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125 Jahre DNN Dresden und die Welt im Jahr 1912
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14:51 17.03.2018
Am 22. Dezember 1912 eröffnet Hans Stosch-Sarrasani am Königin-Carola-Platz das Circus-Theater 5000.  Quelle: Foto: DNN
Dresden.

 Am 30. März stirbt in Radebeul der Schriftsteller Karl May. Der fantasiebegabte Erfinder von Winnetou, Old Shatterhand und Kara Ben Nemsi erliegt im Alter von 70 Jahren einem Herzversagen.

Am 23. Juni wird das „Germania-Bad“ im damaligen „Kurort Langebrück bei Dresden“ (heute Waldbad Langebrück) eröffnet. Seinen Namen erhält es nach dem Dresdner Schwimmklub Germania, der hier regelmäßig seine Trainingseinheiten absolviert. Das Bad besitzt durch einen Bretterzaun getrennte Bereiche für Damen und Herren, verfügt über gasbeheizte Duschen sowie einen Sprungturm. Außerdem wird in den Anfangsjahren ein Gondelverleih betrieben. Das Bad wird im Laufe der Jahrzehnte mehrmals erweitert. Teile der Anlage, darunter das Kassenhäuschen, der Kiosk, die Erfrischungshalle und drei historische Umkleidekabinen stehen unter Denkmalschutz.

Am 1. Juli wird Tolkewitz nach Dresden eingemeindet.

An der Waisenhausstraße entsteht ein Riesenvergnügungsetablissement. Der Architekt Martin Pietzsch baut dort das U.T. (Union-Theater oder Union-Lichtspiele), das erste „Superkino“ Dresdens, das über mehr als 1000 Sitzplätze verfügt. Sieben breite Flügeltüren führen zum Zuschauerraum, der ähnlich wie ein Theater Parkett und Rang hat. 750 Plätze befinden sich im Parkett und 250 Plätze auf dem Rang sowie auf Proszeniumslogen. Das U.T. ist das erste Kino mit hufeisenförmigen Grundriss und einer dynamischen Lichtarchitektur. Das Gebäude wird bei den Angriffen am 13. Februar 1945 zwar nur leicht beschädigt, jedoch auf Anweisung vom Zentralplanungsbüro und dem Rat des Bezirkes 1964 abgerissen. Im Gebäude befand sich auch der Regina-Palast, ein Restaurant mit Kabarett.

125 Jahre DNN

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Am 22. Dezember eröffnet Hans Stosch-Sarrasani am Königin-Carola-Platz das Circus-Theater 5000 für fast 4000 Besucher – den ersten festen Zirkusbau Europas und das modernste und komfortabelste Zirkustheater der damaligen Zeit. Vier Stunden dauerte die gigantische Eröffnungsshow. „Die Eröffnung des Zirkus Sarrasani war die Sensation dieses vierten Advents für die hiesigen Gesellschaftskreise. Was Sarrasani der Stadt Dresden gegeben hat, erlebten wir gestern; die kommenden Wochen werden zeigen, was die Stadt Dresden Sarrasani zu geben hat“, schrieben damals die Dresdner Neueste Nachrichten.

Sarrasani hatte nicht nur ein modernes Zirkuskonzept entwickelt, sondern startet auch innovative Werbekampagnen. 1913 holte der Zirkusdirektor die erste Gruppe Sioux-Indianer nach Dresden. Sie wurden neben den Elefanten zum Markenzeichen von Sarrasani. Der Chef baute den Zirkus weiter aus – um 1926 hatte er etwa 400 Tiere und war ein multikulturelles Unternehmen. Am 13. Februar 1945 findet die letzte Vorstellung statt, als die Bomberverbände bereits im Anflug waren. Die Vorstellung wird abgebrochen, das Zirkustheater zerstört. Ein kleiner Brunnen an der Sarrasanistraße erinnern heute an den alten Standort.

Deutschland, Europa und die Welt

6. Januar: Alfred Wegener stellt während eines Treffens der Geologischen Vereinigung im Frankfurter Senckenberg-Museum erstmals seine Gedanken zur Kontinentalverschiebung in der Öffentlichkeit vor.

12. Januar: Bei der Reichstagswahl zum 13. Deutschen Reichstag verdoppeln die Sozialdemokraten ihre Sitze und werden trotz der Verzerrung durch das Mehrheitswahlrecht stärkste Fraktion.

1. März: Der US-Amerikaner Albert Berry springt als erster Mensch mit einem Fallschirm aus einem Flugzeug.

11. März: Im Ruhrgebiet streiken Bergarbeiter. Es wird Militär eingesetzt, so dass der Ausstand am 19. März abgebrochen werden muss.

14. April: Gegen 23.40 Uhr rammt der Luxusdampfer R.M.S. Titanic im Nordatlantik einen Eisberg. Das Schiff der White Star Line unter Kapitän Edward John Smith wird auf der Steuerbordseite aufgerissen. Die Titanic versinkt am 15. April um 2.20 Uhr im Atlantik. Zwischen 1490 und 1517 Menschen sterben.

Bei den von Mai bis Juli stattfindenden Olympischen Spielen in Stockholm werden auch Kunstwettbewerbe abgehalten. In der Disziplin Literatur gewinnt Pierre de Coubertin unter dem Pseudonym „Georges Hohrod und Martin Eschbach“ die Goldmedaille für seine Ode an den Sport.

14. Mai: Der Deutsche Reichstag billigt eine neue Flottenvorlage, die unter anderem den Bau von 41 Schlachtschiffen und Schlachtkreuzern vorsieht.

8. Oktober: Nachdem das Osmanische Reich die ultimative Forderung des aus Serbien, Bulgarien, Montenegro und Griechenland bestehenden Balkanbundes nach Autonomie für Albanien und Altserbien zurückgewiesen hat, beginnt mit der Kriegserklärung Montenegros der Erste Balkankrieg.

18. Oktober: Der Italienisch-Türkische Krieg endet nach Friedensverhandlungen in Ouchy bei Lausanne.

27. Oktober: Die erste Sektion der von dem Ingenieur Julius Pohlig erbauten Seilbahn auf dem Zuckerhut wird eröffnet. Sie führt von Rio de Janeiro auf den Morro da Urca.

6. Dezember: Der deutsche Archäologe Ludwig Borchardt entdeckt in Tell El-Amarna die 3000 Jahre alte Büste der Nofretete, Gattin des Echnaton.

8. Dezember: Beim Kriegsrat Kaiser Wilhelms II. mit der militärischen Führungsspitze wird über einen zukünftigen Krieg gegen Russland, Frankreich und Großbritannien beraten.

8. Dezember: Der Dreibund zwischen dem Deutschen Reich, Österreich-Ungarn und dem Königreich Italien wird um sechs Jahre verlängert.

Geboren werden 1912 unter anderem der Raketentechniker und Raumfahrtpionier Wernher von Braun, die Eiskunstläuferin Sonja Henie, Schauspielerin Elizabeth Taylor, die Schriftsteller Jorge Amado, Erwin Strittmatter und Francis Durbridge, der Regisseur Michelangelo Antonioni und der Politiker Erich Honecker.

Gestorben sind der irische Schriftsteller und Dracula-Erfinder Bram Stoker, der Komponist Jules Massenet und der Dramatiker August Strindberg.

Von Monika Löffler

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