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Gernika-Überlebende rufen zum Brückenbau auf

Zum 13. Februar: Gernika-Überlebende rufen zum Brückenbau auf

Luis Iriondo, Sprecher der Überlebenden der deutschen Luftangriffe auf die baskische Stadt Gernika 1937, hat in einer Botschaft die Dresdnerinnen und Dresdner dazu aufgefordert, Brücken statt Mauern und Zäune zu bauen. Auch heute seien viele Menschen gezwungen, ihre Häuser und ihre Heimat zu verlassen, um Schutz vor Kriegen und Bomben zu suchen.

Gernika war 1937 von deutschen Bombern eingeäschert worden.
 

Quelle: Archiv

Dresden.  Luis Iriondo, Sprecher der Überlebenden der deutschen Luftangriffe auf die baskische Stadt Gernika 1937, hat in einer Botschaft die Dresdnerinnen und Dresdner dazu aufgefordert, Brücken statt Mauern und Zäune zu bauen. „Als wir uns zu einer Initiative zusammengeschlossen haben, haben wir das getan, um zu verhindern, dass andere Menschen das Grauen des Krieges erleiden müssen, welches wir in unserer Kindheit ertragen hatten“, heißt es in der Botschaft. Heute seien viele andere Menschen gezwungen, ihre Häuser und ihre Heimat zu verlassen, um Schutz vor Kriegen und Bomben zu suchen. Doch sie würden auf Mauern und Zäune, die ihnen den Weg versperren, stoßen.

„Wir, die wir uns aufmachten, um für Frieden einzutreten, wir sollten uns zusammentun, damit diese Menschen, die gegen ihren Willen ihr Zuhause und ihre Lebensweise hinter sich lassen mussten, bei uns auf offenen Arme treffen, die sie aufnehmen – und nicht auf Ablehnung, Hass und verschlossene Türen“, appelliert Iriondo in seiner Botschaft an die Dresdnerinnen und Dresdner und fordert: „Gegen diejenigen, die diese friedenssuchenden Brüder und Schwestern ablehnen, die Mauern und Zäune bauen, um ihnen den Weg zu versperren, müssen wir Brücken bauen – Brücken, die Wege öffnen und Menschen zusammenbringen, damit sich niemand als Fremder in dem Land fühlen muss, das ihn aufnimmt.“

Das dürfe nicht allein Aufgabe derjenigen sein, die das Grauen des Krieges am eigenen Leib verspürt hätten. Alle müssten sich zusammentun. „Wir Überlebenden haben diesen Weg begonnen, aber das Alter zehrt an unseren Kräften. Wir müssen Mittel finden und dafür sorgen, dass unsere Mission weitergeführt wird“, erklärt der Baske. In jeder einzelnen Stadt müssten Friedensaktivitäten beginnen, denn es seien die Städte, die die von den Überlebenden begonnene Arbeit fortführen und weitertragen sollten. „Noch sind wir in der Welt und in der Zeit. Wir sollten unsere Kräfte vereinen, um unserem Ziel näher zu kommen“, so Iriondo.

Die Botschaft soll heute auf der Bürgerbegegnung im Kleinen Haus verlesen werden. Das Staatsschauspiel, der Verein „MEMORARE PACEM – Gesellschaft für Friedenskultur“ und die städtische Arbeitsgruppe 13. Februar laden dazu in das Theater ein. In vielfältiger Form setzen sich dabei verschiedenste Akteure mit den Themen Krieg und Gewalt auseinander.

Von tbh

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