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Regisseur Janek Schmidkunz wird neuer Kapitän der Dresden Titans

Basketball Regisseur Janek Schmidkunz wird neuer Kapitän der Dresden Titans

Nach dem Abstieg in die 2. Basketball-Bundesliga Pro B haben die Dresden Titans ihre Mannschaft kräftig umgebaut. Nicht nur Trainer Nenad Josipovic heuerte neu an der Elbe an, sondern auch gleich sechs Spieler. Einer davon ist Janek Schmidkunz. Er soll nicht nur auf dem Feld Regie führen, sondern auch als Kapitän Verantwortung übernehmen.

Der neue Titans-Kapitän Janek Schmidkunz freut sich nach einer harten Vorbereitung darauf, dass die Saison endlich losgeht
 

Quelle: Matthias Rietschel

Dresden.  Nach dem Abstieg in die 2. Basketball-Bundesliga Pro B haben die Dresden Titans ihre Mannschaft kräftig umgebaut. Nicht nur Trainer Nenad Josipovic heuerte neu an der Elbe an, sondern auch gleich sechs Spieler. Einer davon ist der Guard Janek Schmidkunz. Dem 27-Jährigen, der vom Erstliga-Aufsteiger Gotha nach Sachsen kam, haben der Verein wie der kroatische Coach eine besondere Rolle zugedacht: Schmidkunz soll nicht nur auf dem Feld Regie führen, sondern auch als Kapitän Verantwortung übernehmen. Er beerbt damit seinen Vorgänger Walter Simon, der aus beruflichen Gründen die „Titanen“ verlassen musste.

Einen letzten Dienst hat Simon seinem Ex-Verein aber noch erwiesen, indem er Schmidkunz die Titans ans Herz legte, als der in Thüringen nach einer dreimonatigen Verletzungspause aussortierte Berliner einen neuen Verein suchte und sich im Juni erstmals in Dresden alles anschaute. Beide kennen sich schon lange – nicht nur vom Basketballfeld, wie Schmidkunz verriet: „Wir haben zusammen Abitur gemacht.“ Simon sei aber nicht der einzige frühere Titans-Spieler, den er zu seinem Bekanntenkreis zählt und der ihm riet, das Angebot aus Dresden anzunehmen: „Ich kenne auch Philipp Lieser schon lange. Wir haben erst im Sommer zusammen ein Trainingscamp in Italien bestritten.“ Schon in der NBBL hätten sie gegeneinander gespielt, sich jetzt gemeinsam mit dem wie Lieser in Quakenbrück spielenden Max Rockmann südlich der Alpen fitgemacht. Schmidkunz hat jetzt sogar in der Wohnung Quartier bezogen, in der einst Lieser wohnte, ehe er 2016 zu den Artland Dragons wechselte. „Wenn man solche Kontakte hat und Freunde einem zuraten, fällt einem die Entscheidung für Dresden natürlich leichter“, schmunzelt der 1,83 Meter große Aufbauspieler.

Obwohl er auch andere Angebote – auch aus der Pro A – hatte, gab er der Elbestadt den Zuschlag, weil sie für ihn noch andere Vorzüge hat: „Ich bin näher an meiner Heimat Berlin und wieder in einer großen Stadt. Ich finde auch, dass Dresden von den Vereinen, die noch im Spiel waren, das größte Potenzial besitzt. Ich wollte auch nicht irgendwo nur Quotendeutscher sein.“ So legte er sich frühzeitig fest, obwohl er noch gar nicht wusste, wer als Trainer dem erfolglosen Australier Liam Flynn nachfolgen würde: „Ich habe erst mit Nenad telefoniert, als ich mich schon entschieden hatte.“

Bereut hat es Schmidkunz bisher nicht, wenngleich Josipovic eine Menge von seinen Spielern verlangt und eine straffe Vorbereitung ansetzte. Das sei aber durchaus von Vorteil, wenn man in der am Sonntag (16 Uhr, Margon-Arena) gegen die Iserlohn Kangaroos beginnenden Spielzeit Erfolg haben möchte, glaubt Schmidkunz. Sein Coach habe erst gar kein Geheimnis daraus gemacht, „dass er uns viel laufen lässt. Es waren keine Ausdauerläufe, aber viele knackige Sprints. Er hat es aber nicht nur geschafft, uns im läuferischen Bereich fitzumachen, sondern uns auch mental zu fordern.“ Wenn die Mannschaft schon dachte, das Training sei vorbei, „dann kam noch einmal ein Sprint“, lacht der jüngste Spross einer basketballverrückten Familie. Gefallen hat Schmidkunz, dessen Vater ihn schon als kleiner Jungen mit zu Spielen von Alba Berlin nahm, wie die Mannschaft dann ohne Diskussionen mitgezogen habe: „Alle haben einen guten Charakter gezeigt. Das war ein gutes Zeichen. Der Kreis der Spieler, die schon da waren, hat es auch geschafft, die neuen zu integrieren.“

So fiel es auch ihm leicht, sich einzuleben. Dass er seine amerikanische Freundin Amanda, die er bei einem vierjährigen College-Aufenthalt in Springfield, Massachusetts, kennen lernte, selten sieht, ist für ihn nicht neu. Seit er 2014 aus den Staaten heimkehrte, wo er für die Mannschaft des American International College in der NCAA (2. Division) spielte, führt das Paar eine Fernbeziehung. Amanda soll aber bald nach Deutschland umziehen: „Das ist alles so geplant.“ In Dresden widmet sich Schmidkunz, den 2009/10 unter Henrik Rödl bei Alba II erst so richtig die Lust auf professionellen Basketball packte („Er hat mir auch geraten, nach Amerika zu gehen.“), erst einmal nur dem Sport. Er ist als Vollprofi angestellt, möchte aber nebenher auch seine berufliche Fortbildung vorantreiben. Den Bachelor of International Business, den er am College gemacht hat, will er hier bald ausbauen.

Doch jetzt gilt das Hauptaugenmerk des San-Antonio-Spurs-Fans erst einmal dem Saisonstart mit den Titans. Nach 17 Tagen ohne Trainingspause und der am Freitag nur knapp mit 90:92 gegen Ústí nad Labem verlorenen Generalprobe konnte er am vergangenen freien Wochenende noch mal frische Kräfte sammeln, erzählt der Jüngste von vier Brüdern: „Ich bin nach Berlin gefahren, habe Zeit mit der Familie verbracht.“ Jetzt hofft er, dass sich die harte Vorbereitung auszahlt. Was er selbst drauf hat, davon konnten sich die Titans-Fans im Testspiel gegen Bernau (65:66) schon einmal überzeugen. Da warf Janek Schmidkunz 21 Punkte, führte das Team lautstark auf dem Feld an. Kapitän war er auch schon einmal, als er 2015/16 mit Nördlingen eine starke Pro-B-Serie spielte (17,1 Punkte und 2,7 Rebounds pro Spiel) und von den Gothaern in die Pro A abgeworben wurde. Jetzt würde er aber gern mit den Titans in die 2. Liga zurückkehren.

Von Jochen Leimert

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