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125 Jahre DNN Dresden und die Welt im Jahr 1936
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16:33 05.06.2018
Der farbige Amerikaner Jesse Owens (r.) gewinnt den 100m-Endlauf bei den XI. Olympischen Sommerspielen in Berlin. Quelle: Foto: dpa/Archiv
Dresden

 Vom 24. April bis 11. Oktober findet im Dresdner Ausstellungsgelände und Teilen des Großen Gartens die „1. Reichsausstellung des deutschen Gartenbaues“ statt. In 14 Hallen und einer Gesamtausstellungsfläche von 400 000 Quadratmetern wird den Besuchern ein endloses Blumenmeer der verschiedenen Jahreszeiten präsentiert. Daneben gibt es Modenschauen, Auftritte von Turnern und die Sonderschau „Der große Garten des Lebens“, die sich mit den Themen Heim, Garten, Wandern, Reisen, Spiel und Sport beschäftigt. Die Ausstellung ist ein Riesenerfolgt – insgesamt werden mehr als 3,2 Millionen Besucher gezählt.

Am 24. Mai wird mit den „Basteispielen“ von Kurt Arnold Findeisen die Felsenbühne in Rathen eröffnet. An dem Stück wirkten 200 Rathener Einwohner vor und hinter der Bühne mit. Die einzigartige Lage und die natürliche Felskulisse machen die Felsenbühne im Wehlgrund zum „schönsten Naturtheater Europas“.

Am 5. Juni wird das neugestaltete Königsufer übergeben. Auf etwa zwei Kilometern war ab 1933 zwischen Marienbrücke und Rosengarten das Elbufer umgestaltete worden, es entstanden Gartenanlagen, Freitreppen, Pavillons und Plastiken – zu den bekanntesten zählt der 1902 gefertigte „Bogenschütze“ von Ernst Moritz Geyger. Im Rosengarten wurden 6000 Rosenstöcke gepflanzt. Unterhalb des Finanzministeriums lassen die Nationalsozialisten einen Platz für Aufmärsche und Kundgebungen anlegen.

125 Jahre DNN

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Auf dem Weg zu den Olympischen Sommerspielen macht das olympische Feuer am 31. Juli in Dresden Station. Sportler nehmen die Fackel an der tschechoslowakischen Grenze in Empfang und tragen sie über Berggießhübel und Pirna bis nach Dresden. Am Nachmittag findet am Neustädter Königsufer eine große Feier statt.

Am 15. August wird mit dem Film „Kohlhiesels Töchter” an der Schandauer Straße (Altenberger Platz) ein neues Kino eröffnet. Das Gebäude entstand 1897 als Gaststätte „Erholung“ mit angeschlossenem Ballsaal. Bereits 1926 hatte der damalige Besitzer die Erlaubnis erhalten, dort Filme aufzuführen – allerdings mit wenig Erfolg, die „Ost-Lichtspiele” schlossen zwei Jahre später. 1936 wird im Saal erneut ein Kino eingerichtet, das sich dauerhaft etablierte. Heute befinden sich dort das Programmkino Ost.

Der Dresdner Chocolatier Herbert Wendler erfindet eine leckere aber preisgünstige Süßigkeit – den Dominostein, eine Nascherei die sich auch weniger gut Betuchte leisten können. Die „Schichtpraline“ wird vor allem mit der Nahrungsmittel- und Rohstoffknappheit im Zweiten Weltkrieg ein Erfolg.

1936 wird „Sport-Barthel“ gegründet. Margarethe Barthel eröffnet an der Annenstraße/Ecke Sternplatz ein Textilgeschäft. Da ihr Mann Walter Sportlehrer war, nahm sie vorwiegend Sportbekleidung in ihr Angebot auf. Nach 1945 zieht „Sport-Barthel“ an die Königsbrücker Straße und wird eine Dresdner Institution. Zu DDR-Zeiten gilt der Laden als Adresse für Ware, an die sonst nur schwer zu kommen war. Nach der Wende bleibt die Kundschaft weg, der legendäre Sportausstatter gibt auf.

Die Dresdner Straßenbahn AG führt 1936 Stadtrundfahrten ein. Für eine bessere Sicht werden extra Trieb- und Beiwagen zu „Aussichtswagen“ umgebaut und die Dächer verglast. Die Fahrt dauert zweidreiviertel Stunden und schließt eine Besichtigung des Zwingers und einen Abstecher zur Schwebebahn ein. Der Preis beträgt eine Mark.

Bereits ab 1933 hatte die Straßenbahn AG die sogenannten Fahrten „ins Blaue“ und „ins Schwarze“ eingeführt – die für wenig Geld am Nachmittag in ein Ausflugslokal und am Abend in ein Restaurant führten – Kaffee und Kuchen, sowie ein Imbiss und ein Bier am Abend inklusive.

