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12:08 27.08.2018
Yazan Nasser klatscht nach einem Heimsieg die Monarchs-Fans ab. Quelle: Foto: Jochen Leimert
Dresden

Es läuft in diesem Sommer sehr gut für die Dresden Monarchs, das Team des neuen Cheftrainers Ulrich Däuber hat drei Spieltage vor Beginn der Play-offs die Teilnahme an der Meisterrunde sicher. Dass dem Tabellenzweiten auch das ersehnte Heimrecht für die K.o.-Spiele um den Titel nur noch schwer zu nehmen ist, daran hat auch Yazan Nasser seinen Anteil. Der 21-Jährige bestreitet seine erste volle Männer-Saison als Runningback – und er wusste bislang zu überzeugen.

Dass sich Nasser so in Szene setzen konnte, ist besonders bemerkenswert, spielen die Monarchs doch erstmals eine Bundesliga-Serie mit einem Runningback, der aus dem eigenen Nachwuchs und nicht aus Amerika oder dem europäischen Ausland stammt. Zudem ist Nasser kein Riese, sondern mit 1,63 Metern Körpergröße einer der kleinsten Spieler im Team. Sein Mitstreiter auf der RB-Position, Glen Toonga aus Großbritannien, ist 1,80 Meter groß. Trotzdem bewiesen die Monarchs Mut zum Risiko, setzten auf das Talent aus dem eigenen Nachwuchs.

„Das war natürlich mein Traum“, sagt der sympathische Dresdner über seine Berufung in den Bundesliga-Kader, in dem er vergangene Saison schon aushelfen durfte. Beim Sparkassen-Gameday im DDV-Stadion war das, als es gegen die Kiel Baltic Hurricanes ging. Die Partie verloren die Sachsen zwar mit 42:49, doch Nasser konnte seine Chance nutzen und sich für weitere Einsätze empfehlen. „Es war für mich glücklich, dass unser Runningback aus Amerika nicht spielen konnte. Joseph Bergeron war verletzt – so durfte ich ran. Ich war mächtig aufgeregt und froh, dass es ganz gut für mich gelaufen ist“, erinnert sich Nasser.

Der Sohn eines Jemeniten und einer Deutschen hat viele Jahre auf diesen Tag hingearbeitet. Alles begann 2005, als ihn sein Stiefvater beim Sommercamp der Monarchs anmeldete. Nasser kam fortan nicht mehr vom runden Ei los und durchlief seither alle Jugendabteilungen des Dresdner Football-Bundesligisten, bis er es schließlich ins Erstliga-Team schaffte. Jörg Dreßler, heute Geschäftsführer der Monarchs und früher selbst Spieler bei den Königlichen, trainierte das Talent einige Jahre. Wenn er Nasser heute übers Feld jagen sieht, ist Dreßler schon stolz: „Er freut sich, dass aus den Leuten, die er selbst trainiert hat, etwas geworden ist“, weiß sein ehemaliger Schützling.

Auf seinen Lorbeeren ausruhen mag sich der junge Mann mit dem breiten Kreuz aber keineswegs: „Ich möchte bei meiner Endgeschwindigkeit gern noch etwas drauflegen. Beschleunigung und Richtungswechsel schaffe ich schon ganz gut. Außerdem kann ich jedes Jahr im Bereich Taktik viel dazulernen.“ Nasser liebt Football vor allem deshalb, weil der Sport so ausgeklügelte Spielzüge in vielen Variationen beinhaltet. Und auch weil kleine, wendige Spieler im Zusammenspiel mit den schweren Jungs eine Chance haben, ihre besonderen Fähigkeiten einzubringen. Sein Football-Vorbild ist der US-Amerikaner Darren Sproles von den Philadelphia Eagles. Der Mann aus Waterloo in Iowa ist auch kein Hüne, mit 1,68 Metern fast ein Zwerg im Vergleich mit den vielen muskelbepackten Giganten aus der National Football League. „Der ist so ziemlich der Kleinste, aber er ist unheimlich beweglich, kann sich überall rausdrehen“, meint Nasser voller Bewunderung.

Beweglichkeit ist auch seine Stärke – nur einmal hat sie nicht ausgereicht, als er die Aufnahmeprüfung für das angestrebte Sportstudium nicht bestand. Beim Test im Kunstturnen fiel Nasser durch und hat wenig später auf ein Biologie-Studium an der TU Dresden umgesattelt. Dort studiert er im dritten Semester, arbeitet aber auch noch als Nachwuchstrainer im Verein, wenn er nicht selbst bei Däuber schwitzen muss. Einmal pro Woche hat er 15 Jungs aus der U 11 um sich, gibt im Trainingszentrum an der Bärnsdorfer Straße seine Erfahrungen an die nächste Generation weiter: „Es macht Spaß zu sehen, wie sich die Rasselbande entwickelt.“

Von Jochen Leimert

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