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Sportmix Geht der Dopingstreit um Fourcade weiter?
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18:51 13.02.2017
Martin Fourcade Quelle: dpa
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Hochfilzen

Siegerehrung des Jagdrennens. Ganz oben Martin Fourcade. Es ist seine 23.WM-Medaille, die zwölfte goldene. Routineakt für ihn. Und doch zeigt der Franzose seine Freude, er strahlt, singt die „Marseillaise“, spritzt mit kindlichem Vergnügen Sekt in die Menge. Herrliche Bilder. Rund 2000 Fans jubeln, freuen sich mit dem Überflieger, dem kaum Besiegbaren. Die Bilder vom Sonntag zeigen: Ja, Fourcade ist ein Sympathieträger. Das war nicht immer so.

Rückblende. 2010 in Vancouver ging der Stern des jetzt 28-Jährigen mit Olympia-Silber auf. In den ersten Jahren seiner Karriere als Superstar wirkte Fourcade introvertiert, unnahbar, ja arrogant. „Ich habe nie an die Möglichkeit gedacht, nicht zu gewinnen“, sagte der Dominator nach einem seiner drei WM-Titel 2012.

Ein großer Schnitt im Leben des Martin Fourcade war die Geburt seiner Tochter Manon im September 2015. Mit einem Mal wirkte er entspannter, aufgeräumter. Die Familie sei ihm das Allerwichtigste, betont er immer wieder. Sie gebe ihm Halt und Kraft. Mit dieser neuen Entspanntheit hat er auch neue Freunde gewonnen. In diesem Winter nun kam zur Superstar- und Vaterrolle die des Frontmanns im Anti-Dopingkampf hinzu. Fourcade sprach von „Heuchelei“ angesichts der halbherzigen Reaktionen des Weltverbandes IBU nach dem McLaren-Report, in dem 31 russische Biathleten des Dopings beschuldigt wurden. Er drohte mit Boykott, organisierte Athletentreffen, vertrat offensiv seine Meinung. Das Thema ist ihm wichtig, entsprechend geladen war Fourcade.

In Hochfilzen eskalierte die Situation. Dass der gerade erst von einer Dopingsperre zurückgekehrte Russe Alexander Loginow gleich im ersten WM-Wettbewerb, der Mixed-Staffel, mitlief, brachte das Fass zum Überlaufen. Fourcade kommentierte den Fall süffisant. Dann sah er sich dem Vorwurf ausgesetzt, er habe Loginow absichtlich zu Fall gebracht. Die Spirale drehte sich: Die Russen verweigerten Fourcade den Handschlag, daraufhin applaudierte er den Russen zynisch, verließ während der Siegerehrung das Podest. Bei der Pressekonferenz kam es zu einem hitzigen Wortgefecht zwischen ihm und Russlands Anton Schipulin. Sie warfen einander Unfairness vor. Für einen später wieder gelöschten Tweet über Loginow erntete Fourcade aus Russland einen Shitstorm. Ein prominenter russischer TV-Moderator nannte ihn „ein Schwein“.

Nach dem Sprint haben sich Fourcade und Schipulin per Handschlag versöhnt, sogar umarmt. Ob das inszeniert war? „Ich habe ihm gesagt, was ich dachte, er hat mir gesagt, was er dachte, und voilà“, erzählte der Franzose. Schipulin empfahl, dass man die Kämpfe jetzt im Wettkampf austragen wolle.

Ausgestanden ist der Dopingärger damit aber längst nicht. Denn Schipulin sagte zum McLaren-Report: Den Bericht zu lesen, sei so, als ob „man ein Buch liest oder einen Blockbuster-Film ansieht – ich habe keine starken Beweise gefunden.“ Wenn Fourcade das hört ...

Von Uwe Köster

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