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21:17 28.03.2018
Logo des HC Dresden Elbflorenz Quelle: Verein
Dresden

Wenn an diesem Gründonnerstag in der neuen Ballsport-Arena das Ostderby zwischen den Handballern des HC Elbflorenz und dem Dessau-Roßlauer HV (19.30 Uhr) steigt, wird das ein ganz besonderes Highlight. Das zeigt allein die Kartennachfrage im Vorfeld. Der Ansturm auf die Tickets war so riesig, dass die Elbestädter erstmals in einem Zweitliga-Spiel mit ausverkauftem Haus und damit neuem Zuschauerrekord rechnen. An der Abendkasse sind nur noch Restkarten erhältlich. Erwartet werden auch rund 200 Gäste-Fans.

Ein besonderes Duell ist dieses Derby auch für die Trainer, denn die Dessauer werden von Uwe Jungandreas, dem ehemaligen Lehrmeister von Christian Pöhler, betreut. Vor über 15 Jahren heuerte der damals mit 22 Jahren jüngste Zweitliga-Co-Trainer Pöhler bei Concordia Delitzsch und dessen Chefcoach Jungandreas an. Fünfeinhalb Jahre währte die enge Zusammenarbeit, aus der eine Freundschaft entstand. „Es war schon eine intensive Zeit mit Höhen und Tiefen“, erinnert sich Pöhler, der zwei entscheidende Dinge von Jungandreas für seine Trainerlaufbahn mitgenommen hat: „Erstens den Umgang mit den Spielern. Offen, ehrlich, immer geradlinig und kompromisslos. Und zweitens, Vertrauen in junge Athleten zu setzen.“

Allerdings seien die Derbys gegen seinen einstigen Mentor inzwischen nicht mehr so besonders, weil sich beide inzwischen schon öfter an der Seitenlinie gegenüberstanden. „Ich habe einige Spiele mit Bernburg gegen ihn bestritten und zuletzt haben wir uns beim Neujahrscup in unserer Arena duelliert. Wir haben also schon einige Schlachten gegeneinander geschlagen. Große Geheimnisse gibt es da nicht mehr“, meint Pöhler, der regelmäßig Kontakt zu Jungandreas pflegt. „Wir haben uns erst am Sonntag gesehen“, verrät der HCE-Trainer, der die Partie der Dessauer gegen Coburg beobachtete. „In dieser Woche telefonieren wir natürlich nicht miteinander, da machen wir vor einem Spiel gegeneinander eine kleine Pause“, fügt er schmunzelnd an.

Natürlich weiß der Dresdner Coach um die derzeitigen Probleme des Kontrahenten. Zwar verlor Elbflorenz (damals gebeutelt von vielen Verletzungsausfällen) in der Hinrunde in Dessau knapp mit 20:23, doch die Entwicklung beider Teams verlief inzwischen eher in entgegengesetzte Richtung. Die Anhaltiner schwächeln bislang in der Rückrunde, bringen es in den letzten zwölf Spielen nur auf vier Punkte. Dagegen konnte der Aufsteiger aus Dresden nach überstandenen Personalproblemen eine Aufholjagd starten und in den letzten zwölf Partien elf Zähler einsammeln. Dennoch rangieren die Dessauer als Zehnter mit 26:30 Punkten noch drei Plätze (13./23:33) vor den Elbestädtern.

Mit einem Sieg könnte das Pöhler-Team den Rückstand auf einen Punkt verkürzen. „Man hat bei unseren Jungs schon gemerkt, dass die Niederlage zuletzt in Hagen geschmerzt hat. Wir müssen uns da auch an die eigene Nase fassen, denn in allen Belangen, von der Abwehr über das Konterspiel bis zur Chancenverwertung hat bei uns ein Tick gefehlt. Das wollen wir gegen Dessau auf jeden Fall wieder besser machen“, betont Christian Pöhler. Kapitän Mario Huhnstock sieht das ebenso: „Wir sind in einer wichtigen Phase der Saison und sehen jedes Wochenende wieder, wie ausgeglichen diese Liga ist. Nach zuletzt vier Siegen ist die Serie zwar in Hagen gerissen, aber ich denke, dass wir trotzdem viel Selbstvertrauen aus den Wochen vorher mit in das Derby nehmen können. Wir werden alles tun, um mit unseren Fans im Rücken das Feld als Sieger zu verlassen.“

Von Astrid Hofmann

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