Am 23. September wird der erste Bauabschnitt der Autobahn zwischen Dresden, Chemnitz und Meerane sowie die Autobahnbrücke für den Verkehr freigegeben. Im März 1934 hatte Sachsens Reichsstatthalter Martin Mutschmann in Dresden-Kemnitz den ersten Spatenstich vollzogen.

Deutschland, Europa und die Welt

5. Februar: Charlie Chaplins satirischer Stummfilm „Modern Times“ hat in New York Premiere. Der Film, der eine Satire auf den Taylorismus in der Arbeitswelt darstellt, wird zu einem von Chaplins erfolgreichsten Werken.

6. Februar: Eröffnung der IV. Olympischen Winterspiele in Garmisch-Partenkirchen. Mit Teilnehmern aus 28 Staaten wird ein neuer Teilnehmer-Rekord aufgestellt. Ein Star der Winterspiele war die Norwegerin Sonja Henie, die in der oberbayerischen Stadt zum dritten Mal in Serie Gold im Eiskunstlauf errang. Die Winterspiele von 1936 waren der Anlass, die beiden Nachbargemeinden Garmisch und Partenkirchen 1935 zur Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen zu vereinen, was in der Bevölkerung nicht unumstritten war.

15. Februar: Die I.G. Farben präsentieren auf der Internationalen Automobil-Ausstellung in Berlin den ersten Autoreifen aus dem Kautschukersatz Buna.

7. März: Deutschland kündigt die Verträge von Locarno. Truppen der Wehrmacht besetzen das entmilitarisierte Rheinland. Großbritannien verweigert Frankreich Unterstützung für eine militärische Rückeroberung.

2. Mai: Uraufführung von Sergei Prokofjews musikalischem Märchen „Peter und der Wolf“.

19. Juni: Durch einen Knockout (K. o.) in der 12. Runde besiegt Max Schmeling in New York den bis dahin ungeschlagenen Joe Louis.

30. Juni: Margaret Mitchells Roman „Vom Winde verweht“ erscheint

17. Juli: Mit einem Militärputsch der nationalen Rechten unter General Francisco Franco in Spanisch-Marokko beginnt der bis 1939 dauernde Spanische Bürgerkrieg.

1. August: Eröffnung der XI. Olympischen Sommerspiele in Berlin. An den Wettkämpfen nehmen 49 Nationen teil. Rund 4000 Sportler kämpfen um die Medaillen, darunter 470 deutsche Athleten. Damit stellt das Gastgeberland die größte Mannschaft. Der herausragende Sportler der Spiele ist der US-amerikanische Leichtathlet Jesse Owens, der vier Goldmedaillen gewinnt, was Hitler und seinem Hofstaat sehr missfällt. Der Kunstturner Konrad Frey ist mit drei Goldmedaillen, einer Silbermedaille und zwei Bronzemedaillen der erfolgreichste deutsche Athlet. Die Nationalsozialisten, die die bereits 1931 nach Berlin vergebenen Spiele praktisch von der Weimarer Republik geerbt hatten, missbrauchen das weltweite Sportfest bewusst als Propagandaforum, um das NS-Regime im Ausland positiv darzustellen.

9. Oktober: Am 12. Oktober erreichen die ersten 650 Freiwilligen der Internationalen Brigaden den Hafen von Alicante, wo sie in drei Bataillone aufgeteilt werden und direkt nach Madrid marschieren.

5. Oktober: Der Rügendamm zwischen Stralsund und der Insel Rügen wird eröffnet.

25. Oktober: Die Annäherung Italiens und Deutschlands wird vertraglich bekräftigt (Achse Rom-Berlin).

21. November: Das Schkeuditzer Kreuz wird als erstes Autobahnkreuz Europas in Betrieb genommen.

5. Dezember: In der Sowjetunion wird eine stalinistische Verfassung verabschiedet. Sie tritt an die Stelle der sowjetischen Verfassung von 1924.

10. Dezember: Eduard VIII. verzichtet zugunsten der Beziehung zu seiner bürgerlichen und geschiedenen Lebensgefährtin Wallis Simpson auf die britische Krone. Sein Nachfolger wird sein Bruder Albert als Georg VI.

Geboren werden 1936 unter anderem der Biochemiker Günter Blobel, die Politiker Frederik Willem de Klerk, Manfred Stolpe und Silvio Berlusconi, Modeschöpfer Yves Saint Laurent, die Sänger Roy Orbison, Buddy Holly, Roger Whittaker, Rex Gildo, Fußball-Legende Uwe Seeler, die Schauspieler Ursula Andress, Robert Redford, Burt Reynolds, Dennis Hopper, und Claude Brasseur Liedermacher Wolf Biermann, der Ex-Bassist der Rolling Stones Bill Wyman und der Dresdner Filmemacher Ernst Hirsch

Gestorben sind 1936 unter anderem die Schriftsteller Rudyard Kipling, Maxim Gorki, Federico García Lorca, der britische König George V. und der Feinmechaniker und Erfinder der ersten Kleinbildkamera Oskar Barnack.

Von DNN

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