Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Handball Sieg gegen Tschechien: DHB-Auswahl wahrt Medaillenchancen
Sportbuzzer Sportmix Handball Sieg gegen Tschechien: DHB-Auswahl wahrt Medaillenchancen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:12 19.01.2018
DHB-Akteur Finn Lemke (r) beim Zweikampf mit Tschechiens Ondrej Zdrahala. Quelle: Monika Skolimowska
Anzeige
Varazdin

Bundestrainer Christian Prokop ballte erleichtert die Faust, seine Schützlinge um die Klasse-Keeper Silvio Heinevetter und Andreas Wolff genossen derweil den Applaus der deutschen Fans.

Mit dem erhofften Sieg zum Auftakt der EM-Hauptrunde haben die deutschen Handballer ihre Gold-Chancen gewahrt. Der Titelverteidiger gewann am Freitagabend gegen Tschechien trotz einer über weite Strecken schwachen Offensiv-Vorstellung mit 22:19 (9:10) und bleibt mit 4:2 Punkten im Medaillenrennen.

"Das war eine Achterbahn der Gefühle mit einem tollen Ausgang. Wir haben zwei sehr gute Torhüter gehabt und eine überragende Defensivleistung gebracht. Darauf wollen wir aufbauen", sagte Prokop. Mit einem weiteren Erfolg am Sonntag gegen Olympiasieger Dänemark, der sein erstes Hauptrundenspiel gegen den WM-Dritten Slowenien mit 31:28 gewann und ebenfalls 4:2 Zähler aufweist, würde das DHB-Team einen großen Schritt in Richtung Halbfinale machen. "Da braucht es eine Topleistung, die wollen wir abrufen", sagte Prokop. "Ich hoffe, dass wir den Dänen mit viel Dampf begegnen."

Rückraumspieler Steffen Fäth, der vor rund 3000 Zuschauern in Varadzin mit acht Toren bester Werfer beim Europameister war, gestand nach dem mühevollen Arbeitssieg: "Es war ein absoluter Kampf heute. Wir haben uns schwer getan." Kapitän Uwe Gensheimer resümierte: "Am Ende freuen wir uns, dass wir hier die Big Points mitgenommen haben. Das war wichtig, um am Leben zu bleiben."

Wie schon in der mäßigen Vorrunde, in der die Prokop-Schützlinge ohne das nötige Selbstvertrauen agiert hatten, präsentierte sich die DHB-Auswahl gegen das bisherige Überraschungsteam des Turniers lange weit unter ihren Möglichkeiten. "Wir haben noch extrem viel Luft nach oben", stellte Bob Hanning fest. "Aber die Charakterleistung war eine glatte Eins." Daher versprach der DHB-Vizepräsident: "Heute Abend gibt es ungesundes Fleisch und auch das eine oder andere Bier."

Erst spät fand das Team von Prokop, der seine Startformation auf drei Positionen verändert hatte, die richtigen Lösungen. "Es war für uns sehr bedeutendes Spiel, das hat man am Nervenkostüm gemerkt", stellte der Bundestrainer fest.

Im Tor begann erstmals Heinevetter, der von der ersten Sekunde an voll drin war in der Partie und der Abwehr mit einer starken Leistung Sicherheit gab. Im rechten Rückraum startete Kai Häfner, auf Rechtsaußen Patrick Groetzki.

Der deutschen Mannschaft war zwar der Wille anzumerken. Doch im Angriff agierte sie erneut erschreckend schwach. Immer wieder lagen beim Abschluss die Nerven blank. Gensheimer und Groetzki ließen beste Konterchancen ungenutzt, Julius Kühn spielte im Rückraum völlig verunsichert und setzte alle Würfe neben das Tor.

Prokop stellte dennoch das Positive heraus: "Natürlich brauchen wir eine bessere Effektivität. Aber wir haben als Mannschaft funktioniert, Kampfgeist und Disziplin waren da."

Einziger Lichtblick in der Offensive war Fäth, der weitgehend auf sich allein gestellt war. Fünf Minuten vor der Halbzeit brachte Prokop daher Steffen Weinhold. Doch auch der beste DHB-Schütze aus dem Mazedonien-Spiel konnte nicht verhindern, dass der Titelverteidiger mit einem Pausenrückstand in die Kabine ging.

Auch nach dem Wechsel wurde es nicht viel besser, denn immer wieder wurden vorne leichte Bälle verworfen. Einzig der überragende Heinevetter hielt das DHB-Team im Spiel. In der spannenden Schlussphase retteten eine Sechs-Tore-Serie vom 16:18 zum 22:18 und der sechs Minuten vor Ultimo eingewechselte Wolff den wichtigen Sieg. "Ich freue mich, dass beide Torhüter sich top ergänzt haben", lobte Prokop.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Europäische Handball-Föderation (EHF) hat Kroatiens Trainer Lino Cervar mit einer Geldstrafe in Höhe von 3000 Euro belegt. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus EHF-Kreisen.

19.01.2018

Für Handball-Nationalspieler Bastian Roscheck kam das frühe Aus bei der EM in Kroatien durch Bundestrainer Christian Prokop unerwartet.

"Natürlich war ich sehr enttäuscht, zumal die Entscheidung für mich auch sehr überraschend kam, nachdem wir gerade einmal zwei Gruppenspiele absolviert hatten", sagte der 26-Jährige auf der Homepage eines Sponsors seines Clubs SC DHfK Leipzig (belantis.de).

19.01.2018

Nikolaj Jacobsen gilt als einer der besten Handball-Trainer der Welt. Bei der EM in Kroatien wird er auf eine Belastungsprobe gestellt. Denn neben seinem Job Vereinstrainer coacht er erstmals seine Heimatnation bei einem Turnier. Und die Ansprüche dort sind hoch.

19.01.2018
Anzeige