Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Sportmix Duell der Überflieger in der Nordischen Kombination
Sportbuzzer Sportmix Duell der Überflieger in der Nordischen Kombination
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:38 05.02.2017
„Das ist die brutalste Show, die die Nordische Kombination je erlebt hat“: Eric Frenzel (l.) und Johannes Rydzek stürzen sich ins Ziel. Quelle: AP
Pyeongchang

Es ist das Duell des Winters, das Duell der vergangenen Wochen. Johannes Rydzek gegen Eric Frenzel. Die beiden Nordischen Kombinierer sind die Überflieger des Winters, die derzeit erfolgreichsten deutschen Wintersportler. Sie springen und laufen die Konkurrenz in Grund und Boden und haben nur einen Gegner: Rydzek Frenzel und Frenzel Rydzek.

Sonntag in Pyeongchang, dem Ort in Südkorea, n dem in einem Jahr die Olympischen Winterspiele beginnen: Eric Frenzel hatte das Springen als Führender beendet, doch beim Zehnkilometerlauf ist es Rydzek, der zunächst vorne liegt. Frenzel attackiert, greift an – wieder ist es ein erbittertes Duell auf der Zielgeraden, das über den Sieg entscheidet. Mit letzter Kraft und verbissenem Gesichtsausdruck stürmen die beiden Deutschen der Ziellinie entgegen. Am Ende ist es zum dritten Mal hintereinander das Zielfoto, das über den Sieger entscheiden muss. Auch dieses Mal heißt der glückliche Gewinner Johannes Rydzek.

„Ich habe schon viel erlebt. Aber dass sich zwei Athleten auf derart hohem Niveau über Wochen befighten, das hat es noch nie gegeben“, sagt Bundestrainer Hermann Weinbuch. „Das ist die brutalste Show, die die Nordische Kombination jemals erlebt hat.“ Weinbuchs anerkennendes Staunen hört man umso mehr, wenn er erzählt, „mit welcher Wucht und Geschwindigkeit sie den schweren Anstieg hoch sind, wie Eric die Lücke noch geschlossen hat und wie sie dann noch gespurtet sind, das alles verlangt höchsten Respekt“.

Und was sagen die Protagonisten des Showdowns? „Auf der Zielgeraden war das einfach nur noch Kampf“, gesteht Rydzek im Ziel und gibt zu: „Mir war schwarz vor Augen.“ Der erneut geschlagene Frenzel: „Das war wieder ein ordentlicher Schlussspurt von uns beiden. Es hat wieder nicht ganz gereicht, aber irgendwann ist er fällig. Wenn die Zielgerade ein paar Meter länger gewesen wäre, hätte es vielleicht gereicht“, sagt er, einträchtig neben seinem Konkurrenten stehend. Beide verstehen sich bestens. „Wir liefern uns eben einen ganz coolen Kampf“, sagt Rydzek und betont die „coole und faire Basis“ des Wettstreits. „Das macht einfach unglaublich Spaß.“

Skispringen: Er war der zweite Überflieger des deutschen Wintersportwochenendes: Andreas Wellinger sprang beim Heim-Weltcup in Oberstdorf innerhalb von 24 Stunden zweimal Schanzenrekord. Nur Österreichs Stefan Kraft war am Sonnabend und Sonntag nicht zu schlagen. „Natürlich hätte ich gerne gewonnen. Aber ich bin extrem zufrieden. Ich bin, glaube ich, selten so sehr aus mir rausgegangen, weil dieses Gefühl, so weit zu fliegen, genau das ist, wonach wir streben“, sagte Wellinger am Sonntag. „Mit dem Schanzenrekord war das ein ziemlich geiles Gefühl.“

Als die Nachricht vom Abbruch vor Beginn des zweiten Durchgangs wegen zu starken Windes kam, hüpfte der 21-Jährige seinem Teamkollegen Andreas Wank vor Freude in die Arme. Am Ende lag er um 12,6 Punkte hinter Kraft, der mit weniger Anlauf auf 235,5 Meter kam. Wellinger war bei 238 Metern gelandet.

„Er macht derzeit tolle Sachen und hatte hier riesige Erlebnisse“, lobte Bundestrainer Werner Schuster seinen derzeitigen Vorflieger.

Schon am Vortag hatte Wellinger vor 18 800 Zuschauern mit 234,5 Metern im ersten Durchgang für das Highlight gesorgt. „Ich habe lange nicht mehr so viel Adrenalin im Körper gehabt wie nach diesem Sprung. Es war grandios“, sagte der Traunsteiner, der als Zugabe am Sonntag noch ein Bild mit Bayern-Star Robert Lewandowski machte. Der Münchner zeigte sich begeistert vom Skifliegen. „Ich bin das erste Mal live dabei. Das sieht wahnsinnig aus.“

Überschattet wurde die Skiflug-Party vom Sturz des Österreichers Gregor Schlierenzauer in der Qualifikation am Sonntag. Der viermalige Skiflug-Champion zog sich dabei nach einer ersten Diagnose eine starke Brustprellung und ein Hämatom im rechten Oberschenkel zu.

Stark auch die deutschen Frauen: Katharina Althaus und Carina Vogt schafften am Sonnabend die Plätze zwei und drei, Vogt am Sonntag als Zweite ihr bestes Saisonergebnis.

Rodeln: Die deutschen Rodler sind zurück. Nach einer schwachen WM im Einzel gewannen Felix Loch und Natalie Geisenberger – hauchdünn vor Weltmeisterin Tatjana Hüfner – beim Weltcup in Oberhof. „Sehr froh“ war Loch über den ersten Saisonsieg. Und Geisenberger, die gestern 29 Jahre alt wurde, sagte glücklich zum Vorsprung von einem Tausendstel: „Ich glaube, das war heute einfach mein Geburtstagsbonus.“ Die Doppelsitzer vollendeten das perfekte deutsche Abschneiden mit den Plätzen eins bis drei.

Bob: Der dreimalige Zweierbob-Weltmeister Francesco Friedrich hat mit Thorsten Margis den Weltcup in Innsbruck mit Bahnrekord gewonnen. Im Viererbob reichte es für Friedrichs Team nur zu Platz vier.

Von Manuel Becker

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Frankfurt hat einen wichtigen Sieg im Hessen-Derby gegen Darmstadt 98 unter Dach und Fach gebracht. Die Eintracht ist nun wieder Tabellen-Dritter, Darmstadt kann schon fast für die 2. Bundesliga planen.

05.02.2017

Zweimal liegt Werder Bremen in Augsburg in Führung, kontrolliert die Partie. Doch nach einem Treffer der Augsburger in der Nachspielzeit stehen die Norddeutschen ohne Punkte da. Für den FCA bringt der späte Erfolg wichtige drei Punkte im Abstiegskampf.

05.02.2017

Center Alex Mack von den Atlanta Falcons will Medienberichten zufolge trotz des Bruchs seines Wadenbeins im Super Bowl gegen die New England Patriots auflaufen.

05.02.2017