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Sportmix Wüsten-König Vettel: Sorge um Mechaniker trübt Zittersieg
Sportbuzzer Sportmix Wüsten-König Vettel: Sorge um Mechaniker trübt Zittersieg
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22:51 08.04.2018
Ein Mechaniker, der von einem Wagen nach einem Boxenstopp mitgerissen wurde, liegt verletzt auf dem Boden. Quelle: G. Cacace/Pool/AP
Sakhir

Sebastian Vettels riesige Erleichterung über seinen Zittersieg beim Flutlicht-Spektakel von Bahrain wich schon kurz nach der Champagnerdusche der Sorge um einen verletzten Ferrari-Mechaniker.

"Es geht ihm nicht gut, deshalb sind die Gefühle auch ein bisschen gemischt", sagte der Formel-1-Spitzenreiter, der erst in den Minuten nach seinem hauchdünnen Erfolg vor Mercedes-Pilot Valtteri Bottas in der Wüste von Sakhir vom Boxenstopp-Unglück bei seinem Stallgefährten Kimi Räikkönen erfahren hatte.

Beim missglückten Reifenwechsel wurde der Mechaniker angefahren und brach sich nach ersten Diagnosen das Schien- und Wadenbein, Räikkönen musste das Rennen wegen des Vorfalls aufgeben. Die Rennkommissare verurteilten am späten Abend das Team auch noch zu einer 50 000-Euro-Geldstrafe. Die Party fiel bei der Scuderia für den Vettel-Sieg nach einer höchst waghalsigen Reifen-Strategie deutlich gedämpfter aus.

0,6 Sekunden Vorsprung hatte der 30 Jahre alte Hesse am Ende mit abgefahrenen Pneus vor Bottas ins Ziel gerettet. Titelrivale Lewis Hamilton wurde nach starker Aufholjagd im zweiten Silberpfeil von Startplatz neun noch Dritter, liegt nun aber vor dem dritten Saisonlauf in China am kommenden Sonntag schon 17 Punkte in der Gesamtwertung hinter Vettel.

"Das war ein schweres Rennen, und Sebastian ist wie ein echter Champion gefahren", übermittelte Ferrari-Boss Sergio Marchionne aus der Ferne. "Mamma mia", jubelte der Heppenheimer via Boxenfunk, als das Feuerwerk den Nachthimmel nach seinem vierten Sieg in Bahrain und seinem 49. insgesamt erleuchtete. "Es hat gerade so funktioniert. Valtteri sind am Ende die Runden ausgegangen", stellte Vettel fest. Zum ersten Mal seit 14 Jahren gewann ein Ferrari-Pilot wieder die beiden ersten Saisonrennen, damals war dies Michael Schumacher gelungen.

Unter dem Druck der geschickten Mercedes-Taktik verzichtete Vettel entgegen der ursprünglichen Planung auf einen zweiten Boxenstopp und spürte in den letzten zehn Runden auf den "völlig fertigen Reifen" einen zunehmenden Kontrollverlust. Bottas aber konnte das nicht nutzen, seine Attacke am Ende der vorletzten Runde blieb erfolglos. "Zweiter mit so einem knappen Rückstand zu werden, das ist super-enttäuschend", bekannte der Finne.

Teamkollege Hamilton dagegen zeigte sich zufrieden mit der gelungenen Schadensbegrenzung. "Ich bin wirklich happy", meinte der 33-Jährige. Nach der schwachen Qualifikation und der Strafversetzung wegen eines regelwidrigen Getriebewechsels zeigte sich Hamilton am Sonntag wieder in Gala-Form. Zum 27. Mal nacheinander kam der Brite in die Punkte und stellte den Rekord von Kimi Räikkönen aus den Jahren 2012 und 2013 ein. Zudem lieferte er das Manöver des Rennens, als er in der Anfangsphase gleich drei Konkurrenten auf einmal überholte.

Der Start war noch ganz im Sinne von Vettel verlaufen. Locker verteidigte er seine Pole Position. Dagegen fiel Räikkönen hinter Bottas zurück, das schränkte die taktischen Optionen für Ferrari ein.

Weiter hinten geriet Hamilton in Runde eins mit Red-Bull-Jüngling Max Verstappen aneinander. Der Niederländer beschädigte sich bei seiner ungestümen Attacke den Hinterreifen und schied wenig später wegen der Folgen der Kollision aus. Auch Teamkollege Daniel Ricciardo musste früh seinen Wagen abstellen, Diagnose: technischer Defekt. Ein Desaster für Red Bull, das eigentlich dieses Jahr in den Titelkampf eingreifen wollte.

Nach der spektakulären Anfangsphase mit vielen engen Zweikämpfen und einem virtuellen Safety-Car wurde das Rennen in der zweiten Hälfte zum Taktik-Krimi zwischen Ferrari und Mercedes. Die Silberpfeile schienen die bessere Strategie gewählt zu haben, beide Piloten waren mit nur einem Stopp unterwegs und wirkten schneller als Vettel.

Ferrari setzte daher alles auf eine Karte. Der viermalige Weltmeister musste sein ganzes Können aufbieten und auf den weicheren Reifen bis ins Ziel durchhalten. Hinter ihm kamen Bottas und Hamilton immer näher. Es kam zum Showdown in den letzten zwei Runden, aber Vettel ließ sich den Sieg nicht mehr nehmen.

dpa

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