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Mit Zeitzeugen unterwegs auf dem Dresdner Gedenkweg

13. Februar Mit Zeitzeugen unterwegs auf dem Dresdner Gedenkweg

Einst standen russische Granaten und Kanonenrohre für die Vernichtung des Feindes. Gegossen zu einer Glocke mit dem Symbol „Schwerter zu Pflugscharen“ läuten sie 72 Jahre später den Dresdner Gedenkweg ein.

Oberlandeskirchenrat Harald Bretschneider forderte die Menschen zu einem friedlichen Miteinander auf

Quelle: Maraike Mirau

Dresden. Einst standen russische Granaten und Kanonenrohre für die Vernichtung des Feindes. Gegossen zu einer Glocke mit dem Symbol „Schwerter zu Pflugscharen“ läuten sie 72 Jahre später den Dresdner Gedenkweg ein. Im Rahmen der Gedenkveranstaltungen des 13. Januar organisierte die Gesellschaft zur Förderung der Frauenkirche Dresden zusammen mit Vertretern der jüdischen Gemeinde und dem Oberlandeskirchenrat wieder einen abendlichen Rundgang durch die Dresdner Altstadt, vorbei an geschichtsträchtigen Symbolen wie der Synagoge, der Trümmerfrau und der Dresdner Frauenkirche. Mit im Gepäck hatten die Moderatoren Briefe und Reden von Zeitzeugen.

Der Dresdner Gedenkweg am 13. Februar 2017. Auch in diesem Jahr gingen mehr als 100 Dresdner den Weg von der Synagoge an durch die Altstadt.

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Mit Auszügen aus dem Tagebuch Victor Klemperers eröffnete Gunter Emmerlich vor der Synagoge den Dresdner Gedenkweg. Rund 350 Menschen hatten sich nach dem Auflösen der Menschenkette an den Mauerresten der zerstörten alten Synagoge eingefunden. Vorbei an den Trümmerstück der Kuppel der Frauenkirche, setzte sich der Dresdner Gedenkweg in Richtung des Altmarktes fort. Vor der Erinnerungsstätte, in Gedenken an die Luftangriffe 1945, zitierte Sängerin Stephanie Atanasov den Schriftsteller Erich Kästner: „Ja, Dresden war eine wunderbare Stadt. Ihr könnt es mir glauben. Und ihr müsst es mir glauben! Der zweite Weltkrieg hat sie, in einer einzigen Nacht und mit einer einzigen Handbewegung, weggewischt.“

Passend zu den Worten Kästners setze sich der Gedenkweg in Richtung der Trümmerfrau am Rathausplatz fort. Moderator Ludwig Güttler erinnerte vor der hell beleuchteten Statue an die schwere Aufgabe des Wiederaufbaus Dresden, welche vor allem von den Frauen und Mütter der Stadt bewältigt werden musste. Vorbei an der Dresdner Kreuzkirche und der Gedenkstätte Sophienkirche, endete der Dresdner Gedenkweg an der Frauenkirche. Bevor die Teilnehmer zum musikalischen Abschluss des Gedenkweges das Lied „Dona nobis pacem“ anstimmten, forderte Oberlandeskirchenrat Harald Bretschneider die Menschen zu einem friedlichen Miteinander auf: „Die Kerzen sollen die wieder erbaute Frauenkirche als Zeichen der Versöhnung beleuchten. Und sie sollen uns Menschen erleuchten, wo wir persönlich und politisch Schwarzsehen.“

Maraike Mirau

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