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Tom Liebscher und Steffi Kriegerstein sind für die WM gerüstet

Kanu Tom Liebscher und Steffi Kriegerstein sind für die WM gerüstet

Den Feinschliff haben sich die Rennkanuten um den Dresdner Olympiasieger Tom Liebscher und seine Vereinsgefährtin Steffi Kriegerstein, die in Rio Silber gewonnen hatte, in den letzten zweieinhalb Wochen in München geholt. Am Dienstag reiste das 27-köpfige DKV-Team per Bus ins tschechische Ratschitz.

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Tom Liebscher (l.) und Steffi Kriegerstein haben wieder fleißig trainiert und sind nun bereit für die Kanu-WM, die morgen in Tschechien beginnt.
 

Quelle: Soccerfoto

Dresden.  Den Feinschliff haben sich die Rennkanuten um den Dresdner Olympiasieger Tom Liebscher und seine Vereinsgefährtin Steffi Kriegerstein, die in Rio Silber gewonnen hatte, in den letzten zweieinhalb Wochen in München geholt. Am dienstagreiste das 27-köpfige DKV-Team per Bus ins tschechische Ratschitz (Racice), wo ab morgen als Saisonhöhepunkt die Weltmeisterschaft steigt. Bei der EM vor sechs Wochen in Plovdiv (Bulgarien) hatten die DKV-Boote aus dem Training heraus mit sechs Titeln, einmal Silber und dreimal Bronze überraschend erfolgreich abgeschnitten. Während Liebscher mit dem Einer über 1000 m und dem K4 über 500 m jeweils Fünfter wurde, fehlte Kriegerstein bei der EM wegen einer Magenschleimhautentzündung. Ohne sie belegte der K4 der Frauen ebenfalls Platz fünf.

Bei der WM aber ist die Dresdnerin wieder dabei. Das Boot kann in Rio-Besetzung antreten. „Nach vier Wochen Trainingsausfall habe ich wieder ordentlich Kilometer geschrubbt. Auf unserer Olympia-Medaille wollen wir uns nicht ausruhe. Die Konkurrenz schläft nicht und ist im nacholympischen Jahr sehr stark. So sind zum Beispiel die Neuseeländerinnen überraschend gut. Ein Traum wäre, wenn wir wieder einmal vor Ungarn ins Ziel paddeln könnten“, meinte Steffi Kriegerstein, die emotional durch den Tod ihres Vaters kein einfaches Jahr hinter sich hat. Eine Medaille möchte sie mit dem Vierer natürlich in Ratschitz gewinnen.

So wie auch Tom Liebscher mit dem Herren-Vierer über 500 m. Immerhin hat das Boot in Bestbesetzung zwei Weltcup-Siege in dieser Saison eingefahren. „Mindestens eine Medaille holen, am besten gewinnen“, so die Ansage des Olympiasiegers, der zudem im Einer über 1000 m startet. „Da ist erst mal das Finale mein Ziel. Dann muss man sehen, wie es läuft. Es gibt zehn bis zwölf Sportler, die ins Finale paddeln können“, weiß Liebscher um die Konkurrenz. Er sieht das als neue Herausforderung, die er meistern muss. „Wenn man 13 Jahre dabei ist, braucht man neue Reize für den Kopf. Das war bei mir nach Rio so. Jahrelang hatte ich mich auf die 200 m konzentriert, da hat aber der letzte Kick gefehlt“, gibt er zu.

Jetzt ist Liebscher wieder hochmotiviert. Damit er konkurrenzfähig ist, hat der Athlet sogar „Gewicht gemacht“. Um sich auf den 1000 Metern in der Weltspitze zu etablieren, seien 90 kg für ihn optimal. „Zuletzt hatte ich 92 kg, deshalb musste noch ein bisschen runter“, meint er. Dass er im letzten Heimtraining den frischgebackenen Junioren-Weltmeister Jakob Kurschat wieder fest im Griff hatte, gab dem Olympiasieger Sicherheit. „Die Tempohärte, die zur EM noch gefehlt hat, ist jetzt wieder vorhanden. Und nachdem ich auch meine drei Prüfungen an der Uni hinter mich gebracht habe, konnte ich mich voll aufs Training konzentrieren“, verrät der Verkehrsingenieur-Student.

Zur WM reist er mit einem neuen Boot des portugiesischen Herstellers Nelo an. „Das Boot ist anthrazit und damit nicht mehr so auffällig wie das bunte zuvor. Da können mich die Konkurrenten nicht ganz so schnell ausmachen“, ist er überzeugt. Da die WM „vor der Haustür“ stattfindet, können die Dresdner auf einen großen Fan-Block aus der Heimat bauen. Selbst OB Dirk Hilbert hat sich für das Finale des Vierers am Sonntag angekündigt. Der erste Vorlauf steht für Tom Liebscher morgen im Einer auf dem Plan.

Von Astrid Hofmann

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