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Sportmix Beckenbauer als Begünstigter? Zwanziger befeuert Debatte
Sportbuzzer Sportmix Beckenbauer als Begünstigter? Zwanziger befeuert Debatte
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16:08 04.11.2015
Gegen Franz Beckenbauer wird im Zuge der Affäre um die Fußball-WM 2006 nicht ermittelt. Foto (2013): Tobias Hase Quelle: Tobias Hase
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Frankfurt/Main

Seit anderthalb Wochen ist Franz Beckenbauer von der Bildfläche verschwunden. Auch nach dem neuesten Erdbeben in der Sommermärchen-Affäre wartet die deutsche Fußball-Öffentlichkeit vergeblich auf erhellende Worte der schwer angekratzten Lichtgestalt.

Zwar steht der frühere Präsident des Organisationskomitees für die WM 2006 derzeit nicht im Visier der Staatsanwaltschaft - durch gezielte Andeutungen von Theo Zwanziger gerät Beckenbauer rund um die ominöse Millionen-Zahlung aber weiter ins Zwielicht.

Der frühere DFB-Präsident rät dem Deutschen Fußball-Bund, finanzielle Ansprüche gegen Beckenbauer zu prüfen. Es sei die Aufgabe des derzeitigen Präsidiums, zu entscheiden, ob die Zahlung in Höhe von 6,7 Millionen Euro von Beckenbauer zurückgefordert werden müsse und etwaige steuerliche Verpflichtungen nachträglich zu erledigen seien, schrieb Zwanzigers Anwalt Hans-Jörg Metz in einem Brief an den Verband, den die Deutsche Presse-Agentur einsehen konnte.

Nach bisheriger DFB-Darstellung hatte Beckenbauers damaliger Manager Robert Schwan im Jahr 2002 die Zahlung von 6,7 Millionen Euro durch den früheren Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus an die FIFA organisiert. Als Sicherheit soll Beckenbauer einen Schuldschein gezeichnet haben. Im Gegenzug floss laut Verbandschef Wolfgang Niersbach ein Zuschuss des Weltverbands von 170 Millionen Euro zurück. Drei Jahre später wurde das Darlehen zurückgezahlt.

In dem Schreiben aus dem Zwanziger-Lager wird nun Beckenbauer als Begünstigter bezeichnet, weil damit die von ihm persönlich eingegangene Schuldverpflichtung aus heutiger Sicht möglicherweise zu Unrecht getilgt wurde. Andeutungen, die weitere Spekulationen über Beckenbauers Rolle in der ganzen Affäre befeuern.

"Er muss jetzt eine Erklärung abgeben", forderte Karl Rothmund, Präsident des niedersächsischen Fußballverbandes (NFV) und damit auch DFB-Vorstandsmitglied. "Ich habe gelesen, dass er Verantwortung übernehmen wird. Aber wofür?"

Zuletzt hatte Beckenbauer Anfang vergangener Woche sein öffentliches Schweigen kurz gebrochen und schriftlich über sein Management einen eigenen "Fehler" eingestanden. Die Beteiligten hätten aus heutiger Sicht einen Vorschlag seitens der FIFA-Finanzkommission "zurückweisen sollen", hieß es in der knappen Erklärung.

Darin schimpft der 70-Jährige auch auf "andere Beteiligte, deren Verhalten ich teilweise als unsäglich empfinde". Nicht auszuschließen, dass der Seitenhieb nicht nur auf Zwanziger, sondern auch seinen treuen, langjährigen Weggefährten Niersbach gemünzt ist. Erhellende Details blieb Beckenbauer allerdings schuldig.

Weiter geht ein Statement, das mit "Erklärung von Franz Beckenbauer" überschrieben ist, aber nie die Öffentlichkeit erreicht hat. Wie die "Welt am Sonntag" berichtet hatte, sei dieses Schreiben in Frankfurt nach einem Besuch von Niersbach bei Beckenbauer in Salzburg angefertigt worden. Darin lässt man den früheren OK-Chef sagen, dass die weiteren Mitglieder des Organisationskomitees über das Dreyfus-Darlehen nicht informiert gewesen seien - dies wäre gleichbedeutend mit der Übernahme der alleinigen Verantwortung. Es wäre kein Wunder, sollte sich Beckenbauer gegen eine Veröffentlichung gewehrt haben.

Inzwischen konnten auch die Deutsche Presse-Agentur sowie weitere Medien dieses Schriftstück einsehen. Es gehört zu den Dokumenten, die Zwanziger am Dienstag bei einem Hintergrundgespräch präsentierte - und die nach Ende mysteriöserweise auf dem Tisch in einem Diezer Hotel liegen geblieben waren.

Weiterhin kann aber eigentlich nur Beckenbauer, der vor anderthalb Wochen vor den externen DFB-Ermittlern aussagte, selbst Licht ins Dunkel bringen. Die Ermittlungen der Frankfurter Staatsanwaltschaft beziehen sich lediglich auf Niersbach, Zwanziger und den früheren DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt.

Grund dafür sei aber nicht, dass der damalige Präsident des Organisationskomitees seinen Wohnsitz nicht in Deutschland, sondern in Österreich habe, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft der Deutschen Presse-Agentur. Ausschlaggebend sei vielmehr, dass Beckenbauer nichts mit der Steuererklärung zu tun gehabt habe, wegen der die Behörde nun Ermittlungen aufgenommen hat. Sein ramponiertes Image könnte aber nur Beckenbauer selbst wieder herstellen.

dpa

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