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Wahl in Dresden und Umgebung AfD-Kreisverband steht zu Petry als Direktkandidatin
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17:39 09.07.2017
Frauke Petry will den Thüringer Rechtsaußen Björn Höcke aus der AfD ausschließen. Innerhalb der Partei stößt das Bestreben auf Unmut. Quelle: Rainer Jensen/dpa
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Dohna

Frauke Petry lächelt überlebensgroß von dem Werbeaufdruck eines Transporters. Mehr ist von der AfD-Bundes- und Sachsenchefin an diesem Sonntag beim Kreisparteitag in Dohna (Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) nicht zu sehen. Auch wenn sie in nahezu jedem Satz präsent ist - die Hauptperson verzichtet auf ihre physische Anwesenheit bei der schon im Vorfeld für Schlagzeilen sorgenden Veranstaltung. Sachsens AfD-Generalsekretär Uwe Wurlitzer erklärt dies mit Urlaub und dem Verdacht, dass „peinliche Bilder“ aus der rebellischen Bergwelt gesendet werden könnten. Dennoch empfinden viele Parteitagsteilnehmer das Fernbleiben als Manko, als persönlichen Affront: Immerhin geht es um nichts Geringeres als die avisierte Abwahl von Frauke Petry als Direktkandidatin in eben jenem Wahlkreis. 

Am Ende steht die Parteivorsitzende zwar als Siegerin da und wird mit 33 zu 19 Stimmen bestätigt. Auch ein zweiter Antrag, auf einem Sonderparteitag missliebige Teile der Landesführung (Frauke Petry, Uwe Wurlitzer, Landesvize Thomas Hartung) auszuwechseln, scheitert vorerst. Letztlich geschieht aber genau das, wovor die sächsische AfD-Spitze stets gewarnt hat: In einer mehr als fünfstündigen Auseinandersetzung hauen sich die Petry-Anhänger und -Gegner Sätze um die Ohren, die nicht selten Schlägen in die Magengrube gleichen. Die Grabenkämpfe, die die AfD seit Monaten austrägt, werden offen ausgefochten. Da geht beispielsweise Kreischef Jan Zwerg die abwesende Vorsitzende derb an und wirft ihr Kreisverbandsvize Bernhard Wedlich, dessen Abwahl-Antrag gegen Frauke Petry vom Parteitag klar angenommen wird, vor, gelogen zu haben. Jener Wedlich hatte erst vor kurzem für Schlagzeilen gesorgt, als er in einem Anti-Antifa-Shirt posierte und damit für eine Organisation warb, die der Verfassungsschutz als rechtsextrem klassifiziert. 

Konkret geht es bei den Abwahl-Anträgen um Petrys anstehende Anklage wegen Meineids, hinzu kommt der Vorwurf des parteischädigenden Verhaltens. Es gehe darum, eine Gefahr von der AfD abzuwenden, macht Bernhard Wedlich unter Applaus klar. Andere fordern, die Parteichefin möge endlich den „starken Arm von Pegida“ ernst nehmen, in Dresden auf die Bühne steigen und „zum Sturm auf den Reichstag“ blasen. Die Anhänger der Vorsitzenden halten verbal dagegen. So bezeichnet die Bundestagskandidatin Verena Hartmann, in der Sächsischen Schweiz zu Hause, den austeilenden Rechtsaußen Norbert Mayer als „Schande für die AfD“ und fügt hinzu: „Wer diese angeblichen Patrioten in der Partei hat, braucht keine Feinde.“ 

Generalsekretär Wurlitzer lässt sich von der überschlagenden Stimmung anstecken: Es sei „schäbig und behämmert“, kurz vor der „Schlacht“ den Wahlkampfchef des Kreises abzusetzen, ruft er er in den nicht nur aufgrund der hohen Temperaturen aufgeladenen Saal. Nach dem entscheidenden Votum wird Uwe Wurlitzer sagen, dass es endlich Klarheit gebe und der Wahlkampf in der Sächsischen Schweiz demnächst mit „der Chefin“ beginnen werde. Vor kurzem waren zwei Termine von ihr abgesagt worden, da sie erst den diesen Kreisparteitag abwarten wollte.

Trotz des für Frauke Petry positiven Ausgangs, dem sich auch ihre Gegner beugen wollen, reist der Generalsekretär, der als rechte Hand der Vorsitzenden gilt, ernüchtert aus Dohna ab. Die sächsische AfD-Spitzenkandidatin zur Bundestagswahl darf weiterhin den CDU-Platzhirsch Klaus Brähmig in dessen Revier herausfordern. Dass gerade die Bastion in der Sächsischen Schweiz und im Osterzgebirge die Parteichefin - wie bereits auf dem Landesparteitag im Frühjahr in Weinböhla - demontiert hat, muss allerdings auch der Generalsekretär eingestehen: „Wir haben uns keinen Gefallen getan.“ Schon allein die deutliche Mehrheit für die Abwahl-Anträge stellen einen gehörigen Denkzettel dar. Dass keine Ruhe einziehen wird, kündigt Kreisvize Wedlich bereits an: „Wir können die Partei nicht voranbringen, wenn bestimmte Personen an einer Alternative zur Alternative arbeiten.“ An den Plänen gegen die Landesspitze hält er fest. Nach Geschlossenheit klingt das - im Gegensatz zu sämtlichen  Appellen und Treuebekundungen - nicht.

Andreas Debski

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