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08:38 23.11.2017
Mit vielen Eindrücken kam die Dresdner Rugbyspielerin Sophie Dani Anfang November aus dem Iran zurück. Quelle: Claudia Trache
Dresden

Mit vielen Eindrücken kam die Dresdner Rugbyspielerin Sophie Dani Anfang November aus dem Iran zurück. Dorthin reiste sie mit dem ostdeutschen Frauen-Rugbyteam zu einem Freundschaftsturnier – eine Rückbegegnung nach dem Besuch der iranischen Frauennationalmannschaft im vergangenen Jahr in Berlin. „Die Menschen im Iran sind sehr gastfreundlich und haben uns offen empfangen“, so die 25-Jährige. Selbst die Sittenwächterinnen, die das deutsche Team auf Schritt und Tritt begleiteten, zum Beispiel darauf achteten, dass das Kopftuch richtig saß, konnten diesen positiven Gesamteindruck nicht trüben.

Die Verständigung lief über Englisch – nicht immer eine einfache Sache. „Eine der drei Sittenwächterinnen sprach englisch, was schon etwas Besonderes war, und mit dem Chef der iranischen Rugby Association konnten wir uns englisch verständigen“, erzählt Sophie Dani. Die gemeinsamen Trainingseinheiten mit den iranischen Spielerinnen wurden von zwei lokalen Fernsehteams begleitet. „Alle waren begeistert, dass wir gekommen sind. Wir sollen das allererste ausländische Rugbyteam überhaupt gewesen sein, das in den Iran gereist ist.“

Sowohl beim Training als auch beim eintägigen Turnier mussten alle Spielerinnen mit langen Sachen und Kopftuch spielen. „Die iranischen Spielerinnen haben sich bei uns bedankt, dass wir ihre Kultur respektieren und die Kleiderordnung eingehalten haben“, so Sophie Dani. Mit den iranischen Spielerinnen außerhalb des Spielfeldes in Kontakt zu kommen, war nicht so einfach. Auch hier passten die Sittenwächterinnen auf und die Spielerinnen waren sehr vorsichtig, worüber sie sprachen. Dennoch entstanden während dieser Woche erste Freundschaften, wurden Telefonnummern ausgetauscht. Der Kontakt wird weiterhin über die sozialen Medien gehalten – mit den Spielerinnen, der Trainerin und auch den Schiedsrichterinnen.

Das ostdeutsche Auswahlteam reiste unter anderem mit einem Trainer an, der auch das gemeinsame Training leitete. Im Iran ist normalerweise undenkbar, dass ein Mann ein Frauenteam trainiert. „Während des Trainings standen viele Funktionäre am Rand und schrieben alles mit, was unser Trainer sagte. Sie sind sehr daran interessiert, Neues über das Rugbyspielen zu erfahren“, so die Beobachtung der Dresdnerin. Das eigentliche Turnier wurde von zahlreichen Zuschauern verfolgt, männlichen wie weiblichen. Auch etliche Fernsehteams zeichneten die Spiele auf. „Das Ergebnis war für die Iraner fast nebensächlich. Sie waren einfach froh, dass wir da waren“, so Sophie Dani. Krankheitsgeschwächt – ein Teil der Mannschaft hatte während des Aufenthalts mit Magen-Darm-Problemen zu kämpfen – verlor die ostdeutsche Auswahl letztlich ihre Spiele gegen das iranische U18-Team und das Frauen-Nationalteam. Die türkische Nationalmannschaft hatte ihre Teilnahme kurzfristig abgesagt.

Neben Training und Turnier lernten die deutschen Spielerinnen die Hauptstadt Teheran näher kennen, besuchten das Nationalmuseum und den Golestan-Palast, den ehemaligen Regierungspalast, und fuhren ins knapp 2 000  m hoch gelegene Elbursgebirge im Iranischen Hochland. Den Besuch auf dem Großen Basar mussten sie mit Nachdruck durchsetzen. Groß war die Angst der Gastgeber, ihren Gästen könnte etwas zustoßen. Außerdem trafen sie Sportfunktionäre wie Ali Daei. Der einstige Fußballspieler bei Bayern München, heute Mitglied des iranischen Nationalen Olympischen Komitees, erzählte ihnen von seiner Zeit in Deutschland und davon, dass er fast 90 Prozent seines Wissens aus Deutschland mitgebracht hat und nun in seinem Sportclub umsetzen möchte.

Von Claudia Trache

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