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Sportmix Carina Witthöft: Die letzte deutsche Tennis-Hoffnung bei den French Open
Sportbuzzer Sportmix Carina Witthöft: Die letzte deutsche Tennis-Hoffnung bei den French Open
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16:46 02.06.2017
Steht in der dritten Runde: Carina Witthöft Quelle: AP
Paris

Alle Deutschen sind bei den French Open ausgeschieden? Nein, eine Hamburgerin wehrt sich mit Kräften gegen die aufkommende negative Stimmung im deutschen Tennis. Carina Witthöft steht als einzige Deutsche in der dritten Runde des zweiten Grand-Slam-Turniers des Jahres.

„Wahnsinn“, sagte die 22-Jährige nach ihrem Sieg gegen die Französin Pauline Parmentier bei Eurosport. In knapp zwei Stunden hatte Witthöft die Lokalmatadorin am Donnerstag mit 6:4, 7:6 (7:5) besiegt. Ein harter Kampf, nachdem sie anfangs die Gegnerin dominiert hatte, nach wenigen Minuten 5:0 führte und Parmentier wieder rankommen ließ.

Es ist nicht das erste Mal in ihrer Karriere gewesen, dass Witthöft mit Leistungsschwankungen zu kämpfen hatte. „Es fehlt mir an der Konstanz. In einigen Matches finde ich nicht zu meinem Spiel und verliere die unnötigerweise“, sagte sie vor einigen Tagen. Am Donnerstag machte sie es besser – und rettete die deutsche Tennisehre. Denn sie ist die einzige verbleibende Deutsche bei den French Open – weil auch Tatjana Maria ausschied.

Letzmals schnitten die deutschen Profis in der französischen Hauptstadt vor neun Jahren so schlecht ab. Damals verlor Sabine Lisicki als letzte verbliebene Deutsche in der zweiten Runde.

Immerhin: Witthöft, deren Eltern eine Tennisakademie in Hamburg besitzen, steht in diesem Jahr in der dritten Runde, muss am heutigen Sonnabend allerdings gegen die an Nummer zwei gesetzte Karolina Pliskova ran. Ihre Chancen auf eine Überraschung stehen jedoch nicht schlecht. Ihr aggressives Spiel gepaart mit Ballgefühl wird der Schlüssel sein. Genauso wie die Beinarbeit. Witthöft will Pliskova ins Laufen bringen. „Ich denke, ich habe die Mittel, um ihr gefährlich werden zu können“, sagt sie selbst.

Über das schwache Abschneiden der deutschen Hoffnungsträger könnte aber selbst ein Achtelfinaleinzug von Witthöft nicht hinwegtäuschen. Zu groß waren die Hoffnungen im Vorfeld, dass die insgesamt 13 Tennisspielerinnen und Spieler erfolgreich sein könnten.

Allen voran das Talent Alexander Zverev galt gar als Geheimfavorit nach seinem Sieg beim ATP-Turnier in Rom. Er schied aber ebenso bereits in der ersten Runde aus wie Philipp Kohlschreiber, Florian Mayer, Jan-Lennard Struff und Dustin Brown. Fairerweise muss dazu gesagt werden, dass Zverev mit dem Spanier Fernando Verdasco, einem ausgewiesenen Sandplatzspezialisten, ein schweres Los hatte. Auch Kohlschreiber wusste, dass es gegen Nick Kyrgios (Nummer 18) alles andere als leicht wird. Enttäuscht waren trotzdem beide.

„Ich habe absolut scheiße gespielt. So einfach ist das. Ich habe den Ball nicht gespürt, war zu kurz und passiv“, sagte Zverev nach seiner Niederlage. „Aber das ist jetzt kein Drama und nicht das Ende der Welt. Trotzdem schade, dass man bei einem Grand Slam so spielt.“

Mit seinen gerade einmal 20 Jahren gehören solche Erlebnisse sicherlich zum Reifeprozess dazu. Lehrgeld bezahlen nennt man das im Volksmund.

Enttäuschender ist da schon die Leistung von Angelique Kerber. Die Nummer eins der Welt scheiterte in Paris ebenfalls an ihrer Auftakthürde. Es war ihre 13. Saisonniederlage, zumeist kamen die Pleiten früh im Turnier. Nichts scheint mehr geblieben von ihrem Traumjahr 2016, als sie zwei Grand-Slam-Turniere gewann und sich auf die ganz große Tennisbühne spielte.

Stattdessen dominieren Selbstzweifel. „Ich denke, dass ich jetzt auf jeden Fall viel Zeit haben werde, zu schauen, was ich in den nächsten Wochen machen werde, was die Vorbereitung für die nächsten Turniere angeht, wie die Planung auch weiter sein wird. Wie gesagt, momentan habe ich da noch nicht so weit gedacht“, sagte Kerber.

Dass auch die anderen deutschen Frauen Mona Barthel, Julia Görges, Annika Beck und Andrea Petkovic früh ausgeschieden sind, wird da schon fast zu einer Randnotiz – daran hat man sich inzwischen gewöhnt.

Von Stefan Döring

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