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Sächsischem Duo gelingt der ganz große Coup

Sportakrobatik Sächsischem Duo gelingt der ganz große Coup

Unglaublich, aber wahr: Der Dresdner Sportakrobat Tim Sebastian und sein Riesaer Partner Michail Kraft haben bei den World Games überraschend die Goldmedaille gewonnen. Das sächsische Duo setzte sich in Breslau vor den Russen und Belgiern durch. Vor dem Wettkampf hatten Sebastian/Kraft höchstens mit Bronze geliebäugelt.

Überglücklich präsentieren Tim Sebastian (l.) und Michail Kraft ihre Goldmedaillen. In Breslau turnten sie den Wettkampf ihres Lebens.

Quelle: Sebastian Schipfel

Breslau/Dresden. DSC-Trainerin Petra Vitera liefen Tränen übers Gesicht, Dresdens Kanu-Olympiasieger Tom Liebscher klatschte enthusiastisch Beifall und die beiden Protagonisten schauten sich fast ungläubig an. Dann lagen sich Tim Sebastian und Michail Kraft mit Trainer Igor Blintsov überglücklich in den Armen. Gold, wirklich Gold. Was für ein historischer Dienstagabend in Breslau. Der 22-jährige DSC-Sportakrobat Tim Sebastian und sein fünf Jahre jüngerer Riesaer Partner Michail Kraft haben bei den World Games – den Olympischen Spielen der nichtolympischen Sportarten – für einen Paukenschlag gesorgt. Sie gehen als erste World-Games-Goldmedaillengewinner in der Geschichte der deutschen Sportakrobatik ein.

Mit unglaublicher Nervenstärke absolvierte das beste deutsche Herrenpaar, das es jemals gab, die Finalübung. Mit 29,310 Punkten belohnten die Kampfrichter die Glanzvorstellung der WM-Sechsten. Das war Platz eins. Nun kam nur noch das russische Duo. Doch das hatte kleine Wackler, bekam nur 29,090 Zähler und damit war die Sensation perfekt. Rang drei ging an Mitfavorit Belgien (28,550). „Es war DER Tag unseres Sportakrobatik-Lebens. Wir haben geträumt von einer Medaille, aber niemals an Gold gedacht“, meinte Tim Sebastian. „Es war eine fantastische Übung und absolute Bestleistung für uns. Wir können es nicht fassen, dass wir jetzt die Nummer eins der Welt sind. Es ist unglaublich“, jubelte der Dresdner.

Schon in der Qualifikation am Nachmittag hatten die beiden mit Platz drei in der Dynamik-Übung und dem Sieg in der Balance – ihrer Spezialdisziplin – überrascht. Mit 56,660 Punkten zogen sie als Gesamtzweite ins Finale der besten vier Paare hinter Belgien ein. „Da haben wir mit dem Vater von Tim schon ein erstes Siegerbier getrunken, denn nun hatten sie ihr Minimalziel erreicht“, erzählte ein noch immer tief beeindruckter Tom Liebscher. Der Kanu-Olympiasieger und Tim Sebastian kennen sich durch das Sportgymnasium, sind schon länger befreundet. „Wir machen manchmal was gemeinsam, waren auch schon zweimal zusammen im Ski-Urlaub. Und vor zwei Jahren, als die beiden in Riesa EM-Bronze holten, saß ich auch schon auf der Tribüne“, verrät Liebscher, der mit drei Kumpels extra aus dem Trainingslager in Lauenhain nach Breslau gedüst war, um Tim und Michail anzufeuern. „Das hat sich echt gelohnt, denn es war einmalig. Die zwei Jungs hatten Nerven aus Stahl. Da muss ich ihn demnächst mal fragen, wie er das mental gelöst hat. Vielleicht kann er mir noch paar Tipps geben“, so Liebscher, der anfügte: „Ich ziehe vor Tim absolut den Hut. Wie er das mit Arbeit, Studium und Training alles hinbekommen hat und das in einer Sportart, die nicht gefördert wird. Wie die Athleten ihre Sportart leben, spürte man auch bei den mitgereisten Fans auf der Tribüne.“, schwärmte Tom Liebscher.

Von Astrid Hofmann

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