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Radsport Sagan nach Drama um Goolaerts betroffen: "Tut mir leid"
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16:47 09.04.2018
Der Belgier Michael Goolaerts wird nach einem Sturz medizinisch versorgt. Quelle: David Stockman/BELGA
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Roubaix

Als Peter Sagan nach seinem Coup beim Frühjahrsklassiker Paris-Roubaix vom lebensgefährlichen Unfall seines Kollegen Michael Goolaerts erfuhr, reagierte der Radstar bestürzt. "Es tut mir leid für ihn. Ich habe es erst nach dem Rennen mitbekommen", sagte der Slowake.

Goolaerts hatte während der Kopfsteinpflaster-Tortur bei einem Sturz einen Herzstillstand erlitten und musste noch an der Strecke wiederbelebt werden. Er befinde sich in einem ernsten Zustand, teilte die medizinische Abteilung der Rennorganisation ASO am Sonntagabend mit.

Mit einem Hubschrauber wurde der Fahrer des zweitklassigen Teams Veranda's Willems-Crelan in ein Krankenhaus in Lille geflogen. Wie Goolaerts genau zu Fall kam, ist noch unklar. Der Sturz war von den Kameras nicht eingefangen worden.

So hatte Sagan nach seinem Triumph noch unbeschwert gejubelt. Mit dreckverschmiertem Gesicht stemmte der dreimalige Weltmeister auf der ehrwürdigen Betonpiste von Roubaix seine goldene Rennmaschine in die Höhe. "Das ist einfach unglaublich, einer meiner größten Siege. Ich bin so glücklich", sagte Sagan, der mit einer spektakulären Attacke 54 Kilometer vor dem Ziel die gesamte Konkurrenz düpiert hatte. Sagan, der im Schlusssprint den Schweizer Meister Silvan Dillier bezwang, bescherte damit am Sonntag seiner deutschen Mannschaft Bora-hansgrohe den größten Erfolg der neunjährigen Teamhistorie.

"Ich war frischer als in den letzten Jahren und ich hatte keinen Crash. Es lief nach Plan", ergänzte Sagan, der sich nicht einmal von einem lockeren Lenker aufhalten ließ. Es war eine Machtdemonstration des dreimaligen Weltmeisters auf den 257 Kilometern, davon 54,5 über die gefürchteten Pavés. Platz drei belegte in der sogenannten "Hölle des Nordens" der Niederländer Niki Terpstra.

Die deutschen Hoffnungen erfüllten sich dagegen nicht. John Degenkolb, der 2015 auf der alten Betonpiste im Velodrom von Roubaix noch gewonnen hatte, erreichte bei seinem Lieblingsrennen mit großem Rückstand das Ziel und musste damit eine weitere Enttäuschung in diesem Frühjahr einstecken. Tony Martin wurde ein schwerer Sturz 48 Kilometer vor dem Ziel zum Verhängnis, als er unter anderem mit seinem früheren Teamkollegen Alexander Kristoff kollidierte.

Bester Deutscher war der junge Hürther Nils Politt auf Platz sieben. Schon bei der Flandern-Rundfahrt war der 24-Jährige bester Deutscher. "Top Ten bei Paris-Roubaix - ein Traum ist wahr geworden. Hätte mir das einer vorher gesagt, ich hätte ihn für bekloppt erklärt", sagte der Rheinländer nach seiner starken Vorstellung.

Sagan hatte bereits frühzeitig seine großartige Show gestartet. Wie einst Klassikerkönig Fabian Cancellara pflügte Sagan im Express-Tempo über die Feldwege aus den Zeiten Napoleons. Nicht einmal das übermächtige belgische Quick-Step-Team mit Flandern-Champion Terpstra vermochte gegen den dreimaligen Weltmeister etwas auszurichten. Und als sich Sagans Lenker lockerte, holte er sich kurzerhand am Materialwagen einen Schraubenschlüssel und reparierte in voller Fahrt.

Damit macht sich die millionenschwere Verpflichtung des exzentrischen Stars für Bora immer mehr bezahlt. Nach Etappensiegen bei Tour, Giro und Vuelta sowie Sagans Sieg bei Gent-Wevelgem war es für die Mannschaft von Teamchef Ralph Denk der erste große Klassiker-Erfolg.

Sagan übernahm selbst die Initiative und zeigte seine außerordentlichen Fähigkeiten. Der Slowake fuhr allen davon. Nur Dillier, der aus einer frühen Ausreißergruppe noch übrig geblieben war, ließ sich nicht abschütteln. Im Sprint hatte er gegen Sagan aber klar das Nachsehen.

Für Degenkolb lief nichts zusammen. Gut 50 Kilometer vor dem Ziel hatte der gebürtige Thüringer bereits Schwierigkeiten, das Tempo des Hauptfeldes zu halten. Damit war das missratene Frühjahr für den Klassikerspezialisten perfekt. Schon nach einer Bronchitis Anfang März hatte er bereits Mailand-Sanremo verpasst und am vergangenen Sonntag bei der Flandern-Rundfahrt ebenfalls keine Rolle gespielt.

dpa

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