Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 1 ° Schneeregen

Navigation:
Google+
Cem Session im Dresdner Bärenzwinger: Wahlkampf mit After Work-Charme

Bundestagswahlkampf: Grün ganz persönlich Cem Session im Dresdner Bärenzwinger: Wahlkampf mit After Work-Charme

Grün, Grüner, am Grünsten: Bei der Fragestunde mit Cem Özdemir am Donnerstagabend im Dresdner Bärenzwinger stand alles im Zeichen des Klimaschutzes. Dabei war es nicht immer nur der angereiste Bundestagskandidat, der auf das Steckenpferd seiner Partei zu sprechen kam.

Rund 250 größtenteils junge Wähler nutzen den Wahlkampfabend des Bundestagskandidaten, um in entspannten Atmosphäre Antworten auf ihre Zukunftsfragen zu erhalten
 

Quelle: Mareike Mirau

Dresden.  Grün, grüner, am Grünsten: Bei der Fragestunde mit Cem Özdemir am Donnerstagabend im Dresdner Bärenzwinger stand alles im Zeichen des Klimaschutzes. Rund 250 größtenteils junge Wähler nutzen den Wahlkampfabend des Bundestagskandidaten, um in entspannten Atmosphäre Antworten auf ihre Zukunftsfragen zu erhalten. Dabei war es nicht immer nur Özdemir, der auf das Steckenpferd seiner Partei zu sprechen kam. Vielen Fragen aus dem Publikum zum Thema emissionsfreies Fahren, bezahlbare E-Mobilität und Kohleausstieg brachten Özdemir immer wieder zurück zu den Umweltthemen.

Diese Vorlagen nutzte der Spitzenkandidat der Grünen sowohl um persönliche Geschichten preiszugeben als auch, um Spitzen in Richtung der anderen Parteien zu verteilen. Gerade Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) kritisierte er für seine Untätigkeit bei bröckelnden Brücken oder der Dieselnachrüstung. „Qualifikation darf in Deutschland künftig kein Hinderungsgrund mehr sein, um Verkehrsminister zu werden“, scherzte Özdemir.

„Die haben das Geld, aber was wir haben sind guten Ideen“

Neben dem Slogan „Mobilität ist mehr als nur Auto“ gewann Özdemir sein Publikum auch durch einen kurzen Schwenk hin zur Chancengleichheit im Bildungsbereich. Er selbst hätte sich als Kind aus muslimischer Familie Ganztagsbetreuung in der Schule gewünscht, um beispielsweise Hausaufgaben besser erledigen zu können. „Bildungserfolg darf nicht vom Stand der Familie abhängig sein. Die Chancengleichheit beim Thema Bildung ist eine der wichtigsten Fragen in Deutschland und da darf die Tatsache, ob arm oder reich, ob Zuwanderer oder nicht keine Rolle spielen.“

Cem Özdemir in Dresden

Cem Özdemir in Dresden

Quelle: Mareike Mirau

Für einen 15-Jährigen aus dem Publikum, der fragte, welche Vision der Grünen-Politiker für seine Generation hat, verfiel Özdemir wieder zurück in alte Gewohnheiten: „Jedem jungen Menschen kann ich nur sagen: Ihr werdet länger auf dem Planeten leben, also mischt euch ein. Es ist eure Welt, es ist dein Planet, deine Erde und niemand hat das Recht, deine Erde kaputt zu machen.“

In Bezug auf das Grundeinkommen plädierte Özdemir am Donnerstag, entgegen der Mehrheit seiner Partei, für eine Einführung auf Probe: „Probieren wir das Grundeinkommen doch mal aus, werten es wissenschaftlich aus und schauen anschließend, welche Argumente Recht gehabt haben - die der Befürworter oder die der Gegner.“

Doch was bleibt letztlich hängen? Özdemir will mit seiner Partei endlich anpacken, was lange umweltpolitisch auf der Strecke blieb. Deutschland soll sich nicht mehr auf den technologischen Errungenschaften des Verbrennungsmotors ausruhen, in Europa im Hinblick auf Umwelt- und Flüchtlingspolitik stärker durchgreifen und auch weiter über den Tellerrand schauen, zum Beispiel auf die Entwicklung in Afrika. Am Ende sollen die Wähler selbst entscheiden, ob sie die FDP oder doch lieber die Grünen als drittstärkste Kraft im Bundestag haben wollen: „Ich will nicht, dass die nächste Bundestagsregierung zum Stillstand der großen Koalition jetzt noch einen Rückschritt macht. Wir brauchen Kampf gegen den Klimawandel. Es wird wahnsinnig knapp und es macht einen wahnsinnigen Unterschied, ob die Kollegen von der FDP oder wir auf Platz drei sind. Die haben das Geld, aber was wir haben sind guten Ideen“, so Özdemir.

Von Mareike Mirau

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wahl in Dresden und Umgebung

Die Bundestagswahl 2013 war in Dresden eine eindeutige Angelegenheit. Mit rund 40 Prozent holte die CDU die mit Abstand meisten Stimmen, gefolgt von Linken und SPD. Wir zeigen ihnen noch einmal im Detail, wie die Dresdner damals abstimmten. mehr