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Sportmix Commissioner Goodells Märchenstunde
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17:38 03.02.2017
Das Objekt der Begierde: Die Vince Lombardi-Trophy, benannt nach dem legendären Trainer der Green Bay Packers, und die Helme der diesjährigen Super-Bowl-Gegner. Quelle: Daniel Killy
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Houston

Heidi aus Houston! Roger Goodell (57) ist umstritten – doch hält er sich schon ziemlich lange auf seinem Posten. Mittlerweile steht der mächtige Commissioner, der Liga-Chef der NFL, im 11. Jahr seiner Regentschaft. Und während der Super-Bowl-Woche lädt Goodell traditionsgemäß zur Pressekonferenz. Dabei wird nicht immer zimperlich mit ihm umgegangen. Goodell musste schon viele Prügel für seine Art des Krisenmanagements einstecken. Besonders unter Druck geriet er beim Thema häusliche Gewalt (prügelnde Spieler) und „Deflategate“. Das war der vorgebliche Skandal um Footbälle, die einen zu geringen Luftdruck hatten und so angeblich das Championship Game unfair zu Lasten der Indianapolis Colts beeinflussten. Goodells Suspendierung von Tom Brady sorgte jedenfalls für viel Ärger. Genau wie das hohe Gehalt, das Goodell immer noch bezieht. 2012 erhielt er 44,2 Millionen Dollar, 2016 „nur“ noch 31,7 Millionen – die Kürzungen ignorierte der Mann, der 1982 als Praktikant bei der NFL begann, ebenso wie die zahlreichen Rücktrittsforderungen.

Der Commissioner weicht aus wie ein wendiger Spieler

Goodells Art, ausweichend zu antworten, ist eine Kunst für sich. Auf die Frage, ob er bei „Deflategate“ nicht aus einer Mücke einen Elefanten gemacht habe und schlecht beraten gewesen sei, antwortete Goodell – ungekürzt: „Nein, es gab eine Regelverletzung. Wir haben eine Entwicklung durchgemacht. Wir haben analog dazu disziplinarische Maßnahmen ergriffen. Es kam zu ausführlichen rechtlichen Auseinandersetzungen wie Sie wissen und schließlich wurde das Urteil vom Second Circuit Court of Appeals (der höchsten Berufungsinstanz, Red.) bestätigt. Das sind Fakten, die wir jetzt hinter uns lassen müssen, das ist ein Teil unserer Geschichte, aber wir sind sowohl mit unserer Art des Umgangs als auch mit der Entscheidung zufrieden – aber jetzt konzentrieren wir uns auf das Spiel.“

Auch auf Fragen, was denn mit dem beantragten Umzug der Oakland Raiders nach Las Vegas und dem Wegzug der San Diego Chargers nach Los Angeles sei, antwortete Goodell nicht mit klaren Aussagen. Gerade der angestrebte Umzug der Raiders vom kalifornischen Oakland nach Las Vegas, der von den Eigentümern der anderen Teams noch genehmigt werden muss, ist hoch umstritten wegen der möglichen finanziellen Einflussnahme von Kasinobetreibern auf das neue Team … Und auch der politischen Debatte, die durch die Maßnahmen des neuen Präsidenten Trump die großen Ligen erfasst hat, weicht Goodell aus.

Kein Statement zur Einreisesperre

„Andere Ligen haben ihre Position in Sachen Einreisesperre für Flüchtlinge deutlich gemacht, etwa die NBA. Wie ist die Haltung der NFL dazu? Und befürchten Sie, dass die politische Entwicklung den Super Bowl überschatten wird?“ Antwort Goodell: „Wir wissen um die aktuellen Debatten und die gegensätzlichen Ansichten. Als Commissioner der NFL konzentriere ich mich derzeit ausschließlich auf den Super Bowl. Wie ich bereits vorher erwähnte, haben wir die einmalige Gelegenheit, am Sonntag ein Ereignis zu begehen, das die ganze Welt vereint. Die Menschen werden die Möglichkeit haben, sich unterhalten zu lassen, sich gut zu fühlen bei dem was wir tun … Darauf sind wir wirklich stolz – und darauf werden wir auch weiterhin während dieses Spiels unseren Fokus legen.“ Und dann steht da noch ein ziemlich unangenehmer Verdacht im Raum: Nach Aussagen eines Kollegen, wurden bei der Eröffnungsveranstaltung am Montag zahlreiche Fragen in Sachen US-Präsident Trump gestellt. All diese Fragen und die entsprechenden Antworten wurden von allen Mitschriften und Videos gelöscht. Ist der NFL Präsident Trump peinlich? „Ich weiß nichts davon, dass irgend etwas gelöscht wurde, insofern ist das nicht …“ Darauf der Kollege: „Der Präsident wird absolut nirgends erwähnt, auch nicht in den Videoaufnahmen … Und Goodell, selbst Mitglied der Republikanischen Partei: „Ich muss sagen, wenn es etwas gibt, für das ich hier nicht verantwortlich bin, dann sind das die Mitschriften.

Die USA haben ein Führungsproblem – nicht nur im Weißen Haus, auch an der Spitze ihrer Lieblingsliga. Bis morgen, dann geht es vielleicht auch um Trump. Denn „Lady Gaga“ wird sich zu ihrem Auftritt äußern – und alle nehmen an, dass sie auch ein politisches Statement abgeben wird.

Killys Kick-off: Die Kolumne zum Super Bowl

Houston feiert mit dem Super-Bowl ein Comeback. Schon 2004 wurde das Finale der American-Football-Profiliga NFL dort ausgetragen. Unser Reporter Daniel Killy ist vor Ort und stimmt uns mit seiner täglichen Kolumne „Killys Kick-off“ auf das Sportereignis ein. Hier finden Sie alle bisherigen Folgen.

Tag 1: Ein fröhliches „Heidi“ aus Houston – Die Stimmung in der Stadt nach Trumps ersten Dekreten.

Tag 2: Kaiserkostüm und Kunstnebel – Das seltsame Prozedere der Opening Night.

Tag 3: Nachts im Museum – Die Angst vor den Trump-Gegnern.

Von RND/Daniel Killy

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