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Sportmix „Du und wir, das hat gut funktioniert“
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15:57 02.02.2017
Zwei, die sich gut verstehen: Noch-Nationaltrainer Dagur Sigurdsson mit Torhüter Andreas Wolff. Quelle: imago
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Hannover

Nach zweieinhalb Jahren verlässt Trainer Dagur Sigurdsson die deutsche Handballnationalmannschaft gen Japan: Torhüter Andreas Wolff erinnert sich:

Wie er Sigurdsson das erste Mal erlebt hat

Wolff: „Ein bisschen nervös war ich bei dem Nationalmannschaftslehrgang, wie ich zugeben muss: Dein autoritäres Auftreten, Dein fokussierter Blick, die gerade Haltung. Wenn Du eine Ansage gemacht hast, dann war das keine Bitte, es war eine Aufforderung. Du hast immer klar gesagt, was Du wolltest und wie Du es Dir vorstellst – vielleicht war das auch ein Grund, warum wir mit Dir so erfolgreich waren.“

Sigurdssons besondere Trainingsmaßnahmen

Wolff: „Statt immer wieder Intervallläufe, bis man kotzt, sind wir mit Dir auch mal durchs Berliner Regierungsviertel gelaufen. Training, dazu ein bisschen Kultur – da haben wir fast vergessen, dass es ein intensives Lauftraining war. Von diesen Motivationstricks hattest Du viele. Ich weiß noch, wie wir mal in Deinem Hostel auf Island als Mannschaft übernachtet haben – in Sechsbettzimmern. Auch wenn wir nicht sonderlich verwöhnt sind, muss ich sagen, dass sich meine Freude darüber in Grenzen hielt. Zumal es auf Island in dieser Zeit nur zwei Stunden am Tag hell war. Aber es war ein Erlebnis, über das wir noch heute sprechen.“

Die Entstehung der „Bad Boys“

Wolff: „Als Du kamst, waren wir ein junges Team, das sich noch im Aufbau befand. Aber Du hattest einen Plan, wie Du uns motivierst. Du zeigtest uns einen Film des US-Basketballteams Detroit Pistons. Ohne große Superstars war es der Teamzusammenhalt, der sie stark und erfolgreich machte. Ihr Name: Bad Boys. Und zu denen machtest Du uns auch: einer eingeschworenen Mannschaft, die jedes Spiel mit einer hundertprozentigen Einstellung anging, mit Leidenschaft und Kampfgeist. Wir haben uns damit identifiziert. Bei der EM 2016 hat uns das durchs Turnier getragen, von Sieg zu Sieg geführt. Es war ein besonderer Kick.“

Die Feier nach den großen Erfolgen

Wolff: „Es war immer mein Traum, Europameister zu werden, unser Traum – und entsprechend haben wir als Mannschaft auch gefeiert. Aber nicht Du. Du bist keiner, der die Hemmung verliert, der mit uns Spielern einen getrunken hat. Wenn wir nach dem EM-Finalsieg gegen Spanien oder nach dem Bronze-Gewinn bei den Olympischen Spielen in Rio die Sau rausgelassen haben, hast Du Dir das angeguckt, es genossen, Dir ein Bier aufgemacht und gelacht. Und Du hast gesagt, wie stolz Du auf uns bist.“

Die Bekanntgabe von Sigurdssons Wechsel nach Japan

Wolff: „Als ich davon erfahren habe, dass Du nach Japan gehst, war ich überrascht. Du und wir, Dein Team, das hat gut funktioniert. Du bist ein sehr, sehr guter Trainer. Schade, dass wir Dich verlieren.“

Das WM-Aus

Wolff: „Das Ende war für uns alle enttäuschend. Ich war sehr gefrustet nach dem viel zu frühen Aus im Achtelfinale gegen Katar. Aber Du hast Niederlagen immer am meisten gehasst. Egal ob im Fußballtrainingsspiel oder nach einem Testspiel. Man hat Dir angesehen, wie sehr Dich eine Niederlage wurmt. Manchmal warst Du Tage lang schlecht drauf. Nach dem Aus gegen Katar hast Du zu uns in der Kabine nur gesagt: ,Niederlagen gehören für große Mannschaften mit dazu, aber sie müssen daraus für die Zukunft lernen.“ Das war das Beste, was Du in dieser Situation sagen konntest.“

Die Verabschiedung in Leipzig

Wolff: „Am Freitag wirst Du beim Allstar Game in Leipzig verabschiedet. Ein paar Worte hast Du zu uns schon in Frankreich gesagt. Und es würde mich nicht wundern, wenn es von Dir keine großen Worte mehr gibt. Das wäre nicht Deine Art. Deine Emotionen behältst Du eben lieber für Dich.“

Von RND

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