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Sportmix Deutsches Topduo visiert WM-Titel an
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17:55 22.02.2017
Rivalen und Freunde: Eric Frenzel (l.) und Johannes Rydzek. Quelle: imago sportfotodienst
Lahti

Die Nordische Kombination ist in diesem Winter eine deutsche Angelegenheit und ein Privatduell zwischen Doppel-Weltmeister Johannes Rydzek (25) und Olympiasieger Eric Frenzel (28). In 19 Einzel-Weltcups gab es bislang 18 deutsche Siege, acht davon gingen auf das Konto des Bayern Rydzek, siebenmal stand der Sachse Frenzel ganz oben. Oft wurde der Zweikampf der beiden dabei in einem dramatischen Fotofinish entschieden.

Da ist Frenzel, Vater von zwei Kindern und der erfolgreichste Winterzweikämpfer der letzten Jahre. Er wurde 2014 Olympiasieger, gewann bislang drei WM-Goldmedaillen und holte zuletzt viermal in Serie die große Kristallkugel für den Gesamtweltcup-Sieg. Rydzek war bei der WM 2015 in Falun mit zwei Titeln und vier Medaillen bei vier Starts der überragende Teilnehmer. Vor der ersten Entscheidung der Kombinierer (Skispringen von der Normalschanze und zehn Kilometer Langlauf) bei der Nordischen Ski-WM im finnischen Lahti am Freitag haben wir mit den beiden „Nordischen Dominierern“ über ihr Verhältnis gesprochen.

Herr Frenzel und Herr Rydzek, jeder erwartet nach den überragenden Ergebnissen in den Weltcups Goldmedaillen bei der WM von Ihnen. Nervt diese Erwartungshaltung?

Frenzel: Ich freue mich auf die WM und denke nicht darüber nach, ob wir als Favorit gehandelt werden. Natürlich haben es andere einfacher als wir. Aber wir sind in der Pflicht zu liefern. Und wir sind in der Lage zu liefern

Rydzek: Bei mir kommen die unglaublichen Erlebnisse und die schönen Erinnerungen der WM von vor zwei Jahren hoch. Jetzt will ich ein neues Kapitel schreiben. Das Team hat im Sommer über konsequent an seinen Baustellen gearbeitet und ist noch kompakter geworden. Wir haben einfach den Flow mit in den Weltcup genommen und können das hoffentlich auch bei der WM zeigen. Wir haben eine coole Dynamik im Team und profitieren alle unheimlich voneinander.

Aber wenn es um den Sieg und am Freitag um WM-Gold geht, sind Sie auch beinharte Konkurrenten.

Frenzel: Der Johannes und ich kennen uns lange genug. Wir verstehen uns gut. Man muss das Duell sportlich sehen. Alles muss offen passieren und keiner sollte versuchen, irgendwelche Vorteile einzuheimsen. Und genauso läuft es auch ab, da achten auch die Trainer drauf. Wir sind ein Team und gehen entspannt miteinander um. Aber natürlich sind wir beim Wettkampf auch Konkurrenten, da versucht jeder, den Zielsprint zu gewinnen.

Rydzek: Ich sehe das gar nicht so als Zweikampf zwischen Eric und mir. Wir haben eine größere Mannschaft, auch ein Fabian Rießle oder ein Björn Kircheisen können gewinnen. Natürlich zieht man auch vor den Teamkollegen nicht zurück und schenkt sich nichts. Aber wir wissen, wenn der Wettkampf vorbei ist.

Also gibt es zwischen Ihnen trotz aller Fotofinish-Entscheidungen auf der Strecke keine Privatfehde à la Rosberg gegen Hamilton?

Frenzel: Das wird bei uns nicht passieren. Da sind wir einfach zu lange gemeinsam unterwegs. Die Trainer würden solche Spielchen auch gar nicht zulassen.

Rydzek: Wir sind trotz aller Schlachten auf der Strecke und der Schanze Kumpels. Es ist wichtig, das Ganze nicht ins Private zu ziehen, und das gelingt uns gut. Wir haben auch unglaublich Gaudi zusammen. Erfolge – egal, wer gewonnen hat – werden gemeinsam gefeiert. Das ist auch ehrlich und nicht aufgesetzt.

Eric Frenzel ist ja quasi der Leitwolf im Team.

Rydzek: Eric war mein Vorbild, als ich selbst noch nicht im Weltcup war. Er hat eine unglaubliche Konstanz. Ich finde es bewundernswert, dass er sich nach all den Erfolgen immer neu motivieren kann. Er geht jeden Wettkampf zu 100 Prozent an. Das ist bemerkenswert. Aber natürlich versuche ich auch, ihn zu schlagen. Das ist für alle im Team auch Ansporn.

Wie viele Goldmedaillen wollen Sie in Lahti gewinnen?

Frenzel: Die guten Ergebnisse im Weltcup bauen natürlich eher auf, als dass sie Angst machen. Aber speziell in Lahti gehört natürlich auch immer ein bisschen Glück mit dem Wind dazu. Ich möchte in jedem Fall eine Einzelmedaille holen, und auch in den Teamwettbewerben haben wir natürlich gute Chancen. Der Ehrgeiz ist da, so viel wie möglich mitzunehmen.

Rydzek: Ich versuche, mit dem über die Saison gesammelten Selbstvertrauen reinzugehen. Aber so eine WM hat eigene Gesetze, das habe ich vor zwei Jahren schon in Falun gesehen. Da bin ich nicht als Favorit hingefahren und hab am Ende vier Medaillen mitgenommen. Ich weiß also, was möglich ist, und will meine Leistung abrufen. Ich habe natürlich den Anspruch, um die Siege mitzukämpfen. Aber da gibt es schon allein in unserem Team mehrere Anwärter, die auch Gold holen können.

Warum sind die deutschen Kombinierer denn in diesem Winter eigentlich so dominant?

Rydzek: Ein Grund ist sicher das richtig gut eingespielte Trainerteam. Hermann Weinbuch hat die perfekten Strukturen geschaffen, gibt gute Tipps und sorgt für perfektes Knowhow. Ronny Ackermann macht als Trainer an der Schanze einen super Job, ist einfühlsam und hat super Kniffe drauf. Wir Sportler sind ein richtig cooles Team. Und dann ist da noch die richtig gute Nachwuchsarbeit. Die Talente werden gefördert und nicht verheizt. Und sie haben die Weltspitze als Maßstab im eigenen Team.

Frenzel: Wir haben ja in den letzten Jahren schon vieles gewonnen, aber sind in diesem Winter noch breiter aufgestellt. Es gibt mindestens vier deutsche Kombinierer, die gewinnen können. Die harte Konkurrenz im Team kitzelt natürlich aus allen noch etwas mehr heraus. Der Grundbaustein unseres Erfolgs ist harte Arbeit. Und wir machen weniger Fehler als andere Nationen.

Johannes Rydzek, gehen Sie eigentlich wie bei der WM in Falun mit einem Superman-Shirt als Glücksbringer unter dem Skianzug in das Duell mit Eric Frenzel?

Rydzek: Da haben sich die Kiddies aus meinem Skiklub schon vor längerer Zeit etwas einfallen lassen. Aus dem S für Superman wurde ein R für „Super-Richie“. Ich hoffen, das bringt bei der WM genauso viel Glück wie vor zwei Jahren bei der WM in Falun.

Von Lars Becker

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