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Geteiltes Echo der Parteien auf TV-Duell in Sachsen

Auch Kritik am Format Geteiltes Echo der Parteien auf TV-Duell in Sachsen

CDU und SPD sehen den Verlauf des TV-Duells zwischen den Kanzlerkandidaten ihrer Parteien naturgemäß anders. Übergreifend ist man in Sachsen aber mehrheitlich der Meinung: Der große Wurf war das nicht.

Momentaufnahme aus dem TV-Duell Merkel vs. Schulz.

Quelle: dpa

Dresden - . Das einzige TV-Duell der Kanzlerkandidaten vor der Bundestagswahl ist in Sachsen auf ein geteiltes Echo gestoßen. Während Linke-Landeschef Rico Gebhardt keine großen Unterschiede zwischen Amtsinhaberin Angela Merkel von der CDU und SPD-Chef Martin Schulz ausmachen konnte und zu wenig Abgrenzungsbemühungen monierte, lobte CDU-Generalsekretär Michael Kretschmer die Ruhe und Sachlichkeit der Kanzlerin. Sachsens SPD-Chef Martin Dulig bemängelte das Format der Sendung und forderte ein zweites Duell. AfD-Chefin Frauke Petry nannte die Vorstellung der Kandidaten belanglos. Bei den Grünen war von einem „Duell der Mutlosigkeit“ die Rede.

Sie habe „noch nie in 90 Minuten so viele Plattitüden und Phrasen auf einen Haufen gehört, so viel Oberflächliches und Belangloses am Stück“, sagte Petry am Sonntagabend nach dem gut anderthalbstündigen TV-Duell. Für Deutschlands Zukunft verheiße das nichts Gutes.

„Triste Langeweile“

„Das war kein TV-Duell, sondern die öffentliche Aufführung der ersten Runde von Koalitionsverhandlungen“, konstatierte Gebhardt. Themen, die den Alltag der Menschen im Lande ausmachen, seien kaum vorgekommen. „Kein Wunder, wenn man seit Jahren gemeinsam regiert.“ Er kritisierte, dass die Spitzenkandidaten der anderen Parteien nicht dabei sein durften. „Dann wären Merkel und Schulz tatsächlich gezwungen gewesen, sich deutlich zu ihrer Politik zu positionieren.“ So sei das Duell von „trister Langeweile“ geprägt gewesen.

Bei den Grünen sah man das ähnlich. „Über weite Strecken hatte man den Eindruck, dies sei ein Mediationsprozess der Großen Koalition“, sagte die Ko-Landesvorsitzende Christin Melcher. „Auf wichtige Zukunftsfragen wurde nicht eingegangen: Klimaschutz und Energiepolitik, nachhaltige Verkehrspolitik, Bildung, Gesundheit und Soziales.“

Die falschen Fragen?

Auch SPD-Chef Dulig kritisierte, dass ganz zentrale Wegmarken, „an denen sich die Zukunft der Bundesrepublik entscheiden wird“, überhaupt nicht angesprochen worden seien. „Ich frage mich, wer sich die Themen und die Fragen ausgedacht hat.“ Deshalb müsse es ein weiteres Duell vor der Wahl geben. Dennoch habe Schulz deutlich machen können, „dass er etwas Unumstößliches hat: eine Haltung“. Bei Merkel sei das anders, „denn im Lavieren und Drumherum-Reden war sie auch heute wieder groß“.

Kretschmer machte dagegen Ruhe und Sachlichkeit als Stärke der Kanzlerin aus. „Wer die vielen Konflikte in Europa und die Welt sieht, kann bei der Vorstellung, Martin Schulz wäre Kanzler, nur Angst bekommen.“ Merkel sage, was möglich ist, und verspreche nur Dinge, „die sie auch halten wird - das ist gut so“.

Von fischerm

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