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Trainer und Sportjournalist Harry Themel wird 90

Urgestein und Chronist der Leichtathletik Trainer und Sportjournalist Harry Themel wird 90

Am Freitag feiert der Leichtathletiktrainer, Sportjournalist und -historiker Harry Themel seinen 90. Geburtstag. Vor fünf Jahren versprachen seine ehemaligen Sportler: „In fünf Jahren treffen wir uns zur selben Zeit am selben Ort wieder.“ Bei guter Gesundheit kann Harry Themel seine Gäste empfangen und mit ihnen in der Vergangenheit schwelgen.

Harry Themel arbeitete auch im 90. Lebensjahr an dicken Bänden zur Historie der Leichtathletik.

Quelle: Claudia Trache

Dresden. Am Freitag feiert der Leichtathletiktrainer, Sportjournalist und -historiker Harry Themel seinen 90. Geburtstag. Vor fünf Jahren versprachen seine ehemaligen Sportler: „In fünf Jahren treffen wir uns zur selben Zeit am selben Ort wieder.“ Bei guter Gesundheit kann Harry Themel seine Gäste empfangen und mit ihnen in der Vergangenheit schwelgen.

Als Zuschauer hat er Europameisterschaften 1954 in Bern, 1966 in Budapest, 1978 in Prag und 2002 in München miterlebt. „Damals war das noch eine tolle Atmosphäre. Da ging es in erster Linie um den Sport. Heute scheint das Rahmenprogramm immer wichtiger zu sein“, bemerkt er kritisch.

Bis 1955 war Harry Themel in Jena als Trainer tätig. Über die Stationen Riesa, Leipzig und Frankfurt/Oder fand er 1971 seinen Weg nach Dresden, wo er bis 1986 als Sprint- und Hürdentrainer beim SC Einheit Dresden tätig war. Einer seiner erfolgreichsten Athleten, Raimund Bethge, heute eher als Bobsportler und -trainer bekannt, erreichte 1969 als erster DDR-Hürdenläufer über 110 Meter Hürden ein EM-Finale (5. Platz). Und 400-Meter-Läufer Carsten Petters wurde 1977 mit der 4x400-Meter-Staffel des DVfL Junioren-Europameister.

Im Ruhestand erfüllte sich Harry Themel seinen eigentlichen Berufswunsch: Journalist und Historiker. So war er von 1992 bis 2002 als Pressewart des Sächsischen Leichtathletikverbandes unter anderem für die monatlich erschienene Verbandszeitschrift „Leichtathletik in Sachsen“ verantwortlich. Damals schrieb er regelmäßig für die Dresdner Neuesten Nachrichten vor allem Wettkampfberichte, aber auch Portraits. Als die „Deutsche Gesellschaft für Leichtathletik-Dokumentation 1990 e. V.“ gegründet wurde, war er mit dabei. Er engagiert sich bis heute beim Projekt „100 Jahre Leichtathletik in Deutschland (1898–1998)“.

Harry Themel verfasst Bände zum Hürdenlauf und Sprint. Sein fünfter Band, „200 m der Männer“, ist nahezu abgeschlossen. Ein Sechster, zur 4x400-Meter-Staffel, ist halb fertig. „Dieser wird wohl unvollendet bleiben“, befürchtet Harry Themel, dem zunehmend Augenprobleme zu schaffen machen, die ihm das Weiterarbeiten erschweren. Dennoch sagt er: „Wenn ich am Computer sitze und mich mit der Geschichte einzelner Disziplinen beschäftige, blühe ich richtig auf.“

Von Claudia Trache

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