun über 700 000 deutsche und französische Soldaten getötet oder verwundet.

7. März: Aus den Anfang des Jahres in Konkurs gegangenen Flugmaschinenwerken von Gustav Otto gehen die Bayerischen Flugzeugwerke hervor. Der Tag gilt als das offizielle Gründungsdatum der späteren Bayerischen Motoren Werke (BMW).

30. April: Das Deutsche Reich und Österreich-Ungarn führen als weltweit erste Länder die Sommerzeit ein, um die Stundenzahl an nutzbarem Tageslicht zu vergrößern. Der 1. Mai beginnt bereits am 30. April um 23 Uhr.

22. Mai: Im Deutschen Reich wird das Kriegsernährungsamt gegründet. Es soll die Sicherung der Volksernährung während des Ersten Weltkriegs gewährleisten. Dennoch kommt es Ende des Jahres, unter anderem verursacht durch die Kartoffelfäule, zu einer Hungersnot, dem sogenannten Kohlrübenwinter.

1. Juli: Mit der Sprengung der Lochnagar-Mine setzt die Schlacht an der Somme ein, die zur verlustreichsten Schlacht im Ersten Weltkrieg werden wird. Bis November werden etwa 1,2 Millionen britische, deutsche und französische Soldaten getötet oder verwundet.

2. September: In Leipzig wird die Deutsche Bücherei eingeweiht.

16. Oktober: Die längste Eisenbahnstrecke der Welt, die Transsibirische Eisenbahn, wird mit der Eröffnung der Brücke von Chabarowsk über den Amur fertiggestellt.

21. November: Der österreichische Kaiser Franz Joseph I. stirbt im Alter von 86 Jahren in Wien.

30. Dezember: Der russische Wanderprediger Grigori Rasputin wird in Petrograd ermordet.

Geboren werden 1916 unter anderem die Politiker François Mitterrand und Robert McNamara, der Dirigent und Violinist Yehudi Menuhin, der Schriftsteller Roald Dahl und die Schauspieler Gregory Peck, Kirk Douglas, Glenn Ford und Peter Finch.

Gestorben sind unter anderem der österreichische Kaiser Franz Joseph I., der Komponist Max Reger und die Schriftsteller Jack London und Gorch Fock.

Von Monika Löffler

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