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125 Jahre DNN Dresden und die Welt im Jahr 1906
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11:11 27.02.2018
Innenansicht des im Jugendstil erbauten Güntzbades an der Carolabrücke.  Quelle: Unbekannt – Die Architektur des XX. Jahrhunderts, Zeitschrift für moderne Baukunst, Jahrgang 1906
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Dresden

 1893 – und zwar am 8. September – erschien in Dresden zum ersten Mal die Tageszeitung „Neueste Nachrichten“. Nur wenig später wurde sie in „Dresdner Neueste Nachrichten“ umbenannt. Das Jubiläum nehmen wir zum Anlass zurückzuschauen in die Geschichte Dresdens, Deutschlands und der Welt. Heute widmen wir uns dem Jahr 1906.

Dresden und die Region

Am 2. Januar wird das Güntzbad am Elbberg in der Pirnaischen Vorstadt eröffnet. Das erste große Hallenbad der Stadt besitzt eine repräsentative Fassade mit Jugendstil-Ornamenten. Im Inneren gibt es zwei getrennte Schwimmhallen für Herren und Damen und 50 Wannenbäder für die Bevölkerung der angrenzenden Wohnviertel. Außerdem gibt es ein irisch-römisches Schwitzbad, ein Hundebad sowie einen als „Bad-Café“ bezeichneten Erfrischungsraum. In der angeschlossenen Wäscherei können Badegäste Kleidungsstücke waschen und bügeln lassen. Bereits im Eröffnungsjahr werden über 195 000 Besucher gezählt.

Am 3. März nimmt die Lockwitztalbahn den Betrieb auf. Die Überlandstraßenbahn verkehrt im Lockwitztal zwischen Kreischa und Niedersedlitz. Zunächst gibt es auf der 9,2 Kilometer langen Strecke keine Haltestellen, die werden erst ab Mai eingeführt, da das Halten bei Bedarf den Betrieb zu sehr behindert. Die Straßenbahn übernimmt neben dem Personentransport auch den Posttransport entlang der Strecke. 1977 wird der Verkehr eingestellt, am 18. Dezember rückt die Bahn zum letzten Mal aus.

125 Jahre DNN

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Am 23. April wird das König-Albert-Denkmals auf dem Schlossplatz enthüllt. Es wird nach 1945 eingeschmolzen. Heute steht dort ein Denkmal mit einer Skulptur von Friedrich August I.

Vom 12. Mai bis Ende Oktober findet in den Ausstellungshallen am Großen Garten die 3. Deutsche Kunstgewerbe-Ausstellung statt.

Am 23. Juni wird die Bismarcksäule in Dresden-Räcknitz eingeweiht. Die 23 Meter hohe Säule mit einer Feuerschale wurde im Rahmen der Bismarckverehrung dieser Zeit auf Anregung der Dresdner Studentenschaft errichtet

Im September beginnen die Bauarbeiten für den städtischen Vieh- und Schlachthof im Ostragehege. Der alte Schlachthof auf der gegenüber liegenden Elbseite an der Leipziger Straße war dem Wachstum der Stadt und der Zunahme der Bevölkerung nicht mehr gewachsen, so wurde ein Neubau beschlossen. Unter Oberbürgermeister Otto Beutler wird der Leiter des Hochbauamtes Hans Erlwein mit den konkreten Planungen beauftragt.

1906 werden in Dresden mehrere Kinos eröffnet, so das „American-Theater“ in der Pirnaischen Vorstadt, das Campaneta-Theater am Freiberger Platz, dass mit 350 Plätzen damals zweitgrößte Kino der Stadt, dass eine Ventilation für Frischluft und eine Zentralheizung besitzt, das Dedrophon auf der Wettiner Straße und das Kinematographentheater, Saxonia an der Annenstraße.

Deutschland, Europa und die Welt

3. März: Gründung des Naturkundemuseum Leipzig.

10. März: Eine Kohlenstaubexplosion löst das Grubenunglück von Courrières in Nordfrankreich aus, dem 1 100 Menschen, darunter auch zahlreiche Kinder, zum Opfer fallen. Ungefähr 600 unter Tage eingeschlossene Bergleute können in den nächsten Wochen gerettet werden. Es handelt sich um das schlimmste Grubenunglück in der Geschichte Europas.

21. März: Zar Nikolaus II. schränkt durch Erlasse die Rechte der geplanten Duma in Russland drastisch ein.

18. April: Bei einem schweren Erdbeben und den daraus resultierenden Bränden wird die kalifornische Stadt San Francisco verwüstet. Die Zahl der Toten variiert zwischen 700 und 3 000 Menschen, rund 20 000 werden obdachlos.

28. April: In Mailand wird die Weltausstellung eröffnet, die dem Thema Verkehr gewidmet ist.

21. Mai: Der deutsche Reichstag ändert Artikel 32 der Reichsverfassung und führt damit Abgeordnetendiäten ein.

26. Juni: Erstes Grand-Prix-Rennen in Le Mans.

3. August: In der Kieler Krupp Germaniawerft läuft mit U 1 das erste deutsche U-Boot vom Stapel.

16. August: Ein Erdbeben der Stärke 8,2 auf der Richterskala erschüttert Valparaíso, Chile, rund 20.000 Menschen kommen ums Leben.

14. September: Nach einem regierungsfeindlichen Aufstand auf Kuba wird die Insel von amerikanischen Marineinfanteristen besetzt. Die Republik Kuba wird fortan direkt von den USA aus verwaltet.

3. Oktober: Auf der Internationalen Funkkonferenz in Berlin wird das SOS an Stelle des bisherigen CQD zum internationalen Notrufsignal erklärt.

8. Oktober: Der deutschen Friseur Karl Ludwig Nessler führt in London eine von ihm gebaute Apparatur vor, die Damenköpfe mit Dauerwellen verschönt.

16. Oktober: Der als Hauptmann verkleidete Schumacher Wilhelm Voigt dringt in das Köpenicker Rathaus ein, verhaftet den Bürgermeister und raubt die Stadtkasse. Als Hauptmann von Köpenick geht er in die Geschichte ein.

13. Dezember: Der Deutsche Reichstag wird aufgelöst, weil zuvor Zentrum und SPD einen Nachtragshaushalt abgelehnt hatten. Damit sollten erhebliche Geldausgaben für die koloniale Schutztruppe in Deutsch-Südwestafrika gebilligt werden. Bei der folgenden Reichstagswahl 1907 büßt die SPD-Fraktion 38 ihrer bisher 81 Sitze ein.

Geboren werden 1906 unter anderem die Dresdner Malerin Lea Grundig, der Politiker Herbert Wehner, der Reeder Aristoteles Onassis, der Theologe und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer, der Schriftsteller und Nobelpreisträger Samuel Beckett, die Tänzerin Josephine Baker, der Komponist Dmitri Schostakowitsch, die Regisseure Billy Wilder, Wolfgang Staudte, Luchino Visconti und Otto Preminger, der Schriftsteller Klaus Mann und der sowjetische Politiker Leonid Breschnew.

Gestorben sind 1906 unter anderem der französischer Physiker und Nobelpreisträger Pierre Curie, der norwegischer Dramatiker Henrik Ibsen und der französischer Maler Paul Cézanne.

Von DNN

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