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Sportmix Tennis-Frauen kämpfen im Fed Cup gegen Abstieg
Sportbuzzer Sportmix Tennis-Frauen kämpfen im Fed Cup gegen Abstieg
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18:16 21.04.2017
Soll es für Deutschland richten: Angelique Kerber. Quelle: dpa
Stuttgart

Barbara Rittners Miene verfinsterte sich. Ihre Tennis-Frauen spielen ab Sonnabend im Fed Cup gegen die Ukrainerinnen, aber vor allem spielen sie gegen den Abstieg aus der Weltgruppe. Und Rittners Team steht bei Weitem nicht zum ersten Mal in den vergangenen zwölf Jahren, seit sie Bundestrainerin ist, mit dem Rücken zur Wand. Mit Ausnahme des Finaleinzuges von 2014 und dem Erreichen des Halbfinals ein Jahr später wechselten sich Abstiege und Aufstiege jährlich ab.

Auf Fragen nach den Gründen reagierte Rittner am Freitag bei der Auslosung im Stuttgarter Rathaus gereizt. „Wäre ich Davis-Cup-Kapitän, hätten wir nicht einmal gegen den Abstieg gespielt“, stellte die 43-Jährige klar. „Wir sind eben nur acht Mannschaften, da sind schon viele große Nationen mal abgestiegen.“

Mangelnde Konstanz im Fed Cup

Der Spielmodus des Fed Cups, das ist die eine Lesart für die mangelnde Konstanz in diesem Traditionswettbewerb. Nur drei Runden (die erste, Halbfinale und Finale) werden ausgetragen. Wer zum Auftakt verliert, spielt sofort gegen den Abstieg. Bei den Männern treten 16 Nationen im Davis Cup an, daher gibt es noch eine Viertelfinal-Runde. Bei aller Kritik am Modus bleibt dennoch der Eindruck haften, dass die hoch gehandelte Generation um Angelique Kerber, Andrea Petkovic, Julia Görges und Sabine Lisicki hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist. 2012, in Stuttgart, ist das Team zum letzten Mal abgestiegen. Dass es an diesem Wochenende zum Déjà-vu kommt, ist möglich. Denn die deutschen Frauen, angeführt von der Weltranglistenersten Kerber, schwächeln.

„Wir beschäftigen uns nicht mit dem Abstieg“, betonte Rittner, „und über die Konsequenzen denken wir nicht nach. Das wären ja ungelegte Eier, denn es werden ja noch Gespräche geführt.“ Die Gespräche, die Rittner meinte, laufen derzeit innerhalb des Internationalen Tennisverbandes ITF, der den Wettbewerb austrägt. Im August soll eine Entscheidung darüber fallen, ob der Fed Cup künftig ebenfalls mit 16 Nationen ausgetragen wird. Der Ausgang ist offen. Rittner wischte das Thema Abstieg allerdings so unwirsch beiseite, als sei die Aufstockung fix und jede Diskussion über Konsequenzen einer Niederlage gegen die Ukraine hinfällig.

„Wir beschäftigen uns nicht mit dem Abstieg“: Barbara Rittner

Doch die deutsche Mannschaft muss auf Sieg spielen und Kerber soll vorangehen. Sie ist in dieser Saison aber weit davon entfernt, die beste Tennisspielerin der Welt zu sein. Im vergangenen Jahr hatte die Kielerin verdient den Thron bestiegen, nach den Grand-Slam-Siegen bei den Australian Open und den US Open, dem Einzug ins Wimbledon-Finale und der Silbermedaille bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro. Kerber, die beständige Zweiflerin, hatte zur Leichtigkeit ge- und sich als Spielerin neu erfunden. Nun sind die Zweifel zurück, Kerber wird mit ihrer Rolle als Gejagte noch nicht fertig. In keinem Match hat sie bisher überzeugt. Im sogenannten Race, der Jahreswertung, ist sie bloß Elfte. Niemand zittert mehr vor ihr. Auch dass sich ihre Konkurrentin Serena Williams nun schwanger eine Auszeit nimmt, weckte bei Kerber offenbar kein neues Selbstbewusstsein. Stattdessen sagte sie vor ihrer Partie gegen Lesia Zurenko am heutigen Sonnabend (WTA-Rang 43): „Das ganze Team muss zusammenhalten, nur so können wir die Ukraine schlagen.“

Julia Görges wird am Sonnabend (12 Uhr) den Auftakt gegen Jelina Switolina machen. Rittner gab der Norddeutschen aufgrund ihrer Fed-Cup-Erfahrung den Vorzug vor Laura Siegemund, die nicht an ihre Erfolge des Vorjahres anknüpfen kann. Da stand die 28-Jährige im Finale des WTA-Turniers von Stuttgart Kerber gegenüber. Doch in diesem Jahr ist von den deutschen Spielerinnen nur Kerber beim wichtigsten deutschen Event direkt im Hauptfeld dabei.

Nach Angelique Kerber schwächelt die deutsche Tennis-Elite

Nach Kerbers Lauf 2016 schwächelt die deutsche Elite, den Tiefpunkt markierte im Februar der Auftritt in der ersten Fed-Cup-Runde auf Hawaii. Nach den Australian Open und mit falsch eingespielter Hymne – Petkovic und Görges ließen sich davon aus dem Konzept bringen und unterlagen der dritten Garde der Amerikanerinnen.

Kerber fehlte auf Hawaii, nun ist sie gefordert. Und vielleicht kommt diese Herausforderung für sie zum richtigen Zeitpunkt. Vor heimischer Kulisse und in der Arena, in der sie vor einem Jahr den Turniersieg in Stuttgart holte, könnte die Wende gelingen.

Von Petra Philippsen

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