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Flächenmäßige Wahlplakat-Zerstörungen in Dresden

Vandalismus Flächenmäßige Wahlplakat-Zerstörungen in Dresden

Kaum aufgehängt, schon beschmiert – Wahlplakate. So ist es schon seit langem, was sich im Bundestagswahlkampf in Dresden abspielt, scheint jedoch ein neues Niveau zu erreichen.

Zerrissen und beschmiert – Wahlplakate in Dresden.

Quelle: Anja Schneider

Dresden.  Kaum aufgehängt, schon beschmiert – Wahlplakate. So ist es schon seit langem, was sich im Bundestagswahlkampf in Dresden abspielt, scheint jedoch ein neues Niveau zu erreichen. So wurden am vergangenen Wochenende systematisch rund 150 Wahlplakate verschiedener Parteien entlang der Königsbrücker Straße und der Königsbrücker Landstraße beschädigt. Eine Woche zuvor geschah ähnliches an der Bautzner Landstraße. „Nach unserer subjektiven Einschätzung ist das Vandalismus-Problem definitiv größer als noch 2013 oder auch zur Landtagswahl 2014 - nicht jedoch im Vergleich zur Dresdner Oberbürgermeisterwahl 2015“, sagt der Dresdner Linke-Vorsitzende und Stadtrat Jens Matthis auf DNN-Anfrage. Die aus der Antwort ist auch ein Problem herauszulesen: Es gibt keine klare Statistik. So erfasst die Polizei nur, was auch an Beschädigungen angezeigt wird. Bisher gab es im Dresdner Stadtgebiet 23 Anzeigen wegen beschädigter Wahlplakate, teilt die Polizeidirektion Dresden mit. Dabei wurden mehr als 120 Plakate beschädigt oder ganz zerstört. „Die Zahl ist nicht abschließend und in Wirklichkeit viel höher“, teilt Polizeisprecher Marko Laske mit. Vergleichszahlen zum letzten Bundestagswahlkampf 2013 gibt es nicht.

Kaum aufgehängt, schon beschmiert – Wahlplakate. So ist es schon seit langem, was sich im Bundestagswahlkampf in Dresden abspielt, scheint jedoch ein neues Niveau zu erreichen.

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Fragt man die Polizei, ist auch kein klares Tätermuster erkennbar. Betroffen seien alle Parteien und alle Stadtgebiete, heißt es. Die Taten ereigneten sich meist in den Nachtstunden. Trotzdem konnten bisher neun Tatverdächtige ausgemacht werden, mitunter, weil sie von Polizisten während der Tat erwischt wurden. Probleme hat die Polizei vor allem, weil die Parteien viele Taten gar nicht anzeigen. Andererseits verschwinden die Angriffe auf Wahlplakate in der Statistik unter der Sammelrubrik Sachbeschädigungen.

In der Wahrnehmung der Wahlkampforganisatoren der Parteien ergibt sich ein differenzierteres Bild. „Schwerpunkte sind Pieschen und die Äußere Neustadt“, antwortet Sprecher Pascal Ziehm für den CDU-Kreisverband Dresden. Etwa 3000 Wahlplakate haben Ehrenamtlicher für seine Partei im Stadtgebiet verteilt. Bei der FDP hat man dagegen den Eindruck, dass sich „der Vandalismus auf einzelne Straßen beschränkt, und das sowohl stadtteil- als auch parteiübergreifend“, wie der Direktkandidat im Wahlkreis Dresden I, Robert Malorny, antwortet. Er nennt als Beispiele die Grunaer Straße, Königsbrücker Landstraße und die Pillnitzer Landstraße. FDP-Wahlwerber haben in rund 5000 Plakate aufgehängt.

Wegen der großflächigen Plakatentsorgung hat Rasha Nasr, Presseverantwortlicher beim SPD-Landesverband, eine gravierende Vermutung. „Der Vandalismus scheint aber nicht aus der Nachbarschaft zu kommen, sondern wird organisiert“, meint er. „So erleben wir, dass nachts oder wochentags auf einen Schlag Plakate entlang der Hauptstraßen entfernt oder beschädigt wurden – an reinen Anwohnerstraßen stellen wir derartiges nicht fest.“

Mit der Bundestagswahl am Sonntag ist der Spuk noch nicht zu Ende. In aller Regel eine Woche nach der Wahl bleibt den Helfern der Parteien Zeit, die Plakate zu entsorgen.

AfD und Grüne haben auf eine DNN-Anfrage nicht reagiert.

Von Uwe Hofmann

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