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125 Jahre DNN Dresden und die Welt im Jahr 1915
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14:55 27.03.2018
Das deutsche Heer setzt bei Ypern in Belgien als erstes Land Giftgas ein, indem es Chlorgas auf die gegnerischen Stellungen abbläst.  Quelle: dpa
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Dresden

 Am 31. Mai wird Bernhard Blüher zum neuen Dresdner Oberbürgerbürgermeister gewählt. Blüher bekleidet dieses Amt vom 1. Oktober 1915 bis zum 31. März 1931. Er verspricht sein besonderes Augenmerk auf die Versorgung der Bevölkerung mit bezahlbaren Lebensmitteln und die Unterstützung von Kriegsopfern zu legen. Der Krieg prägt das tägliche Leben. Die gesamte Wirtschaft wird auf dessen Belange ausgerichtet. In Dresden koordinierte eine Kriegsrohstoffstelle den Waren- und Produktionsverkehr. Sogar die Elefanten des Zirkus Sarrasani werden herangezogen, um Transportleistungen für die Bevölkerung zu übernehmen.

Die Versorgungslage verschlechterte sich dramatisch, Lebensmittel werden immer teurer und knapper. Am 24. Oktober empfängt Blüher eine Abordnung von Dresdner Frauen und kündigt an, Frauen in die städtische Preisprüfstelle zu berufen.

125 Jahre DNN

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Im Krieg wollen die Dresdner Neuesten Nachrichten ihren Lesern in besonderem Maße Helfer und Ratgeber sein. Sie bemühen sich, durch Spenden und soziale Aktionen Hilfe zu geben. So erhält das Rote Kreuz verschiedentlich ansehnliche Beträge, darunter den Erlös aus Extrablättern, die bisher kostenlos abgegeben wurden. In der Politik gibt sich die Zeitung patriotisch. Die Außenpolitik nimmt den Hauptplatz ein, die Innenpolitik tritt weniger in Erscheinung. Auch im Lokalteil hat fast jede Nachricht einen Bezug zum Krieg.

Deutschland, Europa und die Welt

Auch international beherrscht die Berichterstattung über den 1. Weltkrieg die Presse. Auf den Schlachtfeldern in Europa, im Nahen Osten, in Afrika, Ostasien und Ozeanen aber auch zu Wasser und in der Luft tobt der Krieg mit nie gekannter Härte. Die Auswirkungen sind auch im Hinterland zu spüren. Im Deutschen Reich wird die Versorgung mit Brot rationiert. Die Brotkarte ist die erste von weiteren, folgenden Lebensmittelmarken. Zudem kommt es zum sogenannten Schweinemord, einer staatlich angeordneten Massenschlachtung von Schweinen, da die zur Mast benötigten Kartoffel- und Getreidebestände für die Versorgung der Bevölkerung benötigt werden. Im ersten Quartal werden über fünf Millionen Schweine geschlachtet. Da es Probleme mit der Konservierung gibt – wegen kriegsbedingten Metallmangels wird für Konservendosen minderwertiges Material verwendet – verdirbt ein Großteil. So kommt es zu einem Schweinefleischmangel und Ende des Jahres zu Höchstpreisen.

4. Februar: Hugo von Pohl, Chef der deutschen Hochseeflotte, gibt den Befehl zum uneingeschränkten U-Boot-Krieg, wonach alle ausländischen Schiffe innerhalb der Sperrzone um Großbritannien und Irland ohne Vorwarnung versenkt werden dürfen.

18. Februar: Rosa Luxemburg muss in Berlin eine einjährige Haftstrafe im Frauengefängnis Barnimstraße antreten, zu der sie im Vorjahr ein Gericht verurteilt hat, weil sie zur Kriegsdienstverweigerung aufgerufen hat.

22. Februar: Die Winterschlacht in den Masuren an der Ostfront mit insgesamt mehr als 70 000 Toten, Verwundeten und Vermissten endet mit einem Sieg der deutschen Truppen, die die letzten russischen Einheiten aus deutschem Gebiet vertreiben können, doch die geplante Einkesselung und völlige Vernichtung der russischen Armee scheitert.

10. April: Das Internationale Olympische Komitee (IOC) zieht wegen des Krieges von Paris nach Lausanne in die neutrale Schweiz um.

22. April: Das deutsche Heer setzt bei Ypern in Belgien als erstes Land Giftgas ein, indem es Chlorgas auf die gegnerischen Stellungen abbläst. In den folgenden Kriegsjahren und der sich gegenseitig hochschaukelnden Eskalationen kommen immer wirksamere chemische Waffen zum Einsatz.

24. April:Talât Pascha ordnet als türkischer Innenminister die Deportation der armenischen Elite an. Führende Persönlichkeiten werden verhaftet und in Konzentrationslager verschleppt, zwangsumgesiedelt, gefoltert, enteignet und viele von ihnen getötet. Damit wird der Völkermord an den Armeniern eingeleitet.

7. Mai: Das deutsche U-Boot U 20 versenkt den britischen Luxusdampfer RMS Lusitania. Dabei kommen 1198 Menschen ums Leben.

11. September: Die britische Hauptstadt London wird von deutschen Zeppelinen bombardiert.

Weitere Ereignisse

13. Januar: Bei Avezzano in den Abruzzen kommen bei einem Erdbeben rund 30 000 Menschen ums Leben.

19. Januar: In den Vereinigten Staaten erhält Georges Claudes mit Neon gefüllte Leuchtröhre Patentschutz.

26. Januar: US-Präsident Woodrow Wilson gründet den Rocky-Mountain-Nationalpark in Colorado.

2. Juni: Albert Einstein hält in der Treptower Sternwarte seinen ersten öffentlichen Vortrag über die von ihm entwickelte Allgemeine Relativitätstheorie.

16. November: Auf die charakteristische Coca-Cola-Flasche wird ein US-Patent erteilt

17. November: Die Operette „Die Csárdásfürstin“ von Emmerich Kálmán wird mit großem Erfolg am Johann Strauß-Theater in Wien uraufgeführt.

19. November: Das Filmtechnikunternehmen Technicolor wird gegründet.

12. Dezember: Die Junkers J 1, das weltweit erste Ganzmetallflugzeug, startet zum Jungfernflug.

Geboren werden 1915 unter anderem der Politiker Franz Josef Strauß, die Chansonsängerin Édith Piaf, Schauspieler und Regisseur Orson Welles, Fußballtrainer Helmut Schön, Jazzsängerin Billie Holiday, die Schauspieler Ingrid Bergmann, Anthony Quinn, Curd Jürgens und Willi Schwabe, der Opernsänger Mario del Monaco, Schriftsteller Stephan Hermlin und Schauspieler und Sänger Frank Sinatra.

Gestorben sind 1915 unter anderem der Medizinnobelpreisträger und Begründer der Chemotherapie Paul Ehrlich, der Unternehmer und AEG-Gründer Emil Rathnau und der Arzt Alois Alzheimer.

Von Monika Löffler

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