Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Sportmix Ex-Ethikchefs widersprechen Infantino
Sportbuzzer Sportmix Ex-Ethikchefs widersprechen Infantino
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:58 28.06.2017
DFB-Präsident Reinhard Grindel verlangt von der FIFA öffentlich nachvollziehbare Entscheidungen bei künftigen WM-Vergaben. Quelle: Arne Dedert
Anzeige
Zürich

Nach der Veröffentlichung des Garcia-Reports gehen die früheren Ethikchefs auf erneuten Konfrontationskurs zu Gianni Infantino.

Die auf Initiative des FIFA-Präsidenten abgelösten Spitzenethiker Hans-Joachim Eckert und Cornel Borbely widersprachen dem Chef des Fußball-Weltverbands und sehen einen Verstoß gegen die FIFA-Regeln. "Abschließend gilt festzuhalten, dass sich Herr Infantino bis zum heutigen Tage nie wegen einer Veröffentlichung an uns gewandt hat", teilten sie in einem Statement auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

Die FIFA hatte den Untersuchungsbericht von Borbelys Vorgänger als Chefermittler, Michael Garcia, zur umstrittenen WM-Vergabe 2018 und 2022 an Russland und Katar veröffentlicht. Die FIFA machte Eckert und Borbely dafür verantwortlich, dass der Bericht aus dem Herbst 2014 nicht früher publik wurde. Die beiden Juristen stellten hingegen fest, dass die Veröffentlichung nicht mit den FIFA-Regeln vereinbar sei. Dies sei unter anderem nur möglich, wenn alle Verfahren beendet wären. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung Details aus dem Report veröffentlicht.

DFB-Präsident Reinhard Grindel begrüßte die Veröffentlichung und attackierte den Vertrauten von Franz Beckenbauer, Fedor Radmann, der auch in den deutschen WM-Skandal verwickelt ist. "Es ist schon sehr bedrückend, was vor allem über die Rolle des früheren WM-OK-Mitglieds Fedor Radmann im Garcia-Report zu lesen ist", sagte Grindel. Radmanns Rolle als Berater der australischen WM-Bewerbung und seine Verbindung zum FIFA-Wahlmann Beckenbauer war von Chefermittler Michael Garcia intensiv untersucht worden. Radmann blieb in der FIFA-Untersuchung Antworten schuldig. Beckenbauer und er haben sich auf Anfrage bislang nicht zur Veröffentlichung des Garcia-Berichts geäußert.

Der Bericht liefert zwar Einblicke in die Mitnahmementalität mehrerer damaliger FIFA-Exekutivmitglieder rund um die Entscheidung im Jahr 2010. Ein endgültiger Beweis für den Kauf von Stimmen lässt sich aber nicht finden. Deshalb sieht FIFA-Generalsekretärin Fatma Samoura keine neuen Zweifel an den Gastgebern der Fußball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022. Aufgrund des Garcia-Reports "gibt es keine solide Grundlage, die Vergabe der Weltmeisterschaften an Russland und Katar infrage zu stellen", sagte sie am Mittwoch in Kasan.

So fühlen sich auch die beiden kommenden Gastgeber bestätigt. "Wir haben nichts getan, was gegen den Ethikcode oder die allgemeinen Normen und Grundsätze der Bewerbungsregeln verstoßen hat", sagte der russische Fußballverbandschef Witali Mutko. Auch Katar sieht seine Kredibilität wieder hergestellt. Die Kooperation bei der Untersuchung seien "eine Rechtfertigung der Integrität unserer Bewerbung sind", teilte das katarische Organisationskomitee mit.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Kölns Stürmer Anthony Modeste wird nicht zum chinesischen Erstligisten Tianjin Quanjian wechseln. Die beteiligten Partien konnten sich nicht auf einen möglichen Transfer einigen. Der 1. FC Köln hat die Verhandlungen daher am Mittwoch abgebrochen.

28.06.2017

Auf den emotionalen Sieg gegen England folgt für Deutschland U21 die ultimative Herausforderung: Im Finale am Freitag wartet Topfavorit Spanien. Bundestrainer Löw lobt den Gegner, aber Trainer Kuntz und seine Nachwuchsfußballer wollen den letzten Schritt machen.

28.06.2017

Rund zweieinhalb Jahre nach dem Rücktritt von FIFA-Chefermittler Michael Garcia geraten die kommenden WM-Gastgeber Russland und Katar unter Druck. Der Weltverband hat seinen Report in voller Länge veröffentlicht. Der SPORTBUZZER sagt ihnen, was drin steht. 

28.06.2017
Anzeige