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125 Jahre DNN Dresden und die Region im Jahr 1893
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09:41 10.01.2018
Am 15. Juli wird das „Blaue Wunder“ für den Verkehr freigegeben.  Quelle: Dietrich Flechtner
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Dresden

 Ostern wird der Botanische Garten am neuen Standort am Großen Garten eröffnet. Die alte Anlage an der Moritzallee zwischen Pirnaischem Platz und Brühlscher Terrasse war zu klein geworden. Das Ministerium hatte ein etwa fünf Hektar großes Ackerfeld in der Nordwestecke des Großen Gartens freigegeben. Die restliche Fläche nutzte die Stadt später für die schon mehrere Jahre geplante Errichtung eines Ausstellungspalastes.

Mit einer Geschwindigkeit von 30 Kilometern in der Stunde rollt am 6. Juli die erste elektrische Straßenbahn Sachsens durch Dresden. Die Strecke der „Elektrischen“ führt vom Schloßplatz nach Blasewitz. Bereits am 26. Juni gab es unter Anteilnahme von König Albert eine Probefahrt.

125 Jahre DNN

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Am 15. Juli wird das „Blaue Wunder“ für den Verkehr freigegeben. Die Elbbrücke erhält den Namen „König-Albert-Brücke“ und verbindet den Schillerplatz (Blasewitz) und den Körnerplatz (Stadtteil Loschwitz). Auch die erst wenige Tage zuvor eröffnete erste elektrische Straßenbahnlinie Dresdens vom Schloßplatz zum Schillerplatz wird über die Brücke zum Körnerplatz verlängert. Sie war eine der weltweit ersten Brücken, die ohne Pfeiler im Flussbett auskam. Aufgrund dieser technischen Leistung und dem bläulichen Anstrich erhielt sie den Namen „Blaues Wunder“, obwohl sie offiziell Loschwitzer Brücke heißt. Für die Benutzung der Brücke musste übrigens bis Anfang der 20er Jahre ein Brückengeld entrichtet werden.

Ebenfalls am 15. Juli wird die Markthalle am Antonsplatz feierlich eröffnet. Sie wurde unter der Oberbauleitung von Edmund Bräter in den Jahren 1891 bis 1893 errichtet und ist eine ersten feststehenden Marktplätze, die wegen der unzureichenden Versorgung einer schnell wachsenden Großstadt mit frischen Lebensmitteln notwendig war.

Die Diakonissenanstalt Dresden an der Bautzner Straße in der Äußeren Neustadt wird erweitert. Am 13. Oktober wird ein neues Krankenhausgebäude eingeweiht. Damit verfügte das Krankenhaus damals über 200 Betten.

Nachwuchs bei den Wettinern: Georg von Sachsen, letzter Kronprinz des Königreichs Sachsen, wird am 15. Januar 1893 als erstes Kind des Prinzen Friedrich August von Sachsen, des späteren Königs Friedrich August III. und dessen Ehefrau Luise von Sachsen, im Taschenbergpalais des Dresdner Residenzschlosses geboren. Die Geburt des Thronfolgers wird mit 101 Kanonenschüssen verkündet. Im Mai 1943 erleidet der 50-Jährige beim Schwimmen im Groß-Glienicker See bei Berlin einen Herzanfall, an dessen Folgen er stirbt.

Am 31. Dezember 1893 wird sein Bruder Friedrich Christian von Sachsen geboren. Als spätere Chef des Hauses Wettin nennt er sich ab 1932 Friedrich Christian Markgraf zu Meißen. Er stirbt 1968 in der Schweiz.

Ein kleiner Mann aus Sachsen erobert den literarischen Markt. Karl May veröffentlicht seine drei „Winnetou“ Bände und etabliert sich damit als Abenteuerschriftsteller. Heute noch ist er einer der am meisten gelesenen Schriftsteller, vor allem bei Kindern und Jugendlichen. Die Auflagen seiner Werke werden in Millionen gezählt.

Deutschland, Europa und die Welt

1. Januar: Karl Schenk wird zum sechsten Mal Schweizer Bundespräsident.

23. Februar: Rudolf Diesel erhält ein Patent auf „Arbeitsverfahren und Ausführungsart für Verbrennungskraftmaschinen“. Damit gibt der Erfinder dem Dieselmotor seinen Namen.

13. März: An der Ecke Fifth Avenue und 33rd Street in New York City eröffnet William Waldorf Astor das von Henry Janeway Hardenbergh entworfene Waldorf Hotel.

1. April: In Deutschland wird die Mitteleuropäische Zeit als einheitliche Uhrzeit eingeführt. Dadurch soll unter anderem die genaue Regulierung des Fahrplanes der Eisenbahn gewährleistet werden.

7. April: Der Kellner Maxime Gaillard eröffnet in Paris das mittlerweile weltberühmte Restaurant Maxim’s.

12. April: Im Pariser Olympia wird der große Konzertsaal eingeweiht.

6. Mai: Wilhelm II. löst den 1890er Reichstag auf, weil er die von ihm gewünschte Aufrüstung des Heeres ablehnt. Im darauf folgenden Wahlkampf siegen die Befürworter der wilhelminischen Politik aus der Konservativen und Nationalliberalen Partei.

10. Mai: In Bonn wird das Beethoven-Haus eröffnet, das Geburtshaus des Komponisten ist damit eine Gedenkstätte.

22. Juni: Während eines Manövers im Mittelmeer kollidieren vor Tripolis die beiden britischen Kriegsschiffe Camperdown und Victoria. 358 Soldaten finden beim Untergang der Victoria den Tod.

11. Juli: Dem Japaner Kokichi Mikimoto gelingt erstmals die Herstellung einer Zuchtperle.

3. November: Im Hafen der spanischen Stadt Santander explodiert der mit Dynamit beladene Frachter Cabo Machichaco, nach einem an Bord ausgebrochenen Brand. 590 Menschen sterben, 525 werden verletzt.

6. November: Peter Tschaikowski stirbt an einer Cholerainfektion. Der Komponist von „Schwanensee“ und „Der Nussknacker“ hatte wenige Tage vor seinem Tod in Sankt Petersburg die Uraufführung seiner Sinfonie Nr. 6 „Pathétique“ in h-Moll dirigiert.

Geboren werden 1893 unter anderem der spanische Maler Joan Miró, die deutschen Schauspieler Conrad Veidt und Heinrich George, der Schriftsteller Hans Fallada und die Politiker Walter Ulbricht und Mao Zedong.

Von Monika Löffler

